Habeck zieht den Stecker – schlecht für die E-Mobilität, gut für Audi in Neckarsulm
Robert Habeck streicht die Förderung für E-Autos bereits an diesem Sonntag. Damit dreht der Bundeswirtschaftsminister Elektromobilität in Deutschland den Strom ab, findet unser Autor.

Viele Bürgerinnen und Bürger dieses Landes haben gedacht, sie hätten jetzt schon alles erlebt in Sachen Ampelregierung. Schlimmer geht aber immer, das hat Robert Habeck (Grüne) an diesem Samstag bewiesen. Bereits an diesem Sonntag lässt der Bundeswirtschaftsminister die Förderung beim Kauf von E-Autos auslaufen.
Eine Förderung beantragen kann bis Sonntag um Mitternacht nur noch, wer bereits eine Zulassung für das Auto hat. Das sind die wenigsten. Wer also jetzt noch schnell beim Händler zuschlägt, aber keine Zulassung hat, der geht leer aus.
Abrupter Stopp der E-Auto-Förderung wird gravierende Folgen haben
Von 4500 Euro Förderung auf Null. Mal eben so. Das wird gravierende Folgen für die Elektromobilität in Deutschland haben. Nach Jahren des Wachstums werden die Zahlen für die lokal emissionsfreien Stromer im neuen Jahr voraussichtlich massiv einbrechen. Der Durchschnittspreis eines E-Autos ist zuletzt auf 52.700 Euro gestiegen, Schuld daran sind nach wie vor die teuren Akkus. Günstigere Stromer kommen erst in den nächsten Jahren auf den Markt.
So war es vor allem die staatliche Förderung, die viele Verbraucherinnen und Verbraucher überhaupt erst zum Kauf eines E-Autos bewegt hat. Die Entscheidung von Robert Habeck ist ein Tiefschlag gegen die Mobilitätswende. Mit der Hauruck-Kappung der Förderung von E-Autos torpediert die Ampel die Akzeptanz für Elektromobilität in unserem Land. Das ohnehin unrealistische Ziel von 15 Millionen Stromern bis 2030 rückt damit noch weiter in die Ferne.
Gute Nachricht für den Audi-Standort Neckarsulm
Bei allen zuletzt schlechten Nachrichten bei Audi, ist diese Entscheidung – so paradox es zunächst einmal klingen mag – zumindest eine gute für den Standort Neckarsulm. Denn das Audi-Werk in der Region wird bis weit in die zweite Hälfte des Jahrzehnts vor allem von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor leben.
Die neuen Modelle A5 und A7, die im neuen Jahr an den Start gehen, müssen das Geld erwirtschaften, das für die Transformation zur Elektromobilität notwendig ist. So oder so wird der Verbrenner in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt eine längere Zukunft haben, als sich viele vor ein paar Jahren noch gedacht haben. Der Durchbruch der Elektromobilität wird noch lange auf sich warten lassen.
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Kommentare
Matthias Körner am 17.12.2023 09:54 Uhr
Sehr geehrter Herr Schnell,
In welcher Welt leben sie um auf eine solche Einschätzung u zu kommen?
1. Robert Habeck zieht nicht den Stecker. Es ist ein abermals schlechter Kompromiss dieser Regierung. Der FDP ist die E Auto Förderung schon lange ein Dorn im Auge.
2. Günstige E Autos kommen im Frühjahr 2024 auf den Markt, nicht erst in den nächsten Jahren.( Z.b. aus dem Stellantis Konzern)
3.Was es bräuchte in Neckarsulm sind nicht neue Verbrennermodelle sondern funktionierende E Autos mit einer funktionierenden Software. Wenn es diese Modelle gäbe , ließe sich damit auch Geld verdienen. Wir müssen weg von fossilen Brennstoffen, sie heizen das Weltklima an. Das ist unstrittig, auch in Neckarsulm.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Körner
Langenbrettach