Niederlage der Heilbronner Falken: Das muss beim Spiel in Hannover besser werden
Mehrere Faktoren haben dazu geführt, dass die Heilbronner Falken eine 4:1-Führung aus der Hand gegeben haben. Das musss besser werden, um das zweite Spiel am Dienstagabend in Hannover zu gewinnen.

Als „kleines Wunder“ von Heilbronn bezeichnete Kevin Gaudet am Sonntag den 6:5 (1:2, 0:2, 4:1)-Overtime-Sieg seiner Hannover Scorpions gegen die Falken. „Nach dem 1:4 dachte ich, das Spiel ist gelaufen. Es war ein sehr großer Sieg von uns“, freute sich 61-jährige Trainerfuchs über das Comeback seines Teams im ersten Halbfinalspiel der Oberliga-Playoffs. Damit haben sich die Niedersachsen den Heimvorteil geholt und können am Dienstagabend (20 Uhr) in eigener Halle die Best-of-seven-Serie auf 2:0 stellen.
Dabei sah es über drei Viertel der Partie so aus, als ob die Falken einen souveränen Auftaktsieg feiern würden. „Mit den ersten 45 Minuten war ich sehr zufrieden“, sagte Frank Petrozza. Für alles, was danach passierte, machte der Falken-Trainer ein Problem verantwortlich: „Wir kassieren zu viele unnötige Strafen.“
Zwei-Reihen-System der Scorpions dominiert die Schlussphase
Die drei Strafen im dritten Drittel allein waren jedoch nicht verantwortlich dafür, dass aus einem 4:1-Vorsprung ein 5:5 wurde. Denn die Hannover Scorpions saßen in den 20 Minuten nur ein Mal weniger auf der Strafbank. Vielmehr war ausschlaggebend, dass Gaudet in den letzten zehn Minuten nur noch seine ersten beiden Reihen aufs Eis schickte. Während seiner erfolgreichen Ära in Bietigheim praktizierte der Kanadier dies teils über eine halbe Saison. Und nicht ausschließlich, weil Personalnot herrschte. Die Paradereihen der Scorpions schnürten die Falken regelrecht ein, die Gastgeber liefen nur noch hinterher, kamen nicht mehr in die Zweikämpfe.
Dennoch hatten die Heilbronner die Chance, den Sieg ins Ziel zu bringen. Das Gegentor in eigener Überzahl zum 3:4-Anschluss hätte dafür aber ebenso wenig passieren dürfen, wie das 4:5 keine zwei Minuten, nachdem Niklas Jentsch auf 5:3 gestellt hatte. „Vom hin und her pendelnden Momentum“ sprach Petrozza hinterher, gab aber auch zu: „Hannover wollte den Sieg mehr als wir.“
Erste Reihe der Heilbronner Falken liefert nicht wie gewohnt ab
Mehr und mehr entwickelt sich die erste Sturmreihe der Falken zum Problem. Die beiden Kanadier Nolan Ritchie und besonders Calder Anderson liefern nicht mehr ab, wie noch während der Hauptrunde in der Oberliga Süd. Dort belegte das Duo die Ränge eins und zwei, in den Playoffs sind es die Positionen acht und 35. Im Achtel- und Viertelfinale fiel das nicht weiter ins Gewicht, weil es genügte, die gegnerische erste Reihe zu neutralisieren, und die Falken ihre Überlegenheit in der zweiten und dritten Reihe ausspielten. In der Vorschlussrunde, die womöglich bereits den DEL2-Aufstieg bescheren könnte, genügt das nicht. Die erste Sechs der Falken hätte sich aus der Umklammerung der Scorpions befreien, für mehr Entlastung sorgen müssen.
Andererseits haben die Falken auch gesehen, wie der Gegner zu bezwingen ist. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit, Disziplin, Laufbereitschaft und Zweikampfstärke. Die 4:1-Führung nach zwei Dritteln war verdient, hätte mit der bislang gezeigten Effizienz im Powerplay sogar noch höher ausfallen können. „Heilbronn ist die beste Offensivmannschaft Deutschlands“, lobte Gaudet die Falken deutlich über Gebühr. Ebenfalls eine Taktik, die er schon zu Bietigheimer Zeiten praktizierte, selbst wenn die Heilbronner am Tabellenende herumkrebsten und seine Steelers das Klassement anführten. Ein Sieg beim Erzrivalen kam seinem Vernehmen nach immer einem „kleinen Wunder“ gleich.
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