Langenbeutinger Dorfladen in Krisenzeiten
In Zeiten von Corona ist die Stimme bei Vor-Ort-Aktionen flexibel. Statt Info-Mobil oder Lokaltour machte Chefredakteur Uwe Ralf Heer am Donnerstag einen Rundgang durch den Dorfladen in Langenbeutingen, um die Frage zu klären: Wie ist es um die Versorgung von Langenbrettach bestellt?

Wer im Dorfladen einkaufen will, muss zuerst von Weitem einen Blick ins Ladeninnere werfen und durchzählen. Ein Schild am Eingang schreibt nämlich vor, dass sich derzeit nur zehn Personen gleichzeitig darin aufhalten dürfen. "Das klappt gut. Die Leute achten aufeinander", berichtet Vorstandsmitglied Wolfgang Triebel. Auch Bürgermeister Timo Natter ist zufrieden: "Die Menschen sind diszipliniert."
Markierungen für den Sicherheitsabstand
Und es stimmt: Im Laden herrscht eine angenehm ruhige Atmosphäre. In den Gängen und im Kassenbereich kleben schwarz-gelbe Markierungen auf dem Boden. Sie geben den Sicherheitsabstand vor. Es gibt kein Gedränge zwischen den Regalen, kein Gerangel um Klopapier. Warum auch? Von frischem Obst über Nudeln und Konserven bis hin zum Klopapier - das nur in haushaltsüblichen Mengen abgegeben wird - ist alles vorhanden.
Hamsterer gibt es auch auf dem Dorf
Zwischen Gemüseauslage und Kühltruhe erfährt der Chefredakteur aber, dass es sie auch im 1400-Seelen-Örtchen Langenbeutingen gibt: Hamsterer. "Es haben sich schon manche so viele Packungen Toilettenpapier genommen, die haben gar nicht mehr in den Wagen gepasst", erzählt Triebel kopfschüttelnd. Meist habe jedoch eine freundliche Ansprache gereicht, um diese Menschen auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen. "Ist die Kundenfrequenz denn aktuell höher als normal?", will Heer wissen. "Wir haben durchschnittlich 260 bis 280 Kunden am Tag", rechnet Triebel vor. "Dadurch ist unser Umsatz in den vergangenen drei Wochen um 15 Prozent gestiegen."
Einkauf auf Bestellung
In Zusammenarbeit mit der Gemeinde gibt es für Bürger mit erhöhtem Infektionsrisiko die Möglichkeit, Waren zu bestellen und sie nach Hause liefern zu lassen. "Aber der Laden ist ja nicht nur Versorgung, sondern auch Treffpunkt, oder?", hakt Heer nach. "Ja, viele würden jetzt bei dem schönen Wetter in unserem Café sitzen", sagt Wolfgang Triebel. "Eigentlich."
Video-Konferenz und Telefon-Aktion
Erstmals hat unsere Zeitung den Lesern auch angeboten, per Video-Konferenz über das Internet mit der Redaktion zu sprechen. Zudem konnten sich Interessierte telefonisch melden. Die Flugsportgruppe Öhringen nutzte die Chance. "Wir haben tolle Nachbarn", beschrieb ein Vereinsvertreter das Gelände. Viele Menschen aus umliegenden Orten kämen vorbei, um mit Mitgliedern über deren besonderes Hobby zu reden. Der Klub spürt: Den Traum vom Fliegen, den haben viele.
Stimme.de
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