Gibt es noch Rettung für die Heilbronner Falken?
Der Eishockey-Oberligist Heilbronner Falken steckt wohl akut in Finanznöte. Deshalb baten die Gesellschafter um Hilfe bei Sponsoren und Partnern.
Es ist ruhig ums Eisstadion am Europaplatz. Kein großer Andrang am Freitag um die Mittagszeit. Immer wieder kommen ein paar Spieler des Eishockey-Oberligisten Heilbronner Falken. Schließlich steht am Abend das Auswärtsspiel beim SC Riessersee an.
Gesellschafter können können Herausforderung alleine nicht stemmen
Und während sich das Team auf die Abfahrt vorbereitet, sitzen die Gesellschafter der GmbH im Vip-Raum. Sie hatten Partner und Sponsoren zu einer Lösungsfindung eingeladen. Es geht um viel. Vielleicht sogar um den Standort.
Denn: „Inzwischen sind wir an einem Punkt angelangt, wo die bisherigen Aktivitäten, den Etat dieser Saison 2025/26 sicherzustellen und die verbliebene Schuldenlast aus der Vergangenheit abzubauen, unsere Möglichkeiten übersteigen“, hieß es in einem Schreiben der Falken am Mittwoch an die Partner. Und weiter: „Wir als Gesellschafter stemmen die Herausforderung allein nicht …“
Schon im Sommer waren finanzielle Schwierigkeiten an die Öffentlichkeit gedrungen. So wurde die Lizenz für den Spielbetrieb nur mit Auflagen (unter anderem Abzug von sechs Punkten nach dem Ende der Hauptrunde) erteilt, weil nicht alle Dokumente und Nachweise pünktlich eingereicht worden waren. Infolgedessen gab es eine Crowdfunding-Aktion, bei der mehr als 100.000 Euro zusammenkamen.
Gemeinsam soll nach Lösungen gesucht werden
Am Freitag wollten die Falken nun ihre Partner über den „aktuellen Stand bzw. die Situation auch vor dem Hintergrund der Dringlichkeit“ informieren und Lösungen für die „Rettung der Falken“ – auch individuelle, wie es in der Einladung heißt, zu finden. „Ohne eine gemeinsame Kraftanstrengung werden wir es nicht schaffen, das Aus zu verhindern und neue Wege zu gehen“, wurde noch geschrieben.
Vor dem Eisstadion herrscht weiter kein stetes Kommen und Gehen. Es bleibt ruhig. Die Gespräche im Vip-Raum gehen einfach weiter. So langsam füllen sich auch Parkplatz und Eishalle. Nachwuchstraining ist angesagt. Kurz nach 17 Uhr sind dann alle Gespräche geführt und der geschäftsführende Gesellschafter Franz Böllinger verlässt den Vip-Raum, verabschiedet den letzten Gast.
Franz Böllinger: „Es geht darum, den Standort zu erhalten“
„Wir haben Sponsoren und Partner zu Gesprächen eingeladen“, bestätigt er nochmals. „Es waren konstruktive Gespräche. Jetzt arbeiten wir im Hintergrund weiter. Es geht darum, den Standort zu erhalten“, sagt Böllinger. Zum aktuellen Stand der Finanzen und wie gefährdet der Standort wirklich ist, wollte er allerdings (noch) nichts sagen.
In der Heilbronner Fanszene regt sich Unmut
Doch während Böllinger eifrig Gespräche führte, regte sich in den Sozialen Medien neuer Unmut. Die „Fanszene Heilbronn“ hatte von den Einladungen Wind bekommen und ärgerte sich in erster Linie über die mangelnde Kommunikation im Vorfeld. „Wir als Fanszene Heilbronn haben mit der aktuellen Führung der Heilbronner Falken GmbH abgeschlossen“, heißt es in einem im Internet veröffentlichten Statement. Und weiter: „Diese wird ab sofort keinerlei Unterstützung mehr aus unseren Reihen erfahren.“ Allerdings wolle man dem Team weiterhin Rückhalt geben.
Das Statement der Fanszene endet dann markig: „Sollte bis spätestens 29. Januar 2026 nicht die ganze Wahrheit öffentlich gemacht und vor allem den Fans klar und unmissverständlich kommuniziert werden, sehen wir uns gezwungen, am 30. Januar 2026 gegen die Stuttgart Rebels konsequent die letzte Stufe unserer Maßnahmen zu zünden.“
Wie diese aussieht, ist unklar. Ebenso unklar, wie es um den Profi-Standort Heilbronn steht.
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