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Hat es Bayern München drauf, die Champions League zu gewinnen?

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Holen die Bayern den Titel in der Königsklasse? Unsere Autoren sind unterschiedlicher Meinung, was die Titelperspektive anbelangt. 

Diesem Pokal gelten alle Sehnsüchte: der Henkelpott, den der Final-Triumphator in der Champions League überreicht bekommt. 2025 holte sich Paris Saint-Germain die Trophäe, 2026 wollen die Bayern nur allzu gerne die Silberware einsammeln.
Diesem Pokal gelten alle Sehnsüchte: der Henkelpott, den der Final-Triumphator in der Champions League überreicht bekommt. 2025 holte sich Paris Saint-Germain die Trophäe, 2026 wollen die Bayern nur allzu gerne die Silberware einsammeln.  Foto: Tom Weller

Viel auszusetzen gibt es an den bisherigen Vorstellungen des FC Bayern in der laufenden Champions-League-Saison nun wirklich nicht. Das Team von Trainer Vincent Kompany gewann elf seiner zwölf Partien und musste sich einzig Ende November 2025 im Spitzenspiel der Ligaphase beim FC Arsenal geschlagen geben (1:3). Nun steht das Halbfinal-Hinspiel im Gigantenduell mit Paris an. Holen die Bayern den Titel? Was spricht dafür? Was dagegen?

Pro: Die Bayern sind genauso stark wie 2013 und 2020

Von Florian Huber

Die letzten Wochen waren Beweis genug, dass sich der FC Bayern München von nichts und niemandem aufhalten lässt. Nicht in Deutschland und nicht in Europa. Die Bayern 2026 sind mindestens so gut wie die Triple-Vorgänger aus dem Jahr 2013 unter Jupp Heynckes und 2020 unter Hansi Flick. Trainer Vincent Kompany ist es gelungen, aus lauter überragenden Individualspielern eine harmonierende, geschlossene Einheit zu bilden. 

Dass nun mit Paris der stärkstmögliche Halbfinal-Gegner wartet, ist ein Vorteil, weil im Rückspiel daheim – ähnlich wie gegen Real – die Wucht der Fans den Ausschlag geben kann. Im Duell zweier spielfreudiger Teams wird die Offensive am Ende entscheiden – und genau die ist beim FCB die beste im Vergleich mit PSG, Arsenal und Atletico Madrid.

Michael Olise und Harry Kane wollen schon vor der WM zeigen, dass sie auch internationale Titel holen können. Als Champions-League-Sieger wären beide – weitere Erfolge bei der WM vorausgesetzt – heiße Anwärter bei der Suche nach dem nächsten Weltfußballer. Diese Bayern-Mannschaft strahlt eine Aura der Unbesiegbarkeit aus, die durch die zwei Erfolge gegen Real Madrid nur noch verstärkt wurde. Das Gefühl der Unbesiegbarkeit wird den FC Bayern auch zu den Titeln zwei und drei tragen. 

Contra: Die Bayern-Abwehr ist zu anfällig 

Von Andreas Öhlschläger 

Es ist zuletzt viel auf die Seite des FC Bayern gekippt, obwohl es zwischendrin nicht so ausgesehen hatte. Der 4:3-Sieg in Mainz nach 0:3-Rückstand. Die Meisterfeier beim Heimsieg gegen den VfB Stuttgart trotz 0:1-Rückstand. Das Weiterkommen im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid nach dem schlimmen Torwartpatzer von Manuel Neuer zum Blitz-0:1. Es gibt aber kein Gesetz, das Münchner Happy Ends festschreibt. Der FC Bayern hat eine gewisse defensive Anfälligkeit. Und irgendwann geht es entscheidend schief. Wenn nicht im Halbfinale gegen Champions-League-Titelverteidiger Paris St. Germain, dann im Endspiel.

Fraglos haben die Münchner eine aufregend torgefährliche Offensive, aber es gibt nicht ohne Grund die alte Sport-Weisheit: „Offense wins games, defense wins championships.“  Es braucht eine richtig starke Abwehr für die ganz großen Titel. 

Auch der unter Trainer Hansi Flick spektakulär stürmende FC Barcelona gewinnt die Champions League nicht. Im Viertelfinale kam das Aus – so wie im Halbfinale der Vorsaison in den beiden Torflut-Partien gegen Inter Mailand (3:3, 3:4). Der Münchner Trainer Vincent Kompany ist ebenfalls kein Maurermeister. Das ist schön, verhindert aber den Königsklassen-Triumph. 

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