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EM 2024: Deutschland gegen Schweiz – Momente, die den Glauben der DFB-Elf stärken

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Das Spiel gegen die Schweiz ist fast verloren, aber dann hält Manuel Neuer famos, Niclas Füllkrug trifft zum 1:1 und sorgt für eine Jubel-Eruption. Die deutschen Kicker zeigen bei der EM 2024 Qualitäten eines Turniersiegers.

Grinsekerl mit Zahnlücke bei der EM 2024 : Niclas Füllkrug sorgte mit seinem Kopfball für eine späte Jubel-Eruption. "Das kann ein Knackpunkt-Moment gewesen sein." 
Fotos: dpa
Grinsekerl mit Zahnlücke bei der EM 2024 : Niclas Füllkrug sorgte mit seinem Kopfball für eine späte Jubel-Eruption. "Das kann ein Knackpunkt-Moment gewesen sein." Fotos: dpa  Foto: Tom Weller

Niclas Füllkrug hätte es protziger ausdrücken können, hätte mehr verbalen Goldglitzerglanz über sein Tor streuen können. Aber der Mann mit der großen offensiven Wucht sagte über seinen wichtigen Last-Minute-Ausgleichstreffer gegen die Schweiz ziemlich defensiv: "Dann mache ich es auch nicht so schlecht."

Es war in der Nachspielzeit, Minute 90+2, als der Mittelstürmer per Kopf dafür sorgte, dass es doch keine deutsche Niederlage gab. Der Bundestrainer hatte das Tor mit seinen Einwechselungen möglich gemacht. Füllkrug kam in der 76. Minute für Jamal Musiala, David Raum, der die Vorlage zum 1:1 gab, spielte ab der 61. Minute statt Maxi Mittelstädt. "David mit einer sehr guten Flanke, Fülle mit einem sehr, sehr guten Tor", so Julian Nagelsmann, sorgten für eine Eruption der Gefühle im Frankfurter Stadion.

EM 2024: Deutschland gegen die Schweiz – wichtiger Moment fürs Land

Die Fans flippten aus. Die deutschen Spieler auch. "Das war, glaube ich, ein ganz wichtiger Moment - fürs Land, für uns", sagte Niclas Füllkrug. "Dass wir da mit der ganzen Bank an der Eckfahne feiern, das war auch ganz toll." Der Teamgeist stimmt in diesem EM-Kader, das sah man einmal mehr. Die Mentalität auch. Da ist Wille, da ist Moral. Und da ist jetzt ein starker Glaube, die Sache noch zum Guten drehen zu können, wenn es schlecht aussieht.

Der angepeilte Gruppensieg war beim Stand von 0:1 futsch. Dann traf Füllkrug: Doch noch Platz eins, doch weiter ungeschlagen bei der Heim-Europameisterschaft, doch wieder positive Gefühle.


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"Das fühlt sich irgendwie auch so ein bisschen wie ein Sieg an", meinte Torwart Manuel Neuer, der in der 88. Minute dafür gesorgt hatte, dass nicht alles vorbei war. Der 38-Jährige parierte einen famosen Distanzschuss von Granit Xhaka, der das 0:2 bedeutet hätte. "Da war es natürlich wichtig, dann da zu sein."

Erst wurde Neuer zum Retter, dann Füllkrug. "Man braucht einfach solche Momente, wo man weiß, dass es funktioniert", sagte der Torwart über die entscheidenden deutschen Szenen in der Schlussphase. Jubel statt nationaler Jammerei. Schöne Gefühle statt schlechtem Schlaf. Wer Krisenmomente gut übersteht, geht gestärkt daraus hervor. "Das schweißt uns, glaube ich, noch ein bisschen enger zusammen", sagte Manuel Neuer.

Dieser Ball geht an Manuel Neuer vorbei. Aber: Abseits. Wenig später glänzte er.
Dieser Ball geht an Manuel Neuer vorbei. Aber: Abseits. Wenig später glänzte er.  Foto: Arne Dedert

Achtelfinale der EM 2024: Gegner für Deutschland entscheidet sich erst am Dienstag

Am Samstag (21 Uhr) geht es fürs DFB-Team in Dortmund weiter, Achtelfinalgegner wird der Zweite aus der England-Gruppe sein. Wer das ist, entscheidet sich an diesem Dienstag. Niclas Füllkrug, der für den BVB spielt, ist jedenfalls glücklich, in seinem stets stimmungsprallen Club-Wohnzimmer spielen zu dürfen. "Ich freue mich jetzt natürlich riesig auf ein Achtelfinale in Dortmund, weil das mit Sicherheit ein großer Heimvorteil sein wird."

Erst das Gala-5:1 gegen Schottland, dann das mühsamere 2:0 gegen Ungarn, jetzt das glückliche 1:1 im Duell mit der Schweiz - geht's abwärts? Der Torschütze sieht das gar nicht so. Der späte Ausgleich, "das kann schon so ein Knackpunkt-Moment gewesen sein", sagte Füllkrug. "Zu wissen: Das Spiel ist erst vorbei, wenn abgepfiffen ist." Wenn man in der nun anstehenden K.o.-Phase nochmal diese Situation habe, "dann denkst du auch im nächsten Spiel wieder daran", dass es gut ausgehen kann, "falls es so sein sollte, dass man noch ein spätes Tor braucht".

Fußball-EM 2024: DFB-Elf zeigt Qualitäten eines Turniersiegers

Das Happy End erzwingen wollen, kämpfen, beißen, nicht nachlassen, das sind tatsächlich Eigenschaften eines möglichen Turniersiegers. Aber so weit ist es noch lange nicht. Hätte Neuer den Xhaka-Kracher nicht entschärft, wären die Themen jetzt ganz andere. "Es ist ein verdeckter Schuss gewesen, weil noch ein Innenverteidiger vor mir stand", erzählte der vor EM-Beginn noch schwer in der Kritik stehende Keeper des FC Bayern München. "Den hat er super getroffen. Der Ball ist sehr schnell da." Aber Neuer war auch da.

Er war der Retter ganz hinten, Niclas Füllkrug machte es ganz vorne sehr gut. Es war für ihn das 13. Tor in nur 19 Länderspielen. Das ist eine Weltklasse-Bilanz, aber der Dortmunder ist in der Rollenverteilung des Bundestrainers nur Edeljoker. Gut, wenn man solche golden glänzenden Spezialkräfte hat.

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