Stimme+
Neckarsulm/Magdeburg
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Rassismus-Vorwürfe gegen Magdeburger Kaufland-Filiale

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Mitarbeiter eines Magdeburger Verbrauchermarkts sollen Kunden indischer Herkunft beleidigt und anschließend hinausgeworfen haben. In den sozialen Medien sorgt das für Empörung. Kaufland nimmt zu mehreren Punkten Stellung und zieht erste Konsequenzen.

 Foto: Kaufland

Kaufland wird seit zwei Tagen in den sozialen Medien mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Auslöser war ein auf Twitter veröffentlichtes Video von zwei Kunden, die durch den Sicherheitsdienst des Hauses verwiesen wurden. Im beigefügten Text erhob die betroffene Frau schwere Vorwürfe gegen die Mitarbeiter. Kaufland bedauerte den Vorfall auf Nachfrage unserer Zeitung und entschuldigte sich dafür.

Wegen verdorbener Milch das Gespräch gesucht

Auf Twitter beschrieb die Kaufland-Kundin, wie sie mit einem Bekannten eine Packung Milch zurückbrachte, deren Inhalt verdorben war. Sie habe nicht schlecht geschmeckt, aber beide seien krank geworden, nachdem sie davon getrunken hatten. Zudem habe sich die Packung später aufgebläht.

Nachdem zuerst eine Entschädigung angeboten worden sei, habe ein Mitarbeiter dann die Flasche behalten und erklärt: "Sie sind in unserem Land, sie können hier keine Entschädigung verlangen. Sie sind in Deutschland." Anschließend seien sie vom Wachdienst hinausgeworfen worden.

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Kaufland hat sich vom Mitarbeiter der Sicherheitsfirma schon getrennt

Das Video davon zeigt ein hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte. Die Pressestelle in Neckarsulm teilte dazu mit, es werde derzeit geklärt, wie es zu der im Video gezeigten Situation kommen konnte. "Das dort gezeigte Verhalten können wir weder akzeptieren noch tolerieren. Dazu stehen wir auch mit der beauftragten Sicherheitsfirma in Magdeburg im Austausch."

Auf den Twitter-Post vom Mittwochabend hatte Kaufland bereits in dem Medium reagiert: "Haben das Video irritiert zur Kenntnis genommen", schreibt dort das Social-Media-Team. Am Freitag hat Kaufland dann bereits entschieden, dass der betroffene Mitarbeiter der Sicherheitsfirma "nicht mehr für uns tätig sein wird". Kaufland werde alles tun, damit sich solche Szenen nicht wiederholen.

Gängige Reklamationsregelung wurde angeboten

Für die weitere Aufarbeitung bat Kaufland auch um Geduld. Das Unternehmen nahm am Freitagabend allerdings schon zu einigen Punkten Stellung. "Grundsätzlich gilt bei uns ,Umtausch ohne viele Worte' ", erklärte eine Sprecherin. "Bei Reklamationen verhalten wir uns kulant."

So sei auch dieser Kundin die gängigen Reklamationsregelung angeboten worden. "Da sie diese ablehnte, haben wir ihr den Verkaufspreis erstattet und ihr zugesagt, dass wir den Vorgang intern prüfen."

Die Milchpackung sei tatsächlich einbehalten worden, "da wir diese durch unsere interne Qualitätssicherung untersuchen lassen". Die Kundin habe hierfür einen Beleg erhalten. Die Kundin hatte die Packung zurückgefordert und laut eigener Aussage auch damit gedroht, mit dieser vor Gericht zu gehen.

Nach Anzeige: Magdeburger Polizei ermittelt

Die Magdeburger Polizei ermittelt. Sie war offenbar schon zu dem Vorfall hinzugerufen worden. Später erstattete ein Security-Mitarbeiter Anzeige, weil Aufnahmen von ihm ohne Zustimmung veröffentlicht wurden. "Wir ermitteln aber in beide Richtungen, also auch, was den Vorfall an sich betrifft", erklärte eine Polizeisprecherin gegenüber unserer Zeitung.


Mehr zum Thema

Stimme+
Meinung
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Meinung zu Kaufland-Vorfall: Auf Wiedervorlage setzen


Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben