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Oedheim
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Beim neuen Sportplatz packt die Spvgg selbst mit an

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Das tatkräftige Team der Sportvereinigung Oedheim unterstützt die Sanierung des Sportgeländes finanziell und mit vollem Körpereinsatz. Vom neuen Kunstrasenplatz erhofft sich der Verein eine Menge Vorteile.

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Seit November kümmert sich das tatkräftige Team der Spvgg schon darum, den östlichen Wall zur roden. Zusammen mit dem Bauhof entfernt es Wildwuchs und Wurzelstöcke.
Seit November kümmert sich das tatkräftige Team der Spvgg schon darum, den östlichen Wall zur roden. Zusammen mit dem Bauhof entfernt es Wildwuchs und Wurzelstöcke.  Foto: Berger, Mario

Von der Tartanbahn sieht man nur noch etwas rote Farbe. Der Belag ist abgelaufen und glatt. Die vor 40 Jahren angelegten Wege um die beiden Rasenplätze am Sportheim in Oedheim hätten Schilder mit der Aufschrift Stolperfalle verdient. Und wenn man als Zuschauer ein spannendes Fußballmatch der Sportvereinigung Oedheim (Spvgg) verfolgt, sollte man beim Anfeuern nicht zu sehr in Bewegung geraten. Die Steinstufen des Stehwalls sind nämlich teilweise lose und wackeln wie ein Milchzahn am allerletzten Zipfel. "Das Sportgelände hat seine besten Jahre hinter sich", weiß Fußballabteilungsleiter Alfred Loleit.

1,6 Millionen Euro

Im September stimmte der Gemeinderat nun für eine Sportplatzsanierung. Dabei werden unter anderem die Sprunggrube verlegt sowie eine neue Laufbahn und ein Kunstrasenplatz angelegt. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro. Die Gemeinde erhält dafür eine Förderung vom Land in Höhe von 130 000 Euro. 80 000 Euro und vollen Körpereinsatz steuern zudem die Mitglieder der Spvgg bei.

Wildwuchs entfernen

In den vergangenen Jahren wurden mehrere Hallen in Oedheim und Degmarn saniert. Nun steht die Außensportanlage im Gebiet "Obere Lachen" auf dem Plan. Während eines der beiden Rasenfelder unberührt bleibt, bekommt der Rest eine Verjüngungskur verpasst. Dafür setzen sich Freiwillige der Spvgg höchstpersönlich ein: Die Spvgg plant, Bewuchs und Wurzelstöcke zu entfernen, die Entwässerungsrinnen auszubauen, die alten Ballfanggitter zu entfernen und die wackeligen Pflastersteine des Sitz- und Stehwalls zu ersetzen. Dafür haben sich die Helfer einen detaillierten Zeitplan erstellt.

Der Stehwall ist 40 Jahre alt, und das merkt man: Etliche Stufen wackeln. Aus Sicherheitsgründen verlegen die Vereinsmitglieder hier neues Pflaster.
Fotos: Mario Berger
Der Stehwall ist 40 Jahre alt, und das merkt man: Etliche Stufen wackeln. Aus Sicherheitsgründen verlegen die Vereinsmitglieder hier neues Pflaster. Fotos: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Wissenswertes

Das Sportgelände "Obere Lachen" ist im Besitz der Gemeinde, das Sportheim gehört der Spvgg. Zur Zeit nehmen bei der Fußball- Abteilung die Minis, 13 Jugendmannschaften, zwei aktive Herren- und eine aktive Damenmannschaft sowie eine Alte Herrenmannschaft am Spielbetrieb teil. In Summe bespielen so 240 Fußballer circa 1200 Stunden jährlich die Sportplätze.

Die erste Maßnahme ist bereits im Gang: Mit Unterstützung des Bauhofs kümmern sich seit November zehn Vereinsmitglieder darum, den östlichen Wall zu roden. Übrigens, es ist nicht das erste Mal, dass der Verein solch ein Mammutprojekt bewältigt: In den Achtzigern bauten die Mitglieder mit Unterstützung etlicher Vereine des Ortes das Sportheim auf. "So wächst man zusammen", findet Abteilungsleiter Loleit.

"Wenn der Platz nass ist, pflügt man ihn mehr um, als dass man spielt", meint Rudi Fälchle. Der Organisator kümmert sich seit Jahren um die Absperrung der Rasenplätze bei Regenwetter. Um den Rasen zu schonen, trainieren die Jugend- und Aktiven-Mannschaften fast ganzjährig auf einem Platz in Degmarn. Doch nun ist die Lösung in greifbare Nähe gerückt: Im Zuge der Sanierung wird eines der beiden Spielfelder in einen Kunstrasenplatz verwandelt.

Diskussion über neuen Kunstrasen

Man habe lange über das Thema diskutiert, erinnert sich Bürgermeister Matthias Schmitt. "Auch weil Oedheims finanzielle Ausstattung nicht so gut ist, dass man jede Maßnahme einfach so durchwinken kann." Doch die Truppe konnte das Ratsgremium schließlich überzeugen. Nicht nur mit ihrem Einsatz, ihrem Engagement und einer Unterschriftensammlung. Sie hatte auch gute Argumente im Gepäck: So kann ein Kunstrasen beispielsweise das ganze Jahr bespielt werden. Gleichzeitig könne man die jährlich anfallenden Plegekosten des Rasenfeldes reduzieren. "Die Gemeinde spart 20 000 Euro im Jahr", hat Armin Krauskopf, im Verein für die Finanzen zuständig, die Zahlen parat. Auch die Verletzungsgefahr sei geringer als auf einem unebenen Tennenrasenplatz. Außerdem erhoffe man sich, neue Mitglieder und Sponsoren zu gewinnen, die den Verein finanziell unterstützen. Koordinator Thomas Kosir versichert: "Wir hätten die Sanierung in jedem Fall unterstützt - ob mit oder ohne Kunstrasen. Aber die Investition lohnt sich, nicht nur für die Spvgg, sondern für die gesamte Gemeinde."

Auch der Rathauschef sieht das so: In Hinblick auf die rege Nutzung sei der neue Kunstrasenplatz eine Verbesserung. "Wenn ein Verein so viel Eigenleistung bringt und Herzblut reinsteckt, dann wird später auch ganz anders darauf geachtet. Wichtig war allerdings, dass es ein Modell sein muss, das kein umweltbelastendes Mikrogranulat enthält", betont Schmitt. Das Freiwilligen-Team informierte sich über die Möglichkeiten und fand im Neckar-Odenwald-Kreis eine passende Variante. Seit zwei Jahren wird hier auf einem Kunstrasen gespielt, der mit Quarzsand verfüllt ist. Bis Ende September soll der neue Platz in Oedheim fertig angelegt sein. Die Trainingsfläche in Degmarn bleibt als Ausweichmöglichkeit bestehen.

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