Rekordumsatz erwirtschaftet – Würth bleibt auch in Krisenzeiten mutig
2023 hat die Würth-Gruppe den Rekordumsatz von 20,4 Milliarden Euro erreicht. Beim Gewinn hat es nicht ganz für eine neue Bestmarke gereicht.

Die Würth-Gruppe hat nach vorläufigen Zahlen im vergangenen Jahr einen weiteren Rekordumsatz in Höhe von 20,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Trotz konjunktureller Abkühlung wuchs der Konzern weiter, wenngleich sich die erschwerten Rahmenbedingungen auf den Gewinn auswirkten.
Würth-Gruppe mit Rekordumsatz: Ziele, die nicht verraten werden
Mit einem Jahr Verspätung können Würth-Chef Robert Friedmann und sein neuer Finanzchef Ralf Schaich verkünden, dass die 20 Milliarden Euro geknackt wurden – 2022 wurde die Marke um Haaresbreite verpasst. Doch der Blick geht nach vorn: "Wir überlegen jetzt natürlich, wie die nächsten zehn Jahre in diesem Unternehmen aussehen", sagt Friedmann.
Und Würth wäre nicht Würth, wenn dabei nicht starkes Wachstum eine zentrale Rolle spielte. Ab 2025 soll es wieder zügig voran gehen. Wann die 30 Milliarden erreicht sein könnten, darüber will Friedmann nicht öffentlich spekulieren. "Intern haben wir natürlich unsere Ziele."
Herausforderungen für Unternehmen wie Würth: Hoffen auf sinkende Zinsen
Das laufende Jahr werde jedenfalls zu einer Herausforderung. Deutschland befinde sich jetzt in der Rezession, die auch Würth vor allem am Bau zu spüren bekomme. Auch wenn der Höhepunkt bei den Zinsen überschritten sei, dauere es wohl eine ganze Zeit, bis sich die positiven Effekte bemerkbar machen. So wie es auch eine Zeit gebraucht habe, bis die negativen Effekte durchschlagen.

Trotz der eingetrübten Stimmung hat Würth den zweithöchsten Gewinn seiner Unternehmensgeschichte verbucht: 1,4 Milliarden Euro gibt die Unternehmensgruppe als Betriebsergebnis an - nur 200 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor.
Dass Robert Friedmann damit nicht zufrieden ist, zeigt, welche Ansprüche das Unternehmen an sich selbst stellt: "Wenn wir das Ergebnis optimieren wollten, dann würden wir anders agieren, dann könnten wir Mitarbeiter reduzieren und viele Kosten optimieren." Doch weiterhin gehe es vorrangig um langfristiges Wachstum.

Zu diesem Wachstum trägt nun auch noch der Zukauf eines Elektrogroßhändlers in Italien bei. IDG01 ist der etwas gewöhnungsbedürftige Name. Das Unternehmen aus Turin machte zuletzt 285 Millionen Euro Umsatz und bringt zusätzliche 580 Mitarbeiter an Bord des Würth-Konzerns.
Zusammen mit dem 2015 übernommenen Elektrogroßhändler MEF in Florenz und dem 2018 hinzugekommenen MEB aus Schio in Venetien habe Würth nun eine starke Präsenz in Norditalien. "Das war das fehlende Puzzlestück, mit dem wir in der Lage sind, ganz Italien abzudecken", so Friedmann.
Bedeutung des Elektrogroßhandels wächst
Ohnehin gehört der Elektrogroßhandel zu den wichtigsten Säulen der Würth-Gruppe. "Auch im privaten Bereich wird alles elektrifiziert - angefangen vom Rollladen bis zur Ladestation fürs E-Auto", sagt Friedmann. Davon profitiere dieser Bereich, der 2023 um zehn Prozent wuchs, und damit deutlich stärker als das klassische Handwerkergeschäft (plus 3,4 Prozent).
Die Belegschaft hat im vergangenen Jahr um 1400 Mitarbeiter zugelegt, zum Jahreswechsel arbeiteten 87 047 Menschen für Würth. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 27.128 Mitarbeiter.
Würth-Gruppe aus Künzelsau: Mehr als ein Schraubenhändler
Die Würth-Gruppe aus Künzelsau ist in 80 Ländern aktiv und Weltmarktführer in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial. Zu Marktanteilen gibt es keine exakten Daten, auch weil das Unternehmen weitere Handels- und Produktionsunternehmen im Portfolio hat.
Die sogenannten Allied Companies sind in Geschäftsfeldern wie etwa dem Elektrogroßhandel, den Bereichen Elektronik sowie Finanzdienstleistungen aktiv. "Aufgrund dieser Diversifizierung lässt sich kaum berechnen, welchen Marktanteil wir haben", sagt Würth-Finanzchef Ralf Schaich. Weltweit bewege man sich zwischen fünf und zehn Prozent.





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