Wo das Feiern nicht vergessen wird
Im mittleren Jagsttal wird gerne gefeiert. Der Taubenmarkt und der St. Anna-Tag sind nur zwei der besonderen Feste in Mulfingen.

"Wer feste arbeitet, der soll auch feste feiern", sagt der Volksmund. Und da in Mulfingen, mit seinen weit mehr als 4000 Arbeitsplätzen kräftig und erfolgreich gearbeitet wird, verstehen es die Bürger auch, ordentlich zu feiern.
Ausnahmezustand im Ort
Dabei hat die Gemeinde im Jahresverlauf gleich zwei große Nationalfeiertage zu bieten - einen kirchlichen und einen weltlichen. Der weltliche Feiertag heißt schlicht "Taubenmarkt" und findet immer am ersten Samstag im Februar statt. Tatsächlich gehört zu diesem "Feiertag" auch ein Tauben- und Geflügelmarkt, der am Morgen über die Bühne geht.
Das eigentliche Treiben findet jedoch am frühen Nachmittag statt, wenn knapp 50 Motivwagen und Fußgruppen durch Mulfingen ziehen und bei den vielen tausend Besuchern am Straßenrand Ausnahmezustand herrscht. Empfindlich darf man dabei weder als Bürgermeister noch als Gemeinderat sein, denn verbal wird beim Umzug kräftig gehobelt. Doch anschließend wird überall im Ort sowie in der Stauseehalle kräftig gefeiert.

Viel stiller, nachdenklicher und würdiger wird der kirchliche Feiertag am 26. Juli zu Ehren der Heiligen Anna begangen. Dann kommen viele Gläubige aus nah und fern zur St. Annakapelle am Fuße von Jagstberg, um den Festgottesdienst zu feiern und der Mutter Marias zu gedenken. "Für mich als Pfarrer ist es sehr schön zu erleben, dass die einheimische Bevölkerung hier mit der Kirche und den kirchlichen Feiertagen noch sehr verbunden ist", freut sich Ingo Kuhbach, katholischer Dekan von Hohenlohe. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Abendmesse mit anschließender Lichterprozession in die Dorfmitte.
Zur kirchlichen Tradition passt, dass auch altes Brauchtum in Mulfingen gepflegt wird. So heißt es gleich in vier Teilorten immer am dritten Sonntag in der Fastenzeit "Aar raus, der Butz ist haus ...". Das bunte Treiben, das bis heute in Ailringen, Zaisenhausen, Hohenrot und Seidelklingen gepflegt wird, endet regelmäßig in einem geselligen Beisammensein. Doch zuvor wird der Butz, eine bunt verzierte Strohpuppe, in der ein Jugendlicher aus dem Ort steckt, durch das Dorf geführt, ehe das Stroh, das als Symbol für den Winter steht, verbrannt wird.
Gassenfest als Publikumsmagnet

Der Höhepunkt der Feiern im Sommer ist das Gassenfest im kleinsten Teilort Eberbach, ein Open-Air-Festival, das alle zwei Jahre an drei Tagen bis zu 20.000 Musikfans anzieht. Das Motto des Festivals "Drei Tage wach in Eberbach" wird dabei von vielen Besuchern durchaus wörtlich genommen.
Auch die Dorffeste, wie das traditionelle Fest der Ailringer Vereine am ersten Augustwochenende um das historische Rathaus und den Marienbrunnen oder das Straßenfest mit Straßenfestlauf in der Mulfinger Ortsmitte zählen genauso zu den besonderen Festen wie das Kinderfest in Buchenbach, das seit 1883 mit Spielnachmittag, Festzelt, Vergnügungspark und Festumzug gefeiert wird. Bleiben die "Kulturneschter" am zweiten Septemberwochenende, an dem die Ortsteile Kunst, Handwerk, Musik, Vorführungen und regionale Köstlichkeiten präsentieren.
Doch auch abseits der großen Feiern herrscht in den acht Teilorten gerade in diesen sommerlichen Tagen häufig Feststimmung: an den Badestellen an der Jagst, auf den Plätzen in den Dörfern oder in der neuen Ortsmitte in Mulfingen.
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