Spieler der TSG Öhringen sind geschockt: Tobias Weis verlässt den Verein
Fußball-Landesligist TSG Öhringen mischt nach einem 4:0-Sieg gegen die SpVgg Gröningen-Satteldorf weiter im Aufstiegsrennen mit. Für Schlagzeilen sorgt jedoch der Trainer: Tobias Weis zieht es zurück in seine Geburtsstadt.

Ob dem aufgestiegenen Fußball-Landesligisten TSG Öhringen am Saisonende tatsächlich der direkte Durchmarsch in die Verbandsliga gelingen wird, lässt sich nach der am vergangenen Wochenende zu Ende gegangenen Hinrunde noch nicht seriös voraussagen. Nach dem 4:0 (1:0)-Heimsieg gegen die SpVgg Gröningen-Satteldorf am Samstagnachmittag sind die Aufstiegschancen der Hohenloher dazu immerhin nicht schlechter geworden.
Noch besser sind die Aussichten, zukünftig in der Verbandsliga aktiv zu sein, allerdings für TSG-Trainer Tobias Weis. Denn am Freitagabend haben die Sportfreunde Schwäbisch Hall über die sozialen Medien im Internet die Verpflichtung des 40-Jährigen als Nachfolger ihres im Sommer nächsten Jahres scheidenden Chef-Trainers Thorsten Schift bekanntgegeben.
Verbandsliga-Aussichten von Trainer Tobias Weis haben sich erhöht
Und obwohl die Haller als Tabellen-13. derzeit mittendrin stecken im Abstiegskampf der sechsten Liga, sind sie doch aktuell das, was die TSG erst noch werden möchte: Verbandsligist. Weis hatte die Öhringer um den Sportlichen Leiter Mert Sipahi frühzeitig ins Boot geholt, so dass die Bekanntgabe des Abschieds zwar für die Mannschaft, nicht aber für die Verantwortlichen überraschend gekommen war.
„Mir ist es auch sehr, sehr schwergefallen, weil wir hier in den zweieinhalb, drei Jahren etwas zusammen aufgebaut haben.“
Tobias Weis
„Wir hatten eine längere Besprechung, und da war erst mal 20 Sekunden Totenstille. Ich glaube, die meisten waren schockiert, weil wirklich keiner etwas wusste. Mir ist es auch sehr, sehr schwergefallen, weil wir hier in den zweieinhalb, drei Jahren etwas zusammen aufgebaut haben“, sagt Weis. Nicht verhehlen will der ehemalige Bundesliga-Profi aber auch, dass ihm die Sportfreunde eine Herzensangelegenheit sind.
Weis stand bereits seit längerer Zeit mit den Sportfreunden in Kontakt
„Ich war schon über einen längeren Zeitraum mit Ralph Schön und Martin Kleinschrodt (die Sportdirektoren der Sportfreunde, Anm. d. Red.) in Kontakt und habe die Sportfreunde immer verfolgt, weil ich dort als kleiner Bub schon in der F- und E-Jugend gespielt habe. Wir hatten gute Gespräche, und für mich ist das der nächste Schritt“, erklärt Weis.

