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Partyfässer boomen: Ehemalige Öhringer Firma Huber Packaging dreht unter Envases auf

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Der Öhringer Blechverpackungsproduzent hat schon im ersten Jahr nach der Übernahme durch den mexikanischen Konzern Envases profitiert. Es wird investiert und eingestellt.

Noch werden Blechplatten eingekauft. Künftig sollen sie von der Rolle geschnitten werden. Eine der vielen Investitionen für höhere Produktivität.
Noch werden Blechplatten eingekauft. Künftig sollen sie von der Rolle geschnitten werden. Eine der vielen Investitionen für höhere Produktivität.  Foto: Gleichauf, Christian

Nach der Übernahme durch die mexikanische Envases-Gruppe vor gut einem Jahr ist die ehemalige Huber Packaging Group in Öhringen wieder zurück in der Erfolgsspur. Allerdings müssen die Mitarbeiter mit einem Zukunftstarifvertrag und 70 bis 80 Stunden unbezahlter Mehrarbeit pro Jahr einen Beitrag leisten. Im Gegenzug gilt eine fünfjährige Standort- und Beschäftigungssicherung. Das hat der Arbeitgeberverband Südwestmetall mit der IG Metall in Schwäbisch Hall ausgehandelt.

Eine Millionen-Investition nach der anderen

Es wird wieder investiert in Öhringen, wie Geschäftsführer Martin Lüer betont. Eine sage und schreibe 91 Meter lange - fast neue - Lackierlinie hat bereits Platz gefunden, wo die Bleche bedruckt werden, die anschließend zu Farb- oder sonstigen Eimern und Dosen werden. Zwei Millionen werden dafür investiert.

 


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In diesem Zuge stellt Envases auch um von Blechtafeln auf Rollenware, sogenannte Coils. Noch einmal zwei Millionen Euro sind dafür fällig. Um eins ans andere optimal anzubinden, ist noch einiges an Umbauten in den Hallen angesagt. "Tetris mit Maschinen", kommentiert Lüer scherzhaft.

Envases: CEO Martin Lüer mit einer frisch produzierten Farbdose im Öhringer Werk 1.
Envases: CEO Martin Lüer mit einer frisch produzierten Farbdose im Öhringer Werk 1.  Foto: Christian Gleichauf

"Die Wege werden künftig aber extrem viel kürzer", erklärt Jochen Massa, der Leiter des Werks 1 bei Envases direkt neben dem Verwaltungsgebäude. Er zeigt, woher künftig das Material kommt, wo verarbeitet, wo gelagert wird.

Das neue Hochregallager etwa bietet Platz für die fertig bedruckten Blechtafeln. Momentan wird es halbautomatisiert genutzt. "Für die Vollautomatisierung werden wir noch einmal 200 000 Euro investieren müssen", sagt Massa. Das sei bereits geplant.

Automatisierung kommt, aber nicht auf Kosten der Mitarbeiter

So wie noch so vieles automatisiert werden kann in der Produktion. Künftig sollen beispielsweise Greifarme die Verschlussdeckel hier auffüllen, gibt Lüer ein Beispiel. Auch im Versand würden die Lkw heute noch manuell mit Paletten beladen, künftig übernähmen das Maschinen. "Mit der Beschäftigungssicherung werden Bedenken der Mitarbeiter, dass ihr Arbeitsplatz durch die Roboter wegrationalisiert werden könnte, aber obsolet", betont Lüer.

Envases-Geschäftsführer (CEO) Martin Lüer (rechts) und Werkleiter Jochen Massa am Ende der 91 Meter langen Lackierstraße.
Envases-Geschäftsführer (CEO) Martin Lüer (rechts) und Werkleiter Jochen Massa am Ende der 91 Meter langen Lackierstraße.  Foto: Gleichauf, Christian

Im vergangenen, noch immer von Corona geprägten Jahr hat das Partyfassgeschäft von Envases weiteren Auftrieb erhalten. Durch die Übernahme eines Geschäftsbereichs von einem Mitbewerber sollen in diesem Jahr noch einmal acht Millionen Fässer zusätzlich produziert werden.

Um eine Million würde der Bereich organisch wachsen, sodass am Ende 33 Millionen produzierte Fässer stehen sollen. "Ich denke, so viele haben wir hier noch nie hergestellt. Beide Linien produzieren im Drei-Schicht-Betrieb, die erste sogar am Samstag", so der 51-jährige CEO. "Den Zukauf und die Investitionen hätten wir uns ohne den finanzkräftigen Mutterkonzern nicht leisten können."


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Die Zahlen zeigen nach oben - nicht nur in Öhringen

Die Preissteigerungen - beim Blech liegen sie etwa bei 80 Prozent - werden weitergegeben. Von 211 Millionen auf 270 Millionen Euro werde der Umsatz im laufenden Jahr steigen. Ein Drittel davon stamme in etwa aus dem Bierfassgeschäft.

"Das vergangene Jahr war das erste seit langer Zeit ohne Sondereffekte", erläutert Lühr. Bei rund acht Prozent des Umsatzes liege der operative Gewinn nun. 15 Prozent Marge sind mittelfristig angepeilt.

Das Hochregallager könnte künftig auch vollautomatisch bedient werden.
Das Hochregallager könnte künftig auch vollautomatisch bedient werden.  Foto: Gleichauf, Christian

70 Mitarbeiter wurden im vergangenen Jahr sogar eingestellt. Die Belegschaft zählt jetzt wieder 700 Mitarbeiter in Öhringen - so viel wie 2011, vor dem Beginn einer Reihe von Stellenstreichungen.

Ruhe ist auch an den anderen Standorten eingekehrt. "Die Schweiz läuft wie ein Uhrwerk", sagt Lüer. Österreich habe unter Corona gelitten, weil das Geschäft mit der Gastronomie weggebrochen ist. Die Normalisierung sei nun aber absehbar. England sei stabil. "Wir schreiben überall schwarze Zahlen", sagt der Geschäftsführer. Und solange das so sei, bekomme er aus Mexiko auch weitreichende Freiheiten.

 


Scheue Mutter

Das Logo der Firma Envases.
Das Logo der Firma Envases.  Foto: Christian Gleichauf

Auch vonseiten des Schwäbisch Haller IG-Metall-Chefs Uwe Bauer gibt es Lob für die Entwicklung, die das ehemalige Huber Packaging unter dem neuen Mutterkonzern Envases genommen hat.

Hinter Envases steht die Familie Zapata, eine der reichsten Familien Mexikos, die sich weitgehend aus der Öffentlichkeit heraushält. Es besteht nicht einmal ein Wikipedia-Eintrag.

Gegründet 1993 in Mexico City, beschäftigt der Konzern heute weltweit rund 10.000 Mitarbeiter.

 
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