Chelsea-Leihe zu Werder Bremen: Mara Alber schwärmt von London, braucht aber Spiele
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Mara Alber hat ihren Wechsel von der TSG Hoffenheim zum FC Chelsea nicht bereut, obwohl die Stockheimerin in London noch nicht zum Zug kam. Das Training bei einem Top-vier-Club Europas und das Leben in der Metropole an der Themse hat sie aber beeindruckt.
Lediglich in Testspielen wie in der Vorbereitung bei Ajax Amsterdam Vrouwen hat Mara Alber bisher das Trikot des FC Chelsea getragen.
Foto: Imago/Leonie Kiehl
Mit einer Leihe hatte Mara Alber schon seit Längerem geliebäugelt. Beim FC Chelsea kam die 20-jährige Stockheimerin seit ihrem Wechsel von der TSG Hoffenheim nach England im Sommer nicht zum Zug. Obwohl die Londonerinnen national und international noch in vier Wettbewerben dabei sind, stand die Offensivspielerin insgesamt nur zwei Mal überhaupt im Spieltags-Kader, zum Einsatz kam sie nicht.
Die Leihe zum SV Werder Bremen zurück in die Frauenfußball-Bundesliga ging dann aber doch recht schnell über die Bühne. Weihnachten und Silvester hatte Alber noch zu Hause bei ihrer Familie und Freunden gefeiert, weil Chelseas Trainerin Sonia Bompastor ihren Spielerinnen ein paar Tage frei gegeben hatte, an Dreikönig stand sie dann das erste Mal am Osterdeich in Bremen beim Training des SVW auf dem Platz.
Mara Alber schwärmt von den professionellen Bedingungen beim FC Chelsea
Mit dem Wechsel zu Werder erhofft sich Mara Alber mehr Spielzeit. „Das Trainingsniveau bei Chelsea hat mich sehr weiter gebracht. Das war eine coole Erfahrung und hat bei meiner Entwicklung geholfen“, berichtet die 20-Jährige. Vor allem die Professionalität in London habe sie beeindruckt. „Es wurde immer alles für einen gemacht. Auch die Plätze waren immer perfekt, man konnte richtig gut arbeiten“, erzählt sie weiter.
„Jeden Tag gegen die Top-Verteidigerinnen der Welt zu bestehen, ins Eins-gegen-Eins zu gehen und zu trainieren, hat mich in allen Belangen weitergebracht.“Mara Alber
Aber auch das Training sei jeden Tag eine neue Herausforderung gewesen. „Im Kader des FC Chelsea stehen fast nur A-Nationalspielerinnen. Jeden Tag gegen die Top-Verteidigerinnen der Welt zu bestehen, ins Eins-gegen-Eins zu gehen und zu trainieren, hat mich in allen Belangen weitergebracht – Handlungsschnelligkeit oder Fokus, dass jeder Kontakt sitzt. Denn wenn ein Kontakt nicht sitzt, ist der Ball sofort weg“, berichtet Alber.
Stockheimerin will über Umweg Werder Bremen bei Chelsea den Durchbruch schaffen
Das Einzige, was gefehlt hat, waren Einsätze in Pflichtspielen. „Ich bin nicht mit dem Gedanken nach London gewechselt, direkt Stammspielerin zu werden. Denn der Kader ist extrem gut besetzt und auch groß“, erklärt die Stockheimerin. „Aber egal war es mir natürlich auch nicht, dass ich nicht gespielt habe. Ich bin ehrgeizig, und mein Ziel ist es, mich in Chelsea durchzusetzen. Der FC ist einer der Top-vier-Clubs in Europa. Deshalb habe ich den Wechsel auch nicht bereut.“
Auch London hat die junge Frau aus dem Zabergäu fasziniert. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt, finde die Stadt immer noch richtig schön und freue mich darauf, hoffentlich wieder dort zu leben“, berichtet Mara Alber. „Ich komme ja vom Dorf und ich mag das Dorfleben. Deshalb möchte ich nicht für immer in einer Großstadt leben. Aber es ist auch wirklich cool, in einer Stadt zu leben.“ Denn man merke schon, wie riesig die Stadt ist – schon alleine daran, wie lange man braucht, von einem Ende zum anderen zu fahren. Und gerade in der Vorweihnachtszeit war London voller Touristen.
London hat der 20-Jährigen auch als Stadt unheimlich gefallen
„Aber London ist unheimlich schön – nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern die Gebäude an sich. Ich bin gerne einfach durch die Straßen gelaufen“, erklärt die 20-Jährige. Auch die Erfahrung, dass man nicht den Fahrplan von Bus und Bahn im Kopf haben müsse, ist etwas, was Alber nicht vergessen wird: „Die U-Bahn beispielsweise kommt alle zwei Minuten.“
Außerdem sei das kulinarische Angebot faszinierend gewesen. „Das Essen ist cool. Man hat von allem Auswahl“, sagt Alber. „Ich glaube, man könnte 50 Jahre dort leben und hat noch nicht alles ausprobiert.“ Mit dem englischen Essen wie dem Frühstück, bestehend unter anderem aus Würstchen, gegrillten Tomaten, Bohnen (Baked Beans), Pilzen und Rösti (Hash Browns), wurde sie jedoch nicht wirklich warm. Um diese Produkte machte sie sowohl im Trainingszentrum des FC Chelsea, wo die Spielerinnen jeden Tag Frühstück und Mittagessen erhielten, als auch im Supermarkt einen Bogen.
Überraschungsteam der Bundesliga
Der SV Werder Bremen ist das Überraschungsteam der Frauenfußball-Bundesliga. Mit 26 Punkten steht die Mannschaft von Trainerin Friederike „Fritzy“ Kromp nach dem ersten Spieltag der Rückrunde auf dem dritten Tabellenplatz, der zum Start in der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Außerdem stehen die Bremerinnen im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den Bundesliga-Drittletzten SGS Essen, was für Mara Alber auch den Reiz einer Leihe zum SV Werder ausgemacht hat. nac
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