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Wildparadies Tripsdrill: Seit 50 Jahren Tiere hautnah erleben

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Am Gründonnerstag des Jahres 1972 wurde der "Wildpark Stromberg" eröffnet. Am 7. und 8. Mai wird Jubiläum gefeiert. Für die Betreiber-Familie Fischer ist Stillstand ein Fremdwort

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Andreas Fischer (links) und sein Onkel Helmut Fischer im Bärengehege: Die ehemaligen Zirkustiere Orsa, Taya und Balu leben seit 2001 im Wildparadies Tripsdrill und sind die Lieblinge der Besucher.
Andreas Fischer (links) und sein Onkel Helmut Fischer im Bärengehege: Die ehemaligen Zirkustiere Orsa, Taya und Balu leben seit 2001 im Wildparadies Tripsdrill und sind die Lieblinge der Besucher.  Foto: Kunz, Christiana

Das Wildparadies ist ein Projekt, das nie fertig ist", sagt Geschäftsführer Andreas Fischer. Seit es sein Großvater Kurt Fischer 1972 - damals noch unter dem Namen "Wildpark Stromberg" - im Wald bei Cleebronn eröffnet hat, ist die Fläche von 35 auf 47 Hektar gewachsen. Neue Tierarten und Gastronomie sind dazugekommen. 2010 wurde das Natur-Resort gegründet. Aktuell werden 20 neue Baumhäuser gebaut. Stillstand ist ein Fremdwort für die Familie Fischer. Am Samstag und Sonntag, 7. und 8. Mai, wird das 50-jährige Bestehen mit vielen Aktionen gefeiert.


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Einst waren die Oberforstdirektion in Stuttgart und die Gemeinde Cleebronn an Kurt Fischer herangetreten: Ein naturnaher Wildpark würde den Tourismus in der Region weiter beleben und Bildungsmöglichkeiten für Schulklassen bieten. "Mein Vater war sofort Feuer und Flamme", erinnert sich Tripsdrill-Chef Helmut Fischer, der bei der Eröffnung am Gründonnerstag 1972 erst 17 Jahre alt war. Im Erlebnispark hielt die Familie bereits seit 1957 Tiere bei der Altweibermühle, allerdings waren da auch Exoten darunter, wie Affen, Tapire, Zebras Papageien, Lamas.

Freigehege für Hirsche, Mufflons und Wildschweine

Noch keine zwei Jahre alt und so mutig: Leni aus Stuttgart füttert das Damwild.
Noch keine zwei Jahre alt und so mutig: Leni aus Stuttgart füttert das Damwild.  Foto: Kunz, Christiana

Unweit des Erlebnisparks entstanden für das neue Projekt Freigehege für Hirsche, Mufflons, Wildschweine und andere Waldbewohner. Ein Teil Wald, ein Teil Äsungsfläche: "Das hat mein Vater damals schon so vorgesehen", berichtet Helmut Fischer. Sein jüngerer Bruder Dieter war es, der nach der Ausbildung zum Tierpfleger in der Wilhelma die Leitung dieses Geschäftszweiges übernahm und 2014 an seinen Sohn Andreas übergab. Der direkte Kontakt zu den Tieren sei bis heute das Besondere, betont Helmut Fischer. "Mit Spezialfutter fressen sie einem sogar aus der Hand."


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Im Laufe der Jahre kamen heimische Beutegreifer wie Bär, Wolf Luchs und Wildkatze hinzu. Barfuß- und Walderlebnispfad wurden angelegt. "Anfangs hatten wir einen Großteil des Geländes gepachtet", blickt Fischer zurück. Im Jahr 2000, als das Bärengehege mit massiven Gebäuden geplant wurde, haben die Fischers die Flächen gekauft: "Für mehr Planungssicherheit."

Seit 2010: Übernachten im Natur-Resort

Bis dahin gab es keinen Strom im Wildparadies. "Die Zäune waren mit Batterien gesichert", sagt Andreas Fischer. Kommuniziert wurde über Funk. "Als kleiner Kerle bin ich an der Kasse gesessen, habe Oma und Opa angefunkt, dass sie mir Markstückle bringen." Auch Gastronomie gab es erst ab 2001 mit Eröffnung der Wildsau-Schenke. 2010 entstand die neue Falknerei mit Besuchertribüne. Ein großer Schritt war im selben Jahr die Einweihung des Natur-Resorts mit acht Schäferwagen.

2011 kamen zwölf weitere dazu, außerdem die ersten fünf Baumhäuser. "Wir haben gesehen, dass die Besucher Wildparadies und Erlebnispark nicht mehr an einem Tag schaffen", sagt Helmut Fischer. Durch das Natur-Resort habe sich auch das Einzugsgebiet vergrößert, freut sich der 67-Jährige. Seitdem kommen Gäste aus der Schweiz, Österreich, den Benelux-Ländern und Frankreich.

Ein Anliegen von Anfang an war es den Fischers, den Besuchern durch Schaufütterungen und Flugvorführungen Herkunft und Lebensweise von Luchs, Wolf und Co. näher zu bringen. "Es handelt sich um Arten, die man in Deutschland in der Natur so gut wie nie zu Gesicht bekommt", erläutert Tripsdrill-Sprecher Birger Meierjohann. "Man kann ja niemanden für den Schutz dieser Tiere mobilisieren, wenn er nichts über sie weiß."

Großes Jubiläumsprogramm

"Bärenstarke 50 Jahre" ist das Motto am Jubiläumswochenende 7. und 8. Mai im Wildparadies. Es gibt viele Stationen, unter anderem zu den Themen Imkerei, heimisches Wild, Wildkräuter, Pilze, Brunftschreie. Wolf und Wildkatze. Auf dem Programm stehen auch eine Kettensägen-Vorführung, Alpakawanderungen und Musik mit "soa Blech". Live-Vorführungen und Fütterungsrunden bei Greifvögeln, Rotwild, Wolf und Co. ergänzen das Angebot. Tickets gibt es nur Online. 

 

 
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