Der FSV Hollenbach und die Sache mit den Grundsätzlichkeiten
Hinrunden-Endspurt: Oberligist FSV Hollenbach empfängt am Samstagnachmittag Aufsteiger FC Zuzenhausen in der Jako-Arena. Trainer Reinhard Schenker muss seine Startelf einmal mehr umbauen.

Grundsätzlich hat es der Hinrunden-Endspurt in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg – ganz im Gegensatz zum Verletzungspech – in diesem Jahr gut gemeint mit dem FSV Hollenbach. Warten doch in den zwei verbleibenden Partien an den nächsten beiden Wochenenden zwei Aufsteiger aus dem Tabellenkeller auf die Hohenloher um Trainer Reinhard Schenker.
Den Anfang macht am Samstag (14.30 Uhr) der FC Zuzenhausen, bevor es am übernächsten Wochenende zum Kräftemessen bei Calcio Leinfelden-Echterdingen kommt, das nach dem Rücktritt von Trainer Francesco Di Frisco derzeit jedoch ganz andere Sorgen als seine Tabellensituation hat.
Trügerische Tabelle: FSV und FCZ trennen nur fünf Punkte
Der FCZ aus dem Kraichgau wird als Tabellen-15. in der Jako-Arena gastieren. Genau dort also, wo der FSV vor zwei Wochen der TSG Balingen seine erste Auswärtsniederlage der Saison zugefügt hatte. Auf dem Papier also eine klare Sache: Wer zu Hause gegen Balingen gewinnt, muss auch zu Hause gegen Zuzenhausen gewinnen. Doch so einfach ist es nicht, wie Reinhard Schenker warnend betont.
Denn der Hollenbacher Trainer hat das große Ganze im Blick: „In der Tabelle ist das alles noch relativ eng beieinander, da kann schnell viel passieren“, sagt der 36-Jährige angesichts von nur fünf Punkten, die den Neunten aus Hohenlohe vom 15. aus dem Kraichgau trennen. „Grundsätzlich sollte es aber unser Anspruch sein, am Samstag die drei Punkte zu holen.“
Nach den Top-Spielen warten die Aufsteiger
Da sind sie also wieder, die Grundsätzlichkeiten beim FSV Hollenbach. Nach den Top-Spielen gegen Balingen (2:0) und bei Spitzenreiter Sonnenhof Großaspach (0:3) sind die Hohenloher weiter im Soll, könnten sich mit zwei Siegen zum Ausklang der Hinrunde nun jedoch noch ein Polster auf die ungeliebten Tabellenregionen verschaffen.
„Jeder ist sich bewusst, dass wir aktuell gut dastehen, aber auch noch Punkte brauchen, um mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen zu können“, sagt Reinhard Schenker und sieht keine Gefahr, dass sein Team nach den Duellen mit den Hochkarätern der Liga nun gegen die vermeintlich Kleinen den Fokus oder die Konzentration verliert.
Langfristiger Ausfall von Niklas Breuninger
Vor allem Hannes Scherer dürfte es daran nicht mangeln. Dem Angreifer, der in den vergangenen drei Monaten einen Teilriss der Patellasehne auskuriert hat, stellt Schenker gegen Zuzenhausen einen Startelf-Einsatz in Aussicht. „Er ist natürlich noch nicht da, wo er sein kann, aber fit genug, um, wenn es sein muss, 90 Minuten zu spielen“, betont der Trainer, der mit dem 27-Jährigen die Abwesenheit von Niklas Dörr (Gelb-Rot-Sperre) ausgleichen wird.

Neben Dörr wird auch Niklas Breuninger fehlen – und zwar langfristig. Seine im Spiel gegen Balingen ausgekugelte Schulter hat eine Operation nötig gemacht. „Um mögliche Folgeschäden zu verhindern“, wie Schenker erklärt. Dörr wird somit vier bis sechs Monate fehlen.
Innenverteidiger-Duo nicht in Stein gemeißelt
Ebenfalls mit Schulterproblemen war in dieser Spielzeit auch schon Arne Schülke ausgefallen. Kapitän Sebastian Schiek hatte den 26-Jährigen in dieser Zeit im Abwehrzentrum ersetzt. Zuletzt hatte das Duo dann gemeinsam das Innenverteidiger-Duo gebildet und es „super gemacht“, wie es ihnen ihr Trainer attestierte, obwohl Schiek das erste Gegentor im Aspacher Fautenhau auf seine Kappe hatte nehmen müssen – und das auch tat. „Es ist aber keine dauerhafte Entscheidung für dieses Innenverteidiger-Duo gefallen“, schränkt Reinhard Schenker ein.
Der Trainer möchte sich seine taktische Flexibilität bewahren und hat dabei auch den physisch starken Jonas Limbach auf dem Zettel, der zuletzt im Zuge der verletzungsbedingt notwendig gewordenen Personalrochaden ins Mittelfeld gerückt war. Wer am Samstag wo im Abwehrverbund zum Einsatz kommen wird, verrät Schenker im Vorfeld nicht. Hier gilt: Nichts Grundsätzliches.
Schiek gegen Schieck
Während beim FSV Hollenbach ein Schiek verteidigt, sitzt beim FC Zuzenhausen ein Schieck auf der Bank. Steffen Schieck, dem Trainer des Aufsteigers, wird in der Jako-Arena die Erfahrung des Gelb-Rot-gesperrten Dennis Bindnagel (45) fehlen.Im Mittelfeld des FCZ läuft fast alles über Christopher Wild, der mit neun Treffern zudem bester Torschütze der Kraichgauer ist. „Das ist eine robuste Mannschaft mit einem kampfbetonten Spiel, wo wir dagegenhalten müssen“, sagt FSV-Trainer Reinhard Schenker.


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