Feuerwehr rettet Spiel der Heilbronner Falken
Wegen Löchern im Eis stand das Topduell der Eishockey-Oberliga vor dem Abbruch. Die Heilbronner Falken fertigen Bayreuth dann aber mit 6:0 ab.

Einen solchen Abend hat das Heilbronner Eishockey auch noch nicht erlebt. Das Spiel gegen die Bayreuth Tigers am Dienstagabend war einem Abbruch nahe. Wegen mehrerer Löcher im Eis wurde die Oberliga-Partie kurz vor 20 Uhr zunächst unterbrochen - bei noch 5:29 Minuten des ersten Drittels auf der Uhr. Danach begann eine Hängepartie, erst nach über einer Stunde und nur mit Hilfe der herbeigerufenen Heilbronner Feuerwehr konnte das Problem behoben werden.
Das sportliche war zunächst in den Hintergrund gerückt
Das Sportliche rückte daher zwischenzeitlich gänzlich in den Hintergrund. Was gleich doppelt ärgerlich war: Die Falken hatten einen Sahnestart erwischt, führten nach einer Machtdemonstration mit 2:0. "Wir waren on fire", sagte Trainer Frank Petrozza hinterher stolz. Aber auch die Pause nahm dem Team nicht die Spielfreude. Am Ende eines denkwürdigen Abends stand im Duell des Dritten gegen den Vierten ein deutliches 6:0 (3:0, 1:0, 2:0), es war der siebte Sieg der Falken in Folge.
Der Trainer wartete einmal mehr mit den obligatorischen drei Reihen auf - tauschte an diesem Abend aber ein paar Stürmer durch. Dazu gehörte, dass er die schwedischen Zwillinge trennte und auf unterschiedliche Formationen verteilte. Vincent Jiranek rückte dafür in die erste Formation.
Falken zeigen Vollgas-Eishockey
"Ziel war, alle Reihen gleichstark zu machen", sagte Petrozza. Der Plan ging auf - von der ersten Minute an spielte allein ein Team: die Falken. Die Fans durften sich über Vollgas-Hockey freuen.
Fehlte den ersten beiden Schüssen noch der Erfolg, machte Freddy Cabana die dritte Chance in der dritten Minute rein. Von Malte Krenzlin mit langem Pass perfekt in Szene gesetzt, schloss der Kapitän seinen Alleingang ab, indem er Torhüter Kai Kristian zum 1:0 umspielte. Die Falken strotzten regelrecht vor Selbstvertrauen und spielten die Tigers schwindelig. Im Powerplay fiel dann auch das verdiente 2:0: Einen Querpass vor dem Tor verwertete Pontus Wernerson Libäck (9.).
Bayreuth ist gar nicht im Spiel
Und noch während das Tor gefeiert wurde, hätten Nikita Tschwanow (9.) und Oula Uski (10.) beinahe das 3:0 markiert. Bayreuth hatte bis dato noch nicht einmal auf die Kiste von Falken-Keeper Patrick Berger geschossen und brachte auch in der Folge nichts zustande.
Die Unterländer hatten noch ein weiteres Powerplay, spielten es auch gut. Sie trafen aber nicht. Trotzdem eine Machtdemonstration gegen überforderte Gäste. Deren erste Chance legte Philip Kuschel mit einem kapitalen Bock vor dem eigenen Tor auf, so aber konnte sich auch Berger auszeichnen. Dann war Drittelpause: wegen drei dicker Löcher im Eis. Die waren vermutlich schon im Laufe des Tages entstanden, als mehrere Schulklassen in der Eishalle waren.

Die Reparatur war dann schwieriger als gedacht, da in einem Fall der Beton freigelegt wurde. Ein Risiko für die Spieler. Zwar füllten die Eismeister alle Löcher auf, doch so schnell härtete das Eis nicht durch. Und langsam wurde die Zeit knapp. Laut Durchführungsbestimmungen hätte das Problem binnen 45 Minuten behoben werden müssen - doch das gelang nicht. "So etwas habe ich in meiner Karriere auch noch nicht erlebt", meinte Cabana.
Feuerwehr rückt an, um die Löcher im Eis endgültig zu stopfen
Die Verantwortlichen der Falken standen derweil mit dem Deutschen Eishockey-Bund im Austausch und bekamen einen Aufschub. Gegen 21 Uhr kam die Feuerwehr und härtete die Stellen mit Co2-Löschern aus. Danach ging es unmittelbar weiter. Und beide Teams machten da weiter, wo sie aufgehört hatten: Bayreuth fand weiterhin nicht statt, Heilbronn machte das Spiel.
Nach langem Pass traf Linus Wernerson Libäck noch im ersten Drittel zum 3:0 (19.). Kaum hatte Drittel Nummer zwei angefangen, besorgte Thomas Supis mit einem strammen Schuss das 4:0 (22.). Danach wurde es ruppiger. Bayreuth schob Frust, die Gäste hatten auf einen Abbruch der Partie gehofft. Stattdessen hieß es nach zwei Dritteln 0:4 - die Partie war längst entschieden.
Erst eine Keilerei, dann das 6:0, dann wieder eine Keilerei
Bayreuth mühte sich im Schlussabschnitt nicht mehr groß und auch Heilbronn schaltete einen Gang runter. Die Falken aber nutzten noch ihre dritte Überzahl im letzten Abschnitt zum 5:0 durch Pontus Wernerson Libäck (51.). Nach einer wüsten Keilerei machte Corey Mapes in doppelter Überzahl noch das halbe Dutzend voll (56.), ehe gleich die nächste Prügelei ausbrach. Um 22.47 Uhr war dann Schluss. "Das waren big three point heute", sagte Petrozza, der froh war, dass sein Team sich durch die lange Pause nicht von seinem Weg abbringen ließ.
Tor: Berger, Kapteinat. Abwehr: Mapes - B. Jiranek, Pavlu - Supis, Krenzlin - Kuschel. Angriff: V. Jiranek - Uski - P. Wernerson Libäck, L. Wernerson Libäck - Just - Jentsch, Tschwanow - Cabana - Verelst. Tore: 1:0 (3.) Cabana, 2:0 (9.) P. Wernerson Libäck, 3:0 (19.) L. Wernerson Libäck, 4:0 (22.) Supis, 5:0 (51.) P. Wernerson Libäck, 6:0 (56.) Mapes. Strafminuten: 24/52. Schiedsrichter: Vanessa Anselm, Patrick Mylius. Zuschauer: 1260.


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