Peinlicher Abend des TSB Horkheim im Derby
Drittligist TSB Horkheim unterliegt im Nachbarschaftsduell Oppenweiler/Backnang 26:38. In der zweiten Hälfte hält sich die Mannschaft nicht mehr an den Plan von Trainer Dragos Oprea.

Bereits in der 41. Minute war das 49. Derby entschieden. Axel Goller traf für den Handball-Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang per Siebenmeter zum 27:17. Beim TSB Horkheim ging es fortan nur noch darum, Schadensbegrenzung zu betreiben. Am Ende gingen die Gäste vor 700 Zuschauern in der Gemeindehalle Oppenweiler mit 26:38 (16:20) unter. Ein ähnlich deutliches Ergebnis gab es zwischen beiden Teams in den vergangenen vier Jahrzehnten nicht "Peinlich", kommentierte TSB-Kapitän Rico Reichert den Auftritt knapp, aber deutlich.
Konsterniert und ratlos schlichen die Horkheimer Spieler nach der Schlusssirene in Richtung Gästefans, um sich für die Unterstützung zu bedanken. "Es war ein klarer Qualitätsunterschied erkennbar", sagte Volker Blumenschein, der das Derby als Zuschauer verfolgte und beide Mannschaften über viele Jahre trainiert hat. Horkheims aktueller Coach Dragos Oprea sah es ähnlich: "Meine Jungs haben gekämpft, haben versucht, meine Vorgaben umzusetzen. Im Gegensatz zu uns kann Oppenweiler aber durchwechseln, ohne dass dadurch Qualität verloren geht."
Oprea hatte mit einer "kleinen" Aufstellung beginnen lassen, Nick Fröhlich, Johannes Rebmann und Florian Uhl bildeten den Rückraum. Louis Mönch saß zunächst auf der Bank. "Er läuft seiner Form derzeit ein bisschen hinterher, ich muss ihn auch schützen", sagte Oprea.
Ballverlusste und fehlender Zugriff
Temporeich und bis zum 3:3 in der vierten Minute ausgeglichen ging es los. Danach sorgten zwei Faktoren beim TSB dafür, dass die Gastgeber Tor um Tor wegzogen: Offensive Ballverluste und fehlender Zugriff in der Abwehr. In der 18. Minute wechselte Dragos Oprea auf der Torhüterposition, nahm den glücklosen Julian Malek vom Feld und brachte Julian Buchele. Zu dem Zeitpunkt waren die Horkheimer beim 10:12 noch auf Schlagdistanz.
Ausgerechnet in der ersten Überzahl aber wuchs der Rückstand gleich auf vier Treffer an. "Wir haben uns zunehmend nicht mehr an den Plan gehalten, die Angriffe möglichst lange auszuspielen", kritisierte Oprea. Beim 16:20 zur Pause war indes noch nichts verloren.
Rätselhaft blieben allerdings die zehn Minuten nach dem Seitenwechsel. Yannick Starz verkürzte zunächst auf 17:20 (31. Minute), ehe der HCOB mit einem 8:0-Lauf die Partie vorzeitig entschied.
HCOB hat auf alle Kniffe eine Antwort
"Wir verlieren total unser Konzept", ärgerte sich Abwehrchef Niklas Matusik. Oprea versuchte den Negativlauf von außen zu stoppen, ließ mit sieben Feldspieler agieren, wechselte auf eine 5:1-Deckung. Doch: "Ganz egal, was Horkheim probiert hat, wir haben dann tatsächlich gegen alles eine gute Lösung gefunden", freute sich HCOB-Coach Daniel Brack, der mit seinem Team die Tabellenführung übernommen hat, weil die SG Pforzheim/Eutingen mit 29:30 bei der SG Leutershausen verlor.
In der Schlussviertelstunde verzichteten die Gastgeber darauf, den hoffnungslos unterlegenen Gegner zu demütigen und schalteten einen Gang runter. "Die Niederlage tut sehr weh. Aber von Montag an muss der Fokus auf das nächste Spiel gehen", sagte Dragos Oprea.
HC Oppenweiler/Backnang: Stasch, Müller (Tor) - Schliedermann (5), Newel (8), Buck (1), Schmid (1), Dangers (1), Diebel (3), Schmiedt (5), Orlich (3), Goller (10/6), Frank, Maurer (1), Rauh, Godon.
TSB Horkheim: Malek, Buchele (Tor) - Mönch (5/1), Reichert (2), Bröhl (2), Fröhlich (6/2), Noah Matusik, Urban (1), Rebmann (3), Niklas Matusik (2), Uhl (1), Agner, Starz (4).
Schiedsrichter: Christian Berger, Stefan Berger. Siebenmeter: HCOB 7/6; TSB 4/3. Zeitstrafen: 6/3. Disqualifikation: Godon (HCOB/60.) nach der dritten Zeitstrafe. Zuschauer: 700.
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