Keeper der Heilbronner Falken spricht über den Beinahe-Abbruch des Spiels
Beim 6:0-Sieg der Heilbronner Falken im Topduell der Oberliga war Patrick Berger Spieler der Partie. Wenngleich von dem Abend bei allen Beteiligten in erster Linie der Feuerwehr-Einsatz in Erinnerung bleibt.

Wenn es schlecht gelaufen wäre, hätte Patrick Berger diesen Abend als Zuschauer verfolgen müssen. Weil der Deutsche Eishockey-Bund die Sperre der Keepers der Heilbronner Falken nach einem Einspruch aber von zehn auf acht Spiele reduzierte, stand der 26-Jährige am Dienstagabend gegen Bayreuth bereits zum zweiten Mal wieder zwischen den Pfosten - und erlebte einen denkwürdigen Abend.
Das Topduell der Oberliga war aufgrund von Löchern im Eis über eine Stunde unterbrochen. Sogar ein Abbruch stand im Raum. Am Ende aber ging es weiter, Heilbronn gewann klar mit 6:0 (3:0, 1:0, 2:0) und Berger feierte einen Shutout.
Herr Berger, Glückwunsch zu einem guten Spiel. Was bleibt von diesem denkwürdigen Abend hängen?
Patrick Berger: Das ist wieder ein neues Kapitel in meinem Eishockey-Buch. Es war natürlich verrückt mit dieser langen Pause. Wir haben die ersten 15 Minuten sehr gut gespielt, sehr gutes Forecheck gehabt, haben hinten gut abgeräumt. Und dann hast du auf einmal Pause von einer Stunde - hatte ich so in meinem Eishockey-Leben auch noch nicht. Und dann kommen wir gut zurück und haben die Tore zur richtigen Zeit gemacht. Es war eine super Leistung von der Mannschaft.
Es war zwischenzeitlich zu befürchten, dass dieses Spiel abgebrochen werden muss. Wie hat die Mannschaft das mitbekommen und wie ist sie damit umgegangen?
Berger: Es war ganz schwierig. Es hieß erst, wir können wieder raus. Dann sind wir wieder rein. Dann hieß es: Es geht gar nichts vorwärts. Dann sagte man uns: die Feuerwehr kommt. Es war ganz verrückt. Wir haben uns wieder ausgezogen, wieder neu warm gemacht. Um 21.04 Uhr hieß es: Das Spiel findet statt, wieder angezogen - und raus aufs Eis.
War es der verrückteste Abend, den Sie im Eishockey je erlebt haben?
Berger: Definitiv. Das mit der langen Pause hatte ich noch nie. Das längste, was ich mal hatte, waren vielleicht 20 Minuten, weil die Scheibe kaputt war. Aber dass du bald eine Stunde draußen sitzt und nicht weißt, ob du noch spielst, hatte ich wirklich nicht.
Die Pause kam eigentlich nur Bayreuth recht, das bis dahin keinen Stich gemacht hatte. Für die Falken eher weniger...
Berger: Absolut. Für Bayreuth kam die Pause genau richtig, wir haben extrem gut gespielt, hinten nichts zugelassen. Deswegen bin ich auf die Mannschaft umso stolzer, dass wir so aus der Pause gekommen sind und genauso weitergespielt haben wie am Anfang.
Es war der siebte Sieg in Folge - bei weiterhin dünner Spielerdecke. Woher nimmt die Mannschaft diese Energie?
Berger: Ich glaube, dass hier eine besondere Gruppe ist. Wir verstehen uns alle super, jeder kämpft für jeden, es werden bis zum Ende Schüsse geblockt. Es passt einfach. Das ist das Wichtigste. Wir halten zusammen.
Für Sie war es ein besonderes Spiel, das zweite, nachdem Sie acht Spiele aussetzen mussten. Sie sind in diesem Topspiel ohne Gegentor geblieben, Heilbronn gewinnt 6:0: Geht nicht viel besser, oder?
Berger: Klar, ich bin super zufrieden. Ich muss aber auch sagen: Ein Torwart ist nur so gut wie seine Vorderleute sind. Zurzeit blocken wir extrem viele Schüsse. Wir machen hinten wenig Fehler, spielen super hinten raus und geben den Gegnern keine so hochkarätigen Chancen. Ich bin super stolz auf die Mannschaft. Die Jungs helfen mir nach acht Spielen Pause extrem. Deswegen freut es mich auch, dass ich der Mannschaft helfen konnte.
Jetzt geht es am Freitag nach Deggendorf. Was geht da noch?
Berger: Wir gehen das Spiel an wie gegen Bayreuth. Wir wollen das Spiel gewinnen und versuchen alles, die drei Punkte nach Hause mitzunehmen.
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