Firma Hornschuch spielt eine wichtige Rolle für Weißbach
Am Hornschuch-Erfolg hängt das Wohlergehen des Kocherörtchens Weißbach. Der Standort entwickelt sich auch innerhalb des Conti-Konzerns gut. Das sollte sich mit der Corona-Krise nicht ändern.

Kleiner Ort, große Firma: Die ehemals so stolze Konrad Hornschuch AG spielt als Arbeitgeber und als Steuerzahler seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle für die 2000-Einwohner-Gemeinde Weißbach im Kochertal. Seit vier Jahren gehört sie zum Dax-Konzern Continental. Nun verändert sich manches.
Skai in einer Liga mit Tempo und Tesa
Zwei Produkte brachten den anhaltenden Erfolg für Hornschuch: Klebefolie und Kunstleder. Mit der Einführung der Markennamen d-c-fix und Skai 1958 kam der Durchbruch. Die zwei Marken wurden so bekannt, dass auch ähnliche Produkte bis heute so bezeichnet werden. Skai schaffte es wie Tempo oder Tesafilm sogar in den Duden.
Im Wirtschaftswunder durchgestartet
Die Firma wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Textilfabrik Schaufler & Wundt gegründet und in den 1920er Jahren von der Konrad Hornschuch AG aus Urbach übernommen. In den Wirtschaftswunderzeiten nach dem Krieg wuchs sie schnell - und mit ihrem Erfolg hatte auch die Kochertalgemeinde Weißbach finanziell ein gutes Auskommen. Zahlreiche sogenannte Gastarbeiter fanden im Kochertal eine neue Heimat - darunter besonders viele Griechen.
Wechselnde Eigentümer um die Jahrtausendwende
Der Höhenflug nahm in den 1990er Jahren zwischenzeitlich ein Ende. Die Firma brauchte die Hilfe von Finanzinvestoren zum Überleben. Anschließend entwickelte sie sich aber unter wechselnden Eigentümern äußerst positiv weiter. Zuletzt stand Hornschuch als Benecke-Hornschuch Surface Group auch innerhalb des schwächelnden Autozulieferkonzerns Continental gut da. Denn in Weißbach werden nicht nur Autoteile gefertigt, sondern auch Produkte für Haus und Garten.
Sogar innerhalb der Automotive-Sparte sah es gar nicht schlecht aus für die Produkte, die Hornschuch im Portfolio hat. Damit erlebte Hornschuch eine Sonderkonjunktur im Konzern und der von Continental im vergangenen Jahr angekündigte Stellenabbau sollte an Weißbach vorbeigehen. Dann kam die Corona-Krise. Ob der Hohenloher Standort da so gut herauskommt wie er hineingegangen ist, bleibt abzuwarten. Aussagen zur aktuellen Situation gibt es aus dem Unternehmen momentan nicht.
Ein Arbeitgeber mit Gewicht
Die Gemeinde Weißbach, die jahrzehntelang von guten Gewerbesteuereinnahmen des Unternehmens profitierte, muss nun wohl dauerhaft den Gürtel enger schnallen. Wichtiger wird nun, dass es keine Stellenstreichungen gibt. Mit mehr als 1100 Beschäftigten ist Hornschuch noch immer einer der großen Arbeitgeber im gesamten Hohenlohekreis.
Ansprechend und vor allem sauber
Was Hoffnung macht: Robuste Oberflächen, die antibakteriell beschichtet und gut zu desinfizieren sind, haben Konjunktur. Schon vor der Corona-Pandemie machten die leicht zu reinigenden und auch optisch ansprechenden Sitzbezüge aus dem Kochertal von sich reden und waren weltweit nachgefragt. Solchen Innovationen dürfte in der Post-Corona-Zeit umso mehr eine wachsende Bedeutung zukommen.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare