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Güglingen
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Der Mittelpunkt des Zabergäus legt Wert auf Kultur

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Güglingen hat mit ihrem Römermuseum ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Die 6400 Einwohner große Stadt bewegt sich zwischen Weltfirma und Landwirtschaft.

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Sonderausstellungen wie die zum Thema "Göttliche Pflanzen" konzipiert der Leiter des Römermuseums, Enrico De Genaro, regelmäßig.
Foto: Archiv/Müller
Sonderausstellungen wie die zum Thema "Göttliche Pflanzen" konzipiert der Leiter des Römermuseums, Enrico De Genaro, regelmäßig. Foto: Archiv/Müller  Foto: Müller

Güglingen ist der Mittelpunkt des Zabergäus. Was viele Einheimische längst geahnt haben, ist seit gut einem Jahr amtlich bestätigt. Uli Peter vom Zabergäuverein und Dr. Wilhelm Stark vom BUND haben nachgemessen, und das Landratsamt Heilbronn hat keinen Widerspruch eingelegt.

Gewürdigt werden soll diese herausragende Lage mit einer grünen Oase auf dem Acker des ehemaligen Landwirts Günter Beyl. Vom Aussterben bedrohte heimische Obstbaumarten sollen gepflanzt werden. Um die geographische Lage nicht nur zu würdigen, sondern auch für jedermann zugänglich zu machen, richten Peter und Stark auf dem Acker des ehemaligen Landwirts Günter Beyl eine grüne Oase ein. Eine Loggia wird zudem den baulichen Rahmen bilden.

Güglingen schwimmt nicht im Geld

Nicht nur mit der grünen Oase zwischen Güglingen und Frauenzimmern hat die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal. Mit dem Römermuseum hat die Kommune ebenfalls eine einmalige Einrichtung in der Region. Neben einer Dauerausstellung konzipiert Museumsleiter Enrico De Gennaro regelmäßig Sonderausstellungen. Zuletzt zum Thema "Göttliche Pflanzen".

Die Stadt Güglingen ist ländlich geprägt. Rund dreiviertel der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt oder ist Wald. Dennoch hat Güglingen für seine Größe und Struktur ein hohes Gewerbesteueraufkommen. Neben einer Reihe anderer mittelständischer Unternehmen ist dafür in erster Linie der größte Arbeitgeber im Ort, die Firma Layher Gerüstbau, verantwortlich. Layher gehört in seinem Segment zu den führenden Unternehmen weltweit.

Bürgermeister sucht nach Einsparmöglichkeiten

Auch wenn es die Figuren von Guido Messer vor dem Rathaus suggerieren: Die Güglinger verschließen die Augen nicht vor den Aufgaben der Zukunft.
Foto: Archiv/Veigel
Auch wenn es die Figuren von Guido Messer vor dem Rathaus suggerieren: Die Güglinger verschließen die Augen nicht vor den Aufgaben der Zukunft. Foto: Archiv/Veigel  Foto: Veigel

Im Geld schwimmt die Stadt aber trotzdem nicht. Im Gegenteil. Bürgermeister Ulrich Heckmann fürchtet um die monetäre Lage der nächsten Jahre. Die mittelfristige Finanzplanung sieht das Stadtoberhaupt kritisch. Ohne konsequente Einsparmaßnahmen und eine wesentliche Verbesserung auf der Einnahmeseite laufe die Stadt Gefahr, künftig Haushalte von der Aufsichtsbehörde, dem Landratsamt Heilbronn, nicht genehmigt zu bekommen.

Freibad reißt Loch in die Stadtkasse

Um ihr Freibad müssen die Güglinger aber trotzdem nicht bangen, auch wenn es jedes Jahr ein sechsstelliges Loch in die Stadtkasse reißt. Die Einrichtung ist bei den Bürgern sehr beliebt. Auch von auswärts kommen zahlreiche Dauerbadegäste, um sich in den warmen Sommermonaten ein wenig abzukühlen. Auf Kultur muss in der Römerstadt ebenfalls niemand verzichten. "Sie ist ein Stück Demokratie", sagt Bürgermeister Heckmann.


Ein Höhepunkt war zuletzt die Lesung des Spiegelredakteurs Juan Moreno. Obwohl er nach Erscheinen seines Buches vor Monaten beschlossen hatte, ich keine Lesungen zu machen und nicht durch die Republik zu tingeln. Einem Heckmann könne man aber eben nicht abschlagen, begründete der Journalist seinen Besuch in Güglingen.

Güglingen liegt zwischen zwei Ballungsgebieten. Heilbronn auf der einen, Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen auf der anderen Seite. Vor allem aus dem Landkreis Ludwigsburg ist die Nachfrage nach Wohnraum groß, sagt Bürgermeister Heckmann. Der Wohnraum ist hier allerdings wie in anderen Kommen auch knapp.

Die Zabergäubahn ist nach wie vor auf dem Prüfstand

Mystisch erscheint der Eingang zur rund 800 Jahre alten Burgruine Blankenhorn hoch über dem Ortsteil Eibensbach. 
Foto: Archiv/Müller
Mystisch erscheint der Eingang zur rund 800 Jahre alten Burgruine Blankenhorn hoch über dem Ortsteil Eibensbach. Foto: Archiv/Müller  Foto: Müller

Die Verkehrsanbindung nach Güglingen ist typisch für das gesamte Zabergäu. Die Stadt ist Knotenpunkt der beiden Landesstraßen 1103 und 1110. An öffentlichen Verkehrsmitteln steht lediglich die Buslinie zur Verfügung. Die Güglinger hoffen aber ebenso wie das ganze Zabergäu auf die Wiederbelebung der Zabergäubahn. Derzeit wird dieses Verkehrsmittel noch auf Wirtschaftlichkeit geprüft.

Die geplante Umgehungsstraße Güglingen-Pfaffenhofen soll die Stadt vom Durchgangsverkehr entlasten. Der Rathauschef hofft, dass noch in diesem Jahr Baustart ist.

Die historische Burgruine ist sehenswert

Der Ortskern versprüht rund um die Herzogskelter ein wenig Fachwerk-Atmosphäre. Eine echte historische Sehenswürdigkeit ist die abgelegene, nur zu Fuß zu erreichende und frei zugängliche Burgruine Blankenhorn hoch über dem Ortsteil Eibensbach.

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