Tobias Weis wurde in Schwäbisch Hall geboren und war von 1993 bis 1996 für die Sportfreunde aktiv, bevor er in den Nachwuchsmannschaften des VfB Stuttgart zum Profi reifte. Für die TSG Öhringen und Mert Sipahi geht nun die Suche nach einem Nachfolger los.
TSG Öhringen hat nun genügend Zeit um zu reagieren
„Es ist alles sehr professionell abgelaufen. Tobi hat uns seinen Abschied sehr früh mitgeteilt, so dass wir jetzt über die Rückrunde Zeit haben, einen neuen Trainer zu finden“, sagt der 34-jährige Sipahi. „Es war uns schon seit Tag eins als Tobi hier war bewusst, dass man für andere Vereine immer interessant ist, wenn man so einen Namen hat wie er“, sagt Sipahi.
„Uns war klar, dass früher oder später wahrscheinlich ein Angebot kommen wird, bei dem es ihn vielleicht dann doch kitzelt und er sagt: Ich brauche eine neue Herausforderung.“
Mert Sipahi
Die zwei zurückliegenden Erfolgsjahre unter Weis mit zwei Meisterschaften, dem Aufstieg in die Landesliga und aktuell mit Platz drei nach einer guten Hinrunde haben Begehrlichkeiten geweckt. „Uns war klar, dass früher oder später wahrscheinlich ein Angebot kommen wird, bei dem es ihn vielleicht dann doch kitzelt und er sagt: Ich brauche eine neue Herausforderung“, gibt Sipahi zu, über Weis’ Wechselwunsch nicht gänzlich überrascht gewesen zu sein.
TSG Öhringen verliert „einen super Typen und Trainer“
Die TSG verliere in dem Ex-Nationalspieler nicht nur „einen super Typen und Trainer“, sondern auch einen menschlich feinen Charakter. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe, aber bis dahin ist es ja noch eine kleine Weile hin“, unterstreicht Tobias Weis dementsprechend, worauf bis zum Sommer sein Fokus liegt. Bis dahin kann Mert Sipahi als Sportlicher Leiter hingegen mit der Suche eines Nachfolgers nicht warten.
„Wir suchen jemanden, der an die Marschrichtung anknüpft, die Tobi in den dann drei Jahren vorgegeben hat“, umreißt Sipahi das Anforderungsprofil. „Aber natürlich ist jeder Trainer und jede Person individuell und muss sein eigenes Ding ein Stück weit durchziehen. Wir schauen dann, dass wir die passenden Spieler zu dem System des neuen Trainers finden.“ Es bleibt also spannend in Öhringen. Sportlich sowieso, doch seit dieser Woche auch personell.
4:0-Sieg war nicht immer ansehnlich
Die Personalie Weis drängte das Spiel gegen die SpVgg Gröningen-Satteldorf ein wenig in den Hintergrund. Nicht immer ansehnlich, nach 90 Minuten bei ungemütlichen Witterungsbedingungen aber erfolgreich, löste die TSG ihre Pflichtaufgabe dennoch. Im Otto-Meister-Stadion erzielten Lorik Makolli (42./78. Minute), Volkan Demir (52.) und Dionysios Pantelis (72.) die Treffer für die Gastgeber.

„Riesenrespekt an meine Jungs: Obwohl der Platz sehr schwer zu bespielen war, haben wir versucht, Fußball zu spielen. Wir haben uns zwar in der ersten Hälfte schwergetan, richtige Chancen herauszuspielen, aber nichtsdestotrotz über das gesamte Spiel nur eine gefährliche Chance nach einem Standard zugelassen“, sagte Tobias Weis. „Wir sind über das gesamte Spiel besser gewesen.“
Tolle Halbfeld-Flanke von Mert Sipahi bringt die Führung
36 Minuten lang war kaum etwas vor den beiden Toren passiert. Erst eine Doppelchance von Lorik Makolli (36.) sorgte für Gefahr. Der 24-Jährige war es dann auch, der in eine tolle Mert-Sipahi-Halbfeld-Flanke lief und zur Führung einköpfte.
Nach der Pause stand im Strafraum-Getümmel dann Volkan Demir an der richtigen Stelle, um auf 2:0 zu stellen. Am 3:0 durch Dionysios Pantelis hatte Sipahi ebenfalls großen Anteil, hatte er einen Eckball doch mustergültig auf den Kopf des Griechen gezirkelt. Mit einem rechts unten sicher verwandelten Handelfmeter besorgte Makolli schließlich den Endstand.
TSG Öhringen: Brutzer – Helming, Schropp, Jankowski, Ceesay (78. Ipek) – Sipahi (76. Stegmeier), Egner, Cosentino (82. Darii), Makolli (78. Maier) – Pantelis, Demir (76. Hergüngezer).
SpVgg Gröningen-Satteldorf: Kostan – Rau, Wacker, Belesnai, Erhardt – Tekorius (46. Paulo), Eiberger (70. Schlageter), Weihbrecht – Utz, Yerlikaya, Konrads (58. Eberlein).
Tore: 1:0 (42.) Makolli, 2:0 (52.) Demir, 3:0 (72.) Pantelis, 4:0 (78./Handelfmeter) Makolli.
Schiedsrichter: Finn Kittelmann.
Zuschauer: 100.
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