Eishockey-Standort Heilbronn: So nachhaltig ist das Konzept des HEC
Der HEC plant einen ganzheitlichen Aufbau des Eishockey-Standorts Heilbronn. Die Verantwortlichen können und wollen nicht warten, wie es beim Insolvenzverfahren der Heilbronner Falken GmbH & Co. KG weitergeht.
Am Freitag (27. Februar) beginnt für die Eisbären des Heilbronner EC das Playoff-Halbfinale in der Baden-Württembergliga. In der Best-of-Five-Serie gegen die Zweibrücken Hornets will das Team von Trainer Kai Sellers ins Finale einziehen. Doch schon jetzt scheint das primäre Ziel, das Aufstiegsrecht in die Oberliga, erreicht zu sein. Denn keine andere Mannschaft aus Baden-Württemberg und Bayern hat Interesse an einem Platz in der Oberliga hinterlegt.
Heilbronner Eisbären vor Oberliga-Aufstieg: Kein Konkurrent meldet Interesse an Lizenz an
Das Aufstiegsszenario des Heilbronner EC ist wohl überlegt. Es gibt eine klare Vision, die das Fundament des Handelns sein soll. Anspruch ist es, nachhaltige Strukturen zu schaffen, die sportlichen Erfolg ermöglichen und zugleich wirtschaftliche Stabilität garantieren. So ist von der „Umsetzung eines ganzheitlichen Standortkonzepts für den Nachwuchs, Amateur- und Profibereich“ in einer Mitteilung des Vereins die Rede.

„Wir sind überzeugt, dass der Weg über den Stammverein aus vielen Gründen die nachhaltigste Lösung darstellt – getragen von fachlicher Expertise, langjähriger solider wirtschaftlicher Führung und starkem Rückhalt bei Fans, Sponsoren und Partnern“, sagen die HEC-Vorstände Kai Sellers und Jan Hey.
HEC-Vorstand Kai Sellers: „Weg über Stammverein stellt nachhaltigste Lösung dar“
Weiter ist ihnen wichtig: „Szenarien mit externen Investoren, bei denen dieser Grundsatz nicht gewährleistet ist, sehen wir kritisch. Auch wenn sich Situationen nicht eins zu eins vergleichen lassen, zeigen Beispiele aus anderen Standorten, dass Investoren ohne Verbindung zum lokalen Sportumfeld selten eine nachhaltige Perspektive entwickeln.

Unsere Haltung ist daher eindeutig: Der Stammverein kann sich derzeit kein Modell vorstellen, das den Sport und den Standort Heilbronn nicht klar in den Vordergrund stellt.“
Eishockey-Standort Heilbronn muss im Vordergrund stehen
Dagegen stehen aktuell etwas die Rettungsversuche der Heilbronner Falken GmbH & Co. KG durch den vorläufigen Insolvenzverwalter Peter Roeger. Dessen Aufgabe ist es, dass an die Gläubiger noch so viel Geld wie möglich ausbezahlt werden kann. Dafür sucht er Investoren. Andererseits stand er auch schon in Kontakt mit den HEC-Verantwortlichen. Es gehe darum, eine rechtlich korrekte Lösung zu finden und den Profi-Standort Heilbronn zu erhalten.
Die HEC-Verantwortlichen haben nun eine Idee entwickelt, wie sie sich das Heilbronner Eishockey in Zukunft vorstellen. Im Profibereich soll eine tragfähige Planung für einen mittelfristigen Aufstieg in die DEL2 entwickelt werden. Eine langfristige sportliche und wirtschaftliche Kooperation wird angestrebt und das Ausbildungskonzept des HEC soll weiterentwickelt werden.

Weiterentwicklung des HEC-Ausbildungskonzeptes
„Wir setzen dabei auf die breite Unterstützung der Heilbronner Wirtschaft, um unsere Philosophie fest zu verankern: Profisport basiert auf einem starken Fundament aus Nachwuchsarbeit, Amateursport und Bildung“, sagt Jan Hey.
Und Kai Sellers fügt hinzu: „Um die anstehenden Herausforderungen gemeinschaftlich anzugehen, hoffen wir darauf, dass neben den Anker-Sponsoren auch der führende Handelskonzern aus unserer Mitte unter Leitung der HEC-Vorstandschaft erhalten bleibt, und wir gemeinsam die Chance ergreifen substantielle Strukturen zu schaffen.“
Das Ziel: Substantielle Strukturen schaffen
Allgemein wird eine transparente und nachhaltige Standortstruktur angestrebt. Eine unabhängige Kontrollinstanz soll für eine langfristige Absicherung sorgen. Die Sponsoren- und Partnerbasis soll stetig ausgebaut werden, eine branchengerechte und realistische Wirtschaftsplanung wird dafür als Grundlage gesehen, mit der dann auch eine solide und nachhaltige Finanzführung einhergeht. Kurzfristig geht es aber erstmal darum, den Standort Heilbronn personell und wirtschaftlich zu stabilisieren.
„Darauf aufbauend wollen wir eine nachhaltige sportliche und wirtschaftliche Struktur etablieren, die verantwortungsvoll und zukunftsorientiert ausgerichtet ist“, sagen die Vorstände, zu denen auch Rainer Scholl gehört.
Eishockey-Team für die nächste Saison zusammenstellen
Dabei geht es insbesondere um die sportliche Expertise, den Aufbau der wirtschaftlichen Basis, sowie die Umsetzung eines ganzheitlichen Bildungs- und Nachwuchskonzepts, das es aktuell bereits gibt und durch eine Ausbildungskooperation erweitert werden soll. Doch: Derzeit herrscht etwas Zeitdruck. Daher wollen und können die HEC-Verantwortlichen auch nicht warten, wie es beim Insolvenzverfahren der Heilbronner Falken GmbH und Co. KG weitergeht. Denn es gilt eine Mannschaft für nächste Saison zusammenzustellen – auf und neben dem Eis.
Weiter wollen sie ihr geplantes Konzept umsetzen. Schließlich könnte der Standort Heilbronn durch den geplanten Neubau der Eishalle gestärkt werden – je nachdem, welche Lösung dafür am Ende beschlossen wird. Hierbei kann der Verein aber lediglich seinen Bedarf anmelden. Was und wo gebaut wird, entscheiden andere Stellen.
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