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Pro & Contra zur DFB-Abwehr: Ist Nico Schlotterbeck ein Sicherheitsrisiko?

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Der BVB-Innenverteidiger wird im EM-Achtelfinale gegen Dänemark als Ersatzmann für den gesperrten Jonathan Tah in die deutsche Abwehrkette rücken. Da schlottern so manchem Fan die Knie, oder? Unsere Kollegen sind unterschiedlicher Ansicht.

Nico Schlotterbeck beim Kopfballduell mit dem Schweizer Kwadwo Duah. Beim 1:1 im letzten Gruppenspiel war der Verteidiger nach rund einer Stunde für Jonathan Tah eingewechselt worden − Testbetrieb wegen der Tah-Gelbsperre.
Nico Schlotterbeck beim Kopfballduell mit dem Schweizer Kwadwo Duah. Beim 1:1 im letzten Gruppenspiel war der Verteidiger nach rund einer Stunde für Jonathan Tah eingewechselt worden − Testbetrieb wegen der Tah-Gelbsperre.  Foto: Federico Gambarini

Pro

Von Andreas Öhlschläger

Blicken wir zwei Jahre zurück: Juni 2022, das deutsche Nations-League-Duell mit England. Harry Kane stürzte kurz vor Schluss über den Fuß von Nico Schlotterbeck und traf dann per Strafstoß zum 1:1. In den Medien stand der Verteidiger nach seinem unbedachten Einsteigen als "Elfer-Tölpel" da, denn ein solches Malheur war ihm zuvor schon im Test gegen Israel passiert. Lang her! Okay.

März 2024, ein Frankfurter Bundesligator in Dortmund, harte Kritik von DAZN-Experte und Ex-Nationalstürmer Fredi Bobic: "Nico Schlotterbeck kann nicht vordecken, wenn hinter ihm alles frei ist, der ganze Raum. Es sind noch 50 Meter bis zum Tor. Hummels steht seitlich davon. Das darfst du als Innenverteidiger nicht machen!"

Ja, Schlotterbeck hat kürzlich das Champions-League-Finale bestritten. Und er war richtig gut. Aber der 24-Jährige hat ein gewisses Talent für Momente, die schief gehen. Er schwankt zuweilen zwischen Genie und Wahnsinn. Nicht nur von Spiel zu Spiel, sondern von Minute zu Minute. Ein verlässlicher Stabilisator fürs EM-Achtelfinalduell mit Dänemark ist Nico Schlotterbeck nicht.


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Einer fehlt ganz sicher, einer vielleicht: Jonathan Tah (rechts) ist im Achtelfinale gesperrt, der Einsatz von Antonio Rüdiger ist wegen seiner Muskelzerrung fraglich.
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Contra

Von Florian Huber

EM-Schlotterknie wegen Schlotterbeck? Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Nico Schlotterbeck hat als Innenverteidiger von Borussia Dortmund gerade erst auf dem Weg ins Champions-League-Finale auf internationalem Parkett überzeugt (und übrigens auch dort). Für einen 1,91 Meter-Mann, der seine Klasse auf der großen Vereinsbühne nachgewiesen hat, dürfte ein EM-Achtelfinale gegen Dänemark dann doch kein Problem sein. Eine Abwehrkette ist nur im Verbund stark, deshalb können die gesetzten und erfahreneren Mitspieler um den 24-Jährigen herum dafür sorgen, dass dieser überhaupt nicht Gefahr läuft, zum Sicherheitsrisiko zu werden.

Die klare, vorab kommunizierte Rollenverteilung von Bundestrainer Julian Nagelsmann macht es doch jetzt einfacher für den bisherigen Ersatzmann. Der wusste schon vor Wochen, dass die Kollegen Tah und Rüdiger gesetzt sind. Kurzfristiger Bank-Frust vorm EM-Start konnte so nicht aufkommen, dafür um so mehr Lust, jetzt vor allem bei Standardsituationen da zu sein. Weder offensiv, noch defensiv waren diese bisher eine deutsche Stärke.

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