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Meinung zu Kaufland-Vorfall: Auf Wiedervorlage setzen

  
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Einiges lief nicht korrekt ab in Magdeburg. Eine Bewertung der Rassismus-Vorwürfe gegen Kaufland ist bislang aber schwierig, mahnt unser Autor.

  

Kundenfreundliches Verhalten sieht anders aus. Niemand möchte wohl so aus einem Laden hinauskomplimentiert werden, wie es auf dem Video zu sehen ist, das zwei junge Leute indischer Herkunft auf Twitter gepostet haben. Da gibt es nichts zu diskutieren.

Das sieht auch Kaufland so, und das zeigt, dass das Unternehmen die Vorwürfe ernst nimmt. Ob aber zuvor die rassistischen Äußerungen gefallen sind, von denen die Betroffene berichtet, das ist unklar. Immerhin ermittelt auch die Polizei. Vielleicht kann sie Licht ins Dunkel bringen.

Mahnendes Beispiel Gil Ofarim

Bis dahin ist Zurückhaltung angebracht. Zu präsent ist noch die angeblich antisemitische Beleidigung durch einen Hotelmitarbeiter, von der Sänger Gil Ofarim Anfang Oktober auf Instagram berichtete. Seine Aussagen wurden von zu vielen Menschen für bare Münze genommen, es kam zu Demonstrationen vor dem Hotel und wütenden Protesten. Inzwischen müssen seine Aussagen zumindest mit einem dicken Fragezeichen versehen werden.

Es ist eben immer im Bereich des Möglichen, dass Menschen nicht die Wahrheit sagen, Anschuldigungen erfinden. Erst recht, wenn es ein offensichtliches Motiv dafür gibt - sei es die Unzufriedenheit über eine lange Wartezeit an der Rezeption oder über eine nicht erfolgte Entschädigungszahlung.

Gleiches gilt auch umgekehrt: In keinem Disput ist es gerechtfertigt, auf Kritik mit rassistischen Beleidigungen zu reagieren. Deshalb heißt es nun: Abwarten. Blöd nur: Die Funktion "Auf Wiedervorlage setzen" fehlt in allen sozialen Medien. Und so wird eben munter kommentiert, bevor irgendetwas bewiesen ist.


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