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Unterland-Connection baut Labor in Singapur

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Auf ihrem Auslandseinsatz fanden drei Führungkräfte mit engen Banden in die Region Heilbronn zusammen. Jetzt eröffnen sie einen "Life Science Incubator", ein Gründerzentrum der besonderen Art.

Maximilian Englisch (v.l.) und Dominique Herold besichtigen mit dem deutschen Botschafter Norbert Riedel die Baustelle.
Maximilian Englisch (v.l.) und Dominique Herold besichtigen mit dem deutschen Botschafter Norbert Riedel die Baustelle.  Foto: privat

Wenn im Herbst im German Centre in Singapur der "Life Science Incubator" eröffnet, dann wird es fast ein Unterländer Labor sein. Denn hinter der Idee und auch der Umsetzung stehen drei Personen, die in der Region Heilbronn groß geworden sind oder hier ihre Karriere gestartet haben. Und mit diesem Gründerzentrum wollen sie Unternehmen in der alten Heimat - letztlich aus ganz Deutschland - den Eintritt auf dem asiatischen Markt erleichtern und Kontakte zu Startups in Singapur ermöglichen.

"Was für Büros funktioniert, sollte doch auch für ein Labor funktionieren"

Dominique Herold lebt seit vier Jahren in Singapur und ist von der Dynamik des Inselstaats begeistert. Seit einem Jahr leitet sie das German Centre, das als Tochterunternehmen der LBBW Büros vor allem an deutsche Unternehmen vermietet sowie Beratung und Netzwerk für Neuankömmlinge bietet.

"Vergangenes Jahr kam Maximilian Englisch zu mir und sagte, ,Hey, was für Büros funktioniert, sollte doch auch für ein Labor funktionieren!"" Die Firma Waldner aus Wangen im Allgäu, für die Englisch den weltweiten Vertrieb leitet, stellt Laboreinrichrichtungen her und könnte so einen Teil der Ausstattung übernehmen.

 


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Ein Trio mit Plänen

Arbeitsplätze vergleichbar mit diesem wird der Life Science Incubator ab September bieten. Dort können sich dann Unternehmen aus Deutschland oder Singapur einmieten.
Fotos: privat
Arbeitsplätze vergleichbar mit diesem wird der Life Science Incubator ab September bieten. Dort können sich dann Unternehmen aus Deutschland oder Singapur einmieten. Fotos: privat  Foto: Waldner

Die zwei hatten sich in Singapur kennengelernt. Doch beide verband die Region Heilbronn. Herold war zwei Jahre im Immobilienmanagement der Schwarz-Gruppe tätig, unter anderem mit zuständig für den Neubau von Lidl Deutschland in Bad Wimpfen.

Englisch stammt aus Nordheim, war Mitgründer der Rugby-Mannschaft in Heilbronn, arbeitete später beim Hohenloher Spezialmöbelwerk in Öhringen, das 2014 von Waldner übernommen wurde.

Und dann machte Dominique Herold Maximilian Englisch auch noch mit Fritz Maier bekannt. Der ist in Bad Wimpfen aufgewachsen und verantwortet heute in Singapur das Geschäft des Tübinger Medizintechnikunternehmens Erbe in Südostasien.

 


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Im September geht das Zentrum an den Start

Alle drei setzten sich fortan mit Elan dafür ein, die Idee in die Tat umzusetzen. Es wurde eine Betreibergesellschaft gegründet. 1,5 Millionen Euro investiert. Im September soll das Zentrum eröffnen, auf einer Fläche von 600 Quadratmetern.

"Wir schaffen jetzt zum einen ein Labor mit mehreren Arbeitsplätzen und zum anderen noch eine Art simulierten, komplett ausgestatteten OP-Saal", erläutert Maier, der seit 2006 in Singapur lebt. Jeder soll sich dort einmieten können. Kleinere Startups aus Singapur dürfen die Arbeitsplätze sogar kostenlos nutzen.

Für die Ausstatter auch ein Messe-Ersatz

Die drei mit Bezug zur Region Heilbronn: Maximilian Englisch (v.l.), Dominique Herold und Fritz Maier am German Centre.
Die drei mit Bezug zur Region Heilbronn: Maximilian Englisch (v.l.), Dominique Herold und Fritz Maier am German Centre.  Foto: privat

Für die beteiligten Unternehmen biete sich damit die Möglichkeit, ihre Produkte vorzustellen. Gerade in Zeiten, da es keine Messen mehr gibt, sei das eine wichtige Form der Präsentation, erklärt Englisch, der seine Ideen auch schon beim Medizintechnik-Branchenverband Spectaris zahlreichen deutschen Mittelständlern vorgestellt hat.

Darunter war auch Gunther Wobser, Chef der Medizintechnikfirma Lauda aus Lauda-Königshofen. Inzwischen sponsert er die Idee mit 10 000 Euro. "Wir haben schon seit 2008 eine eigene GmbH im German Centre", erzählt Wobser.

"Natürlich hoffe ich, auf diesem Weg Kontakt zu Startups aus Singapur zu bekommen." Temperier-Produkte seines Unternehmens sind im Labor deshalb ebenso vertreten wie Pipetten von Eppendorf aus Hamburg oder Geräte von Zeiss. "Die Unternehmen nutzen den Inkubator als eine Art Showroom", erläutert Englisch.

 


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Der Markteintritt wird so einfach wie möglich gemacht

An eine baldige Rückkehr nach Deutschland denken die drei Initiatoren in Singapur derzeit nicht. Aber sie würden sich freuen, Mittelständler oder Startups aus der Region Heilbronn-Franken begrüßen zu dürfen - ob als Ausstatter, Sponsor oder Nutzer der Einrichtung. Sogar Leih-Mitarbeiter könnten über die Außenhandelskammer gebucht werden, die dann zum Beispiel als Vertriebsmitarbeiter vor Ort fungieren, erklärt Dominique Herold. "Wir nennen es den First Step before the First Step" - den ersten Schritt vor dem Markteintritt. Die Hemmschwelle soll so niedrig wie möglich sein.

 

Vorbilder an Inkubatoren

Für die Idee des Life Science Incubators gibt es prominente Vorbilder, etwa den von Roche initiierten Digital Health Accelerator in München oder die Life Science Factory von Sartorius in Göttingen. Überall geht es darum, teure Laborräume effektiv zu nutzen. Die Corona-Krise dürfte einen Boom im Biotech- und Medizintechnik-Bereich nach sich ziehen. Deutsche Unternehmen und Startups sollen gute Voraussetzungen finden.

Die Idee des German Centres

Das German Center in Singapur, das vor gut 25 Jahren auf Initiative des damaligen Trumpf-Chefs Berthold Leibinger gegründet wurde, ist das erste weltweit. Mehr als 100 deutsche Firmen bietet es derzeit eine Heimat. Es gibt heute sechs German Centres und eine verwandte Einrichtung in Vietnam. Für fünf ist die LBBW Partner, zwei werden von der Bayern-LB unterstützt. 

 
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