FSV Hollenbach fremdelt weiter in der Oberliga – "Haben blöde Fehler gemacht"
Oberligist Hollenbach verliert beim abstiegsgefährdeten FSV 08 Bissingen mit 0:2 und leidet weiter unter Rhythmusproblemen. Manager Karlheinz Sprügel spricht von "blöden Fehlern".

Die Hand von Lorenz Minder ging vors Gesicht. Der Blick in Richtung Boden. Ganz deutliche Gesten der Enttäuschung. Ja, die Spieler des FSV Hollenbach mussten sich an die eigene Nase fassen. Wieder einmal war für sie am Bruchwald in Bietigheim-Bissingen nichts zu holen. Der dort heimische FSV 08 behielt die drei Punkte durch einen 2:0-Sieg bei sich. Drei wichtige Punkte im Oberliga-Abstiegskampf. Die Hollenbacher verpassten es, sich eine bessere Ausgangsposition für das nächste Spiel zu verschaffen, das Topspiel an Ostersamstag gegen den Tabellenführer SG Sonnenhof Großaspach.
"Ja, sicher war es ein schwieriger Platz", sagte Kapitän Marius Uhl über den ungeliebten Kunstrasen, auf dem gespielt wurde, auf dem nicht jeder Hollenbacher die nötige Standfestigkeit hatte. "Aber das sind immer die gleichen Ausreden. Wir bekommen es auswärts derzeit einfach nicht hin, spielen ideenlos, machen zu viele Fehler, laden den Gegner immer wieder ein und machen ihn stark. Das wird dann auch bestraft."
Fußball-Oberliga: Dem Hollenbacher Spiel mangelt es an Tempo
Zu unrhythmisch tritt der FSV Hollenbach seit der Winterpause auf, zu wechselhaft sind die Leistungen. "Wenn die Basis fehlt, die Zweikampfhärte, dann geht es nicht, dann reicht es nicht gegen eine Mannschaft, die ums Überleben kämpft", meinte Trainer Martin Lanig. "Aber, ich weiß nicht genau, wie ich es ausdrücken soll, jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass er mit der richtigen Einstellung ins Spiel geht, wenn er etwas erreichen will." Und so feierten die Bissinger ihrer ersten Sieg nach fünf Spielen. Weil sie präsenter waren in den Zweikämpfen, aggressiver und effektiver. Hollenbach fand zu keiner Zeit in sein gewohntes Tempospiel, brauchte zu lange, agierte zu unpräzise.
Die Gastgeber schienen hingegen zu wissen, um was es geht. Vor dem Spieltag waren sie gar auf den drittletzten Rang abgerutscht. "Es war heute keine Vorgabe, schön zu spielen", sagte Trainer Simon Wörner. "Es ging einfach darum, zu gewinnen. Alles in allem war es ein verdienter Sieg." Denn sein Team hätte in der Anfangsphase bereits in Führung gehen können. Doch zunächst fanden die Hollenbacher immer ein Mittel, bekamen einen Fuß dazwischen, bevor es richtig gefährlich wurde.
FSV Hollenbach kommt besser ins Spiel
So überstanden die Gäste die erste Drangperiode von rund zehn Minuten. Und als sie gerade etwas besser im Spiel waren, langsam mehr Zweikämpfe gewannen, blockte Uhl (16.) gerade noch gegen Pero Mamic. Ansonsten spielte sich nun viel im Mittelfeld ab. Es war, wie man so sagt, ein Abnutzungskampf. Aus diesem schied Torhüter Thomas Bromma schon in der 24. Minute aus - ohne Fremdeinwirkung nach einer Flanke. "Es ist wohl eine Leistenzzerrung", meinte Lanig. Da kein Physiotherapeut dabei war, nahm er Bromma sicherheitshalber vom Feld. Marc Goeltenboth kam rein.
Nach rund einer halben Stunde hätte die Partie kippen können. Nun hatte Hollenbach öfter den Ball und kam auch zu Möglichkeiten. Aber Torhüter Sven Burkhardt war bei einem Schuss von Hannes Scherer aus spitzem Winkel mit dem Fuß zur Stelle. In der 44. Minute klärte dann Goeltenboth an der Strafraumgrenze vor Nesreddine Kenniche.
FSV Hollenbach verliert – Keklik trifft freistehend für die Gastgeber
Bissingen kam deutlich aggressiver aus der Kabine und übernahm sofort das Kommando. In der 47. Minute rettete Niklas Breuninger gerade noch vor Mamic, dann stand Scherer richtig und lenkte einen Schuss von Sirianni mit dem Kopf über die Latte. Beim Eckball stand Steven Kellik dann völlig frei. Am Fünfmetereck köpfte er das 1:0 - da hatte die Gäste-Defensive nicht gut ausgesehen.
Rund zehn Minuten nach der Führung vergab Nesreddine Kenniche die nächste Bissinger Chance. Marius Uhl und Jonas Limbach warfen sich allerdings in seinen Schuss und blockten. Erst in der 66. Minute tauchten die Hohenloher mal wieder gefährlich vor dem Tor auf, doch Burkhardt stand richtig, als es Uhl aus spitzem Winkel versuchte. In der 75. Minute ging Lorenz Minder nach einem langen Ball durch, legte zurück, doch wieder reagierte Burkhardt hervorragend und lenkte den Schuss von Rico Hofmann zur Ecke. In der 88. Minute fiel dann die Entscheidung, nachdem Roman Kasiar der Gästeabwehr entwischte und Goeltenboth seinen Schuss nicht richtig abwehren konnte. Kasiar lief durch und schob den trudelnden Ball über die Linie.
"Es war zu wenig heute", meinte Manager Karlheinz Sprügel. "Wir haben jegliche Aggressivität vermissen lassen und haben blöde Fehler gemacht. Mit der Leistung können wir nicht zufrieden sein."
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