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Innenausbau läuft
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Innovationsfabrik IFH 2.0: Neue Räume für die Heilbronner Gründerszene

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Endspurt für den Neubau der IFH 2.0 im Heilbronner Zukunftspark Wohlgelegen. Das markante Gebäude aus Holz und Glas ist ein besonderer Ort für Gründer und Selbstständige. Er wird nur etwas teurer als gedacht.

Blick in das mehrgeschossige Atrium der IFH 2.0. Schon auf den ersten Blick ist die Wärme erkennbar, die die Konstruktion ausstrahlt.
Blick in das mehrgeschossige Atrium der IFH 2.0. Schon auf den ersten Blick ist die Wärme erkennbar, die die Konstruktion ausstrahlt.  Foto: Gleichauf, Christian

Die lebhafte Heilbronner Gründerszene bekommt in wenigen Wochen eine attraktive, neue Heimat: Die Innovationsfabrik 2.0 eröffnet im Zukunftspark Wohlgelegen. "Die ersten Bestandsmieter, die zuletzt übergangsweise noch im Hofkammergebäude untergebracht waren, dürfen als erstes rein", sagt Bernd Billek, bei der Stadtsiedlung für die Entwicklung des Gewerbeparks zuständig. Noch aber läuft der Innenausbau. Alle anderen dürfen deshalb erst im April einziehen.

IFH 2.0  in Heilbronn: Fast alles im Gebäude ist aus Holz

Das Gebäude mit seinem markenten Tragwerk ist ein Gegenpol zur silbern glänzenden Verkleidung des Tagungszentrums WTZ-Turm nebenan. Die IFH 2.0 verbindet in Holz und Glas Nachhaltigkeit mit modernem Erscheinungsbild. Beton kommt nur für die zwei Treppenhäuser zum Einsatz – aus Sicherheitsgründen. "Sogar die Aufzugschächte sind aus Holz", sagt Billek beim Rundgang. Von der Schweizer Baufirma Blumer Lehmann werde übrigens genauso viel Holz verbaut wie im Skaio, dem Holzhochhaus, das zur Buga vor fünf Jahren im Neckarbogen fertiggestellt wurde.


"Und dabei ist es noch innovativer als das Skaio. Es ist ein Gebäude, auf das wir extremst stolz sind", sagt Stadtsiedlungs-Geschäftsführer Dominik Buchta. Die Erfahrung, die man mit dem Skaio im Holzbau gemacht habe, sei dabei nicht zu unterschätzen. "Im gewerblichen Bereich können wir damit deutschlandweit ein Zeichen setzen."

Neue IFH: Großzügig für die Gemeinschaft, kleinteilig in den Büros

Überall sind die Handwerker bei der Arbeit in der neuen IFH. Der Terrazzo-Boden im Erdgeschoss muss noch geschliffen werden. Verkleidungen fehlen noch, ebenso die Einrichtung in den Büros. 280 Arbeitsplätze wird es hier geben, die meisten in Vierer-Büros. Aber auch Zweier- oder Achter-Einheiten sind vorgesehen.

"Wir haben bewusst eine kleinteilige Struktur gewählt", sagt Billek. Dazu gibt es das großzügige Atrium, Sitzmöglichkeiten und mehrere Sozial- und Besprechungsräume. Zielgruppe sind Gründer und Selbstständige aus dem Dienstleistungsbereich, gegebenenfalls auch Handwerker, Grafiker oder Ingenieure.

Die günstigen Büros in der IFH sind schon weg

Annähernd die Hälfte der Plätze ist schon vergeben - teilweise sind nun bereits nur noch die teureren Büros in den oberen Stockwerken zu haben. "Wir sind allerdings insgesamt sehr günstig", betont Billek.

Zweier-Büros gibt es zwischen 360 und 550 Euro, Vierer-Büros ab 680 Euro. Ein Schreibtisch in einem gemischten Büro kostet ab 229. "Alles möbliert und immer inklusive Wasser, Kaffee und WLAN."

Das All-Inclusive-Angebot wurde von der ersten IFH übernommen. Die befand sich seit 1998 in der ehemaligen Maschinenfabrik der Firma Weipert, machte 2020 aber den Weg für die Ansiedlung der Programmierschule 42 frei. Die Dieter-Schwarz-Stiftung wünschte sich dafür den historischen Backsteinbau in direkter Nachbarschaft zum Bildungscampus und war offenbar bereit, einen Preis zu bezahlen, der einen Neubau an anderer Stelle ermöglichte.

Bau der Innovationsfabrik wurde etwas teurