Palmbräu-Bestseller
Blick hinter die Brauerei-Kulissen: Eine Stunde bei der Eppinger Palmbräu
Damit Bierfreunde Wochen später ihren Gerstensaft genießen können, laufen bei Palmbräu zig Arbeitsprozesse parallel ab

Süßlich-appetitlicher Geruch durchzieht das Sudhaus mit den markanten Kupferkesseln in Eppingen. Bereits am späten Vormittag ist bei der Brauerei Palmbräu die Bierproduktion in vollem Gange. An diesem Donnerstag steht Pils auf dem Brauplan. „Der erste Sud lagert schon im Gärtank. Der Zweite kühlt gerade ab. Und der Dritte befindet sich jetzt im Kupfer-Läuterbottich. Beim Läutern trennen sich die flüssigen Bestandteile der Biermaische von den festen Elementen“, erklärt Michael Störner. Er ist Braumeister und bei Palmbräu verantwortlich für das Sudhaus sowie den Gär- und Lagerkeller.
Bis zu drei Biersude stellen Störner und sein Kollege, Brauer Thomas Steinke, täglich her. Ein Sud umfasst 15.000 Liter. Ein Großteil der Arbeit im Sudhaus läuft automatisiert ab. Per Knopfdruck fügen sich beispielsweise Wasser und Malz zusammen. Auch das Pumpen vom Läuterbottich in den Gärtank steuert das Duo am PC.
Brauerei Palmbräu in Eppingen: Vom Sudhaus in die Füllerei
„Den Hopfen jedoch füge ich manuell bei“, erklärt Brauer Steinke. Insgesamt 17 Kilogramm sind es beim Pils-Sud. Bei anderen Sorten, wie zum Beispiel Weizenbier, ist die Hopfenkonzentration geringer. Schließlich soll das Bier deutlich weniger herb schmecken. Michael Störner: „Acht Stunden verbringt das Bier im Sudhaus. Etwa eine Woche arbeitet es im Gärkeller weiter.“ Das an diesem Tag hergestellte Pils-Bier der Palmbräu in Eppingen wird in sechs bis acht Wochen im Handel sein.

Ein Stockwerk über dem Sudhaus der Eppinger Brauerei Palmbräu geht es an diesem Vormittag laut und lebhaft zu. Ein dezenter Lauge-Geruch durchzieht den Raum. In der modernen, erst zwei Jahre alten Abfüllanlage läuft fertig gegorener Gerstensaft vergangener Arbeitsprozesse in die Flaschen. Heute sind 0,33-Liter-Gebinde dran. Hunderte Pullen laufen gleichzeitig übers Förderband.
Füllerei der Eppinger-Brauerei Palmbräu: Bis zu 12.000 Flaschen pro Stunde
Braumeister und Füllereileiter Florentin Marquardt überwacht den Füllerei-Prozess, betrachtet einzelne Flaschen stichprobenhaft und schaut, dass sie sich beim Durchqueren der einzelnen Stationen nicht einklemmen. Marquardt trägt Ohrenschützer. Wenn die Flaschen aneinander stoßen und die Reinigungsanlage das Leergut säubert, entsteht eine enorme Geräuschkulisse.
„Bei den 0,33-Liter Flaschen, wie bei unserem Zwickel hell, können wir 12.000 Flaschen pro Stunde reinigen und füllen. Wenn zum Beispiel die Abfüllung von Export oder Pils in 0,5-Liter-Flaschen ansteht, sind in der Stunde 10.000 Flaschen möglich“, erklärt Palmbräu-Betriebsleiter Oliver Kohler. Eine wichtige Sicherheitsfunktion beim Abfüllen übernimmt der sogenannte Inspektor: Alle Flaschen durchlaufen das Gerät und werden auf Sprünge und sonstige Schäden überprüft. Füllereileiter Marquardt: „Um die drei Prozent des angelieferten Leerguts fliegen dabei raus.“
Sechs Meter hohe Biertürme im Lager der Eppinger Brauerei Palmbräu
Apropos raus: Maschinell werden die Palmbräu-Flaschen in den Bierkästen untergebracht und auf Euro-Paletten platziert. Dann ist es an Lewend Sljivnjak, die Paletten mit dem Stapler im Lager unterzubringen. Etwa sechs Meter hoch türmen sich dort die Bier-Kästen, sowohl Standartsorten wie Export und Pils als auch Monatsbiere wie der Urtyp Dunkel für den Februar. „Sobald einer unserer vier eigenen Lkw oder ein Transporter eines Getränke- oder Lebensmittelhändlers an die Rampe fährt, verladen die Kollegen mit dem Stapler die Paletten in die Fahrzeuge“, berichtet Kohler. Auch wenn der Bierabsatz in Deutschland rückläufig ist, hält Palmbräu den Ausstoß laut Kohler in den vergangenen Jahren konstant.

An diesem Vormittag ist es in Sachen Beladen bei der Eppinger Brauerei aber ruhig. Betriebsleiter Oliver Kohler: „Logistisch hatten wir heute Morgen zwischen 6 und 8 Uhr Highlife. Heute Nachmittag kommen voraussichtlich noch ein paar Lastwagen, die unser Bier im Einzugsradius von etwa 100 Kilometern um Eppingen herum – vom Kraichgau über Heidelberg bis Mannheim, Karlsruhe, Mosbach und bis in den Hohenlohekreis – transportieren.“
Aufgrund der Gär- und Lagerzeit sowie der Logistik muss das Palmbräu-Team in Bezug auf die durstige Kundschaft stets etwa zwei Monate im Voraus arbeiten. Brauerei-Sudhaus-Chef Michael Störner berichtet: „Wir produzieren jetzt schon das Weizenbier für ein hoffentlich sonniges Osterfest.“
Neben den acht ganzjährigen Eigensorten braut das Palmbräu-Team jeden Monat ein Spezialbier und füllt diese ab. Auch die Palmbräu-Fassbiere für die Gastronomie werden in Eppingen abgefüllt. Dessen Anteil am Palmbräu-Ausstoß macht 30 Prozent aus. Der Bestseller im Palmbräu-Programm ist das Spezialpils „Unser Bestes“. Palmbräu hat 30 fest angestellte Mitarbeiter und produziert jährlich rund vier Millionen Liter Bier.
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