Ein neuer Trainer aus der Nachbarschaft für den TSB Horkheim
Oliver Heß wechselt am Saisonende vom Oberligisten TSV Weinsberg zum Drittligisten TSB Horkheim. Für den 35-Jährigen ist der TSB neben Weinsberg der zweite Herzensverein.

Vor zehn Tagen hatte Oliver Heß gegenüber der Heilbronner Stimme noch gesagt, er habe noch keinen Anruf aus Horkheim erhalten. "Das stimmte. Der Anruf kam erst später an diesem Tag", sagte der 35-Jährige am Dienstag. Das Telefonat war der Ausgangspunkt für die "schwerste Entscheidung in meiner Karriere als Sportler", wie der Lehrer an der Heilbronner Gustav-von-Schmoller-Schule selbst sagt. Beim Heimatverein in Weinsberg bleiben, oder zum zweiten Herzensverein nach Horkheim wechseln?
Jetzt ist klar: Oliver Heß wird den Oberligisten am Saisonende verlassen und den Drittligisten als Nachfolger von Dragos Oprea übernehmen. "Wäre ein fremder Verein auf mich zugekommen, hätte ich abgewunken. Beim TSB gibt es aber eine gegenseitige Wertschätzung und Vertrauensbasis. Das war neben der sportlichen Herausforderung ausschlaggebend", erklärte Heß.
Im Sommer 2022 beendet Heß seine aktive Karriere in Horkheim
Der frühere Bundesligaspieler hatte im Sommer 2022 seine aktive Karriere in Horkheim beendet. Viereinhalb Jahre hatte er für den TSB gespielt, war zuletzt Kapitän der Mannschaft. "Oli war natürlich eine naheliegende Lösung und unsere Wunschvorstellung als Nachfolger für Dodo", sagte Michael Löbich, Ressortleiter der ersten Mannschaft beim TSB.
Brutal dankbar Der TSV Weinsberg hätte gerne mit Heß weitergearbeitet, warf ihm aber keine Steine in den Weg. "Er hat uns sofort von dem Angebot berichtet und immer offen mit uns kommuniziert", sagte Abteilungsleiter Marco Horst. Der TSV hatte Heß umgehend nach Ende seiner Spielerkarriere die Traineroption in der Oberliga eröffnet. "Dafür bin ich Weinsberg brutal dankbar. Deswegen war es mir wichtig, dass alles offen und transparent abläuft", sagte Heß.
Heß wird in Weinsberg bis zum Ende durchziehen
Seinen Heimatverein, bei dem er das Handballspielen dereinst unter anderem unter dem aktuellen Sportlichen Leiter Edin Hadzimuhamedovic gelernt hat, sieht er mit seinem starken Nachwuchs "komplett auf dem richtigen Weg" und betont: "Ich werde hier bis zum Ende voll durchziehen." Seine Mannschaft informierte Heß am Montagabend vor dem Training über seine Entscheidung. "Das kam schon überraschend für die Jungs", sagte Heß.
Mit ihm zusammen wird wohl auch sein Bruder und Co-Trainer Alexander den Weg zum Nachbarn antreten. "Das wäre mein großer Wunsch", sagte Oliver Heß. Die finalen Gespräche zu dieser Frage stehen aber noch aus. "Alex ist mir eine wahnsinnige Hilfe und mit meinem Bruder kann ich ganz anders reden", sagte Heß. Unabhängig davon wird er sofort in die Kaderplanung beim TSB involviert. Bei den Horkheimern laufen viele Spielerverträge am Saisonende aus, weshalb die Trainerfrage schnell geklärt sein musste.
Weinsberg sucht nach der bestmöglichen Lösung
Die stellt sich jetzt stattdessen beim Nachbarn in Weinsberg. Das Anforderungsprofil für den Heß-Nachfolger ist eindeutig: die sukzessive Integration der talentierten Jugendspieler in das Oberliga-Team. Mit einer internen Lösung? "Mit der bestmöglichen Lösung", sagt Abteilungsleiter Marco Horst.
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