Originale für ein bisschen mehr Sexiness der Region
Nicht nur die Landschaft lockt: Mit ihrer neuen Kampagne #PlatzFürOriginale werben Wirtschaftsförderer und Unternehmen um Fachkräfte für Heilbronn-Franken. Die "Region der Weltmarktführer" soll deshalb nicht verschwinden.

Fachkräfte für die Region Heilbronn-Franken zu begeistern, das ist das Ziel der Initiative #PlatzFürOriginale der Wirtschaftsfördergesellschaft WHF. Den offiziellen Startschuss gab es nun in Mulfingen-Hollenbach bei EBM-Papst.
Mehr als 4000 Mitarbeiter arbeiten rund um den Heimatstandort von EBM-Papst mit seinen Werken in Mulfingen, Hollenbach und Niederstetten. "Unsere Mitarbeiter kommen aus der gesamten Region, aus Brackenheim oder dem Main-Tauber-Kreis", erzählt Gastgeber Ralf Sturm, Gesellschafter von EBM-Papst und Bereichsleiter Personal der Unternehmensgruppe.
Er habe sich deshalb eine Dachmarke für Heilbronn-Franken gewünscht und freue sich nun über die neue Kampagne. "Ich kenne allein in unserem Unternehmen mindestens 50 Originale."

Einige weitere stellte anschließend Andreas Schumm, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken (WHF) vor. Alessandro Vergani zum Beispiel. Der 32-jährige Ingenieur ist 2017 aus Italien nach Schwäbisch Hall gekommen, zu den Unicorns, um in der American-Football-Bundesliga zu spielen.
Inzwischen spricht er fließend deutsch - mit ein paar Brocken Englisch dazwischen - und will nicht mehr weg, auch wenn sich seine aktive sportliche Karriere irgendwann dem Ende zuneigt. "Wir lieben die Ruhe, die Leute", sagt er. Schwäbisch Hall sei ein "diamond".
Stärken hat die Region viele zu bieten
Andreas Kröneck ist Filmemacher aus Heilbronn und will mit seiner Produktionsfirma Hnywood auch seine Heimatstadt in den Fokus rücken. "500 Kilometer weiter" sei zwar auch nicht alles schlecht, meint er, doch er schätze die Menschen und die Stadt am Fluss, das werde ihm immer mehr bewusst.

Demnächst darf er sogar sein Drehbuch für einen Edgar-Wallace-Film mit Schauplatz Bildungscampus bei Netflix vorstellen. "Heilbronn wird in der Welt bislang nicht unbedingt mit Sexiness in Verbindung gebracht", sagt er. Das soll sich ändern.
Es ist nicht die erste Kampagne, mit der die Einheit der Region Heilbronn-Franken gefördert werden soll. Als Andreas Schumm vor zehn Jahren bei der WHF das Steuer übernahm, da gab es bereits die "Region der Weltmarktführer". "Das hat funktioniert, aber es ist in die Jahre gekommen."
Zudem hätten sich nicht alle Unternehmen damit identifizieren können. "Es gibt, wenn man es genau nimmt, schließlich mehr Firmen, die nicht Weltmarktführer sind bei uns", sagt Schumm. Trotzdem soll dieser Slogan auch weiterhin genutzt werden.
Künftig sollen sich aber möglichst viele Unternehmen hinter der neuen Kampagne versammeln. Eine hohe sechsstellige Summe hatten die Gesellschafter der WHF bereits als Anschubfinanzierung bereitgestellt, die ersten zwölf Partnerfirmen unterstützen sie ebenfalls großzügig.
Ab 1000 Euro sind Unternehmen dabei
"Wir wollen aber auch Einstiegs-Pakete schnüren, damit Unternehmen ab 1000 Euro mitmachen können", sagt Schumm. Die Vorteile sind unter anderem, dass diese Partnerfirmen dann auch auf dem Internetauftritt www.platzfueroriginale.de verlinkt werden und ihre Stellenanzeigen dort veröffentlichen können.

Denn gesucht werden natürlich nicht nur Originale aus der Region, sondern hier ist auch Platz für Originale aus aller Welt. Die werden über das Welcome-Center der WHF an die Hand genommen und bei den Formalitäten unterstützt, die mit einem Umzug verbunden sind.
Für Bewerber aus Deutschland könne der Service zwar nicht im gleichen Umfang übernommen werden, sagt Schumm. Doch wer sich bei der WHF meldet, der werde natürlich ebenfalls unterstützt und an die richtigen Stellen verwiesen.
Weiterhin ein Thema ist die Vielfalt an Wirtschaftsfördergesellschaften in Heilbronn-Franken. So hat etwa die Initiative Hohenlohe Plus der Städte Bad Mergentheim, Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall gerade einen humorvollen Imagefilm produzieren lassen, der innerhalb kürzester Zeit mehr als 60.000 mal aufgerufen wurde. Daran will WHF-Geschäftsführer Andreas Schumm keinerlei Kritik üben. "Schade ist nur, dass wir über solche Aktionen nicht informiert werden." Von etwas mehr Abstimmung könnten schließlich alle profitieren, findet er.


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