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EnBW, Zeag und Co. rechnen mit hohen Strom- und Gaspreisen

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Von der EnBW und der Zeag bis zum kleinen Stadtwerk: Die gerade erst verschickten Tarifmitteilungen sind wahrscheinlich schon bald wieder veraltet. Die Versorger stellen ihre Kunden schon einmal auf höhere Preise ein.

von Heiko Fritze , Christian Gleichauf und Christian Nick
Die Preise für Strom und Gas könnten schon bald steigen, wie eine Stimme-Umfrage bei regionalen Versorgern ergab.
Die Preise für Strom und Gas könnten schon bald steigen, wie eine Stimme-Umfrage bei regionalen Versorgern ergab.  Foto: dpa (Symbolfoto)

Als Folge des Haushaltskompromisses der Bundesregierung werden die Preise für Strom und Gas in der Region voraussichtlich steigen. Davon gehen alle befragten Energieversorger in Heilbronn-Franken aus. Allerdings warten die Unternehmen derzeit noch ab: Wann und wie viel angehoben wird, hänge davon ab, ob und wann die höhere CO2-Bepreisung und der Wegfall des Bundeszuschusses bei den Netzentgelten auch tatsächlich beschlossen werden.

Heilbronner Gasversorger HNVG will nicht erhöhen

Ein klares Statement gibt es vom Heilbronner Gasversorger: "Die HNVG wird die Gaspreise nicht erhöhen", sagt Geschäftsführer Frank Schupp. Der Anstieg der CO2-Abgabe, für die bisher im Gesetzentwurf 40 Euro pro Tonne vorgesehen waren und die jetzt auf 45 Euro steigt, werde stattdessen bei der HNVG auf das Ergebnis drücken. Eine Erhöhung der Umsatz- oder Mehrwertsteuer zum 1. April, die derzeit im Gespräch ist, müsste allerdings vom Verbraucher getragen werden.

Stadtwerke Schwäbisch Hall informieren im Januar

Der Heilbronner Energieversorger Zeag befindet sich noch in der Prüfungs- und Kalkulationsphase, teilt eine Sprecherin mit. Bei den Stadtwerken Schwäbisch Hall heißt es: "Im Januar informieren wir darüber, wie wir mit den steigenden Netzentgelten sowie dem steigenden CO2-Preis umgehen. Sofern eine Preisänderung notwendig ist, wird diese frühestens zum 1. März erfolgen." Denn im Bereich der Grundversorgung mit Gas müssen etwaige Preisänderungen grundsätzlich sechs Wochen vorher öffentlich bekanntgemacht werden. Die Stadtwerke Öhringen melden zudem, dass sie frühestens zum 1. April die Stromtarife anpassen würden, falls dies notwendig sein sollte.

 


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Stadtwerke Neckarsulm wird wohl die Erhöhung weitergeben

"Wir werden die Sachlage mit unseren Beratungsfirmen klären und warten die eindeutige Festlegung durch den Gesetzgeber ab", sagt Thomas Haag, Werkleiter der Stadtwerke Neckarsulm. "Stand heute gehen wir bei beiden Energiearten von einer Weitergabe der Erhöhung dieser staatlich verursachten Preisbestandteile an unsere Bürger und Kunden aus. Die Situation dieser äußerst kurzfristigen Änderungen ist sowohl im Strom- als auch im Gasbereich extrem ärgerlich."

EnBW: Konkrete Auswirkungen noch unklar

Der Energiekonzern EnBW hatte wie die meisten Versorger zum Jahreswechsel Preissenkungen festgelegt. Nun sagt eine Sprecherin: "Derzeit prüfen wir, welche Auswirkungen die Beschlüsse auf die Preisentwicklung beim Haushaltsstrom haben. Mit der deutlichen Erhöhung der Netznutzungsentgelte beim Strom sind insgesamt steigende Strompreise zu erwarten. In welchem Umfang, können wir derzeit noch nicht konkret sagen." Auch der beschlossene höhere CO2-Preis fließe in die Kalkulation ein, die Auswirkungen seien aber noch unklar.

Süwag: Noch ändert sich für die Kunden nichts

Ähnlich ist die Lage beim Versorger Süwag, einer Tochter des Energiekonzerns Eon. "Für die Kunden ändert sich zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der angekündigten Beschlüsse der Ampel-Koalition noch nichts", teilt eine Sprecherin mit. "Wie sich die Preise im Jahresverlauf 2024 genau ändern, können wir aktuell noch nicht sagen." Bis auf weiteres gelten - ebenso wie bei den anderen Versorgern - die zum Jahreswechsel vereinbarten Preise. Ob es zu Nachzahlungen komme, hänge eher vom individuellen Verbrauch ab als von den höheren Kosten für die Versorger.

Laut Haushaltskompromiss soll nächstes Jahr der Zuschuss für Übertragungsnetzbetreiber beim Strom (im Bundesdurchschnitt rund 3,3 Cent pro Kilowattstunde) wegfallen und die CO2-Umlage beim Gas um etwa 0,10 Cent pro Kilowattstunde steigen.

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