Stimme+
Fußball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Rücktritt: Walter Thomae nicht mehr Trainer der Neckarsulmer Oberliga-Fußballer 

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Fußballlehrer Walter Thomae zieht die Konsequenzen aus Platz 16 und verlässt die Sport-Union Neckarsulm. Vorerst übernimmt ein Trio auf dem Pichterich.

Lautstarke Kommandos geben künftig andere: Walter Thomae ist nicht mehr Trainer in Neckarsulm.
Lautstarke Kommandos geben künftig andere: Walter Thomae ist nicht mehr Trainer in Neckarsulm.  Foto: Bertok, Alexander


Anstatt das Abschlusstraining vor dem WFV-Pokal-Achtelfinale der Sport-Union Neckarsulm gegen den SSV Ulm zu leiten, wird sich Walter Thomae am Montagabend von den Oberliga-Fußballern verabschieden. Am Samstag hat der Trainer dem Sportlichen Leiter Thorsten Damm seinen Entschluss mitgeteilt, von seinem Amt zurückzutreten. „Freitagabend hat er angeknockt gewirkt“, sagt Thorsten Damm. Die schwache Leistung beim 1:2 gegen die TSG Backnang im Kellerduell war ein Wirkungstreffer zu viel. 

Walter Thomae wusste schon am Freitag auf dem Heimweg von Neckarsulm nach Unterriexingen, dass dies sein letztes Spiel als Trainer im Unterland war. Die geplante Einheit am Samstagvormittag wurde nach der bitteren Heim-Pleite kurzfristig abgesagt. „Das hätte nach der großen Enttäuschung keinen Sinn gemacht“, sagt Thomae. Ebenso wenig ein Krisengespräch mit den Vereinsverantwortlichen. Das gab es am Wochenende nicht mehr. Thomae machte die Entscheidung über seinen Abgang nur mit einem aus: Walter Thomae. Der Trainer hatte offenbar das Gefühl, Teil des Problems zu sein – und nicht der Lösung. 

 

Neckarsulm steckt als Drittletzter im Abstiegskampf 

 „Ich übernehme die Verantwortung für die vergangenen vier Monate“, verweist Thomae auf die Oberliga-Tabelle. Neckarsulm ist Drittletzter, hat nur 14 Zähler in 15 Spielen gesammelt. „Das ist zu wenig. Ich bin an den Ergebnissen gescheitert“, sagt Walter Thomae. Das Experiment mit dem ersten Vollzeit-Trainer in Neckarsulm damit ganz sicher auch. Wiederholung eher ausgeschlossen. 

Dass Thomae als langjähriger Trainer von Nachwuchsprofis beim VfB Stuttgart aufgrund zu hoher Ansprüche gegenüber den Oberliga-Feierabend-Kickern an seine Grenzen stieß, das sieht Thomae nicht so. „Auch ich hatte diesen Eindruck nicht“, sagt der Sportliche Leiter Thorsten Damm. Woran ist der Fußballlehrer Thomae gescheitert, außer an den Ergebnissen? Kritik am Trainer aus der Mannschaft habe es nicht gegeben, sagt der Sportliche Leiter.


Mehr zum Thema

Fußball Oberliga FSV Hollenbach (blau) - 1. CfR Pforzheim Hannes Scherer (rechts) - Marco Specht
Stimme+
Fußball
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Situation beim FSV Hollenbach wird brenzlig


Ein roter Faden in dieser Neckarsulmer Saison: Immer wieder bricht die Mannschaft nach guten Phasen komplett ein. Zum Beispiel auch am Freitag nach der 1:0-Führung gegen Backnang. „Wenn man dafür keine Erklärungen findet, dann muss ein neuer Impuls auf der Trainer-Position her“, sagt Walter Thomae. Der 55-Jährige stellte sich auffallend oft vor sein Team, nahm Niederlagen auf seine Kappe. Dem Team wird durch den Rücktritt nun ein Alibi genommen. Vor dem Backnang-Spiel soll es zudem zu Undiszipliniertheiten gekommen sein. Thomae will dazu nichts sagen, die Startelf am Freitag sah allerdings tatsächlich anders aus als zuletzt. 

 

Tristesse vor dem Fußball-Feiertag 

Versucht hat der einstige Drittliga-Trainer des VfB Stuttgart einiges in den vergangenen Wochen, um die Wende zu schaffen. Viele Einzelgespräche geführt. Jene Akteure aufgestellt, die schon länger miteinander gespielt haben. „Wenn alles nichts bringt, gehen dir irgendwann die Hebel aus“, sagt Thomae. Der Zeitpunkt des Rücktritts – mitten in einer Englischen Woche mit dem Feiertags-Bonusspiel im WFV-Pokal am Dienstag (14 Uhr) gegen den deutlichen Regionalliga-Tabellenführer SSV Ulm – wirkt etwas unglücklich. „Man merkt als Trainer, wenn es vorbei ist“, sagt Thomae: „Für mich geht es da um Haltung und nicht darum, etwas in die Länge zu ziehen.“ Zudem sei die Liga viel wichtiger als der Pokal. „Der Fokus muss komplett auf der Liga liegen. Das Spiel am Freitag in Pforzheim in der Oberliga ist deutlich wichtiger“, sagt Thomae. Wer folgt nun auf ihn?

Ein Trio übernimmt wohl bis zur Winterpause

Robin Neupert und Nikola Grgic werden die Mannschaft am Dienstag betreuen, assistiert vom Sportlichen Leiter Damm. „Ich glaube, dass es eine langfristige Lösung erst im Winter gibt“, sagt Damm über das Interims-Trio.

Am Dienstag will Thomae sich das Neckarsulm-Spiel per Livestream anschauen, am Abend geht es zur Lieblingsband BAP in die Schleyerhalle nach Stuttgart. Zum Kölschen Grundgesetz gehört ja auch Artikel drei, wonach noch immer alles gutgegangen ist. Thomae wünscht sich genau dies in Sachen Oberliga-Klassenerhalt für die Sport-Union Neckarsulm.

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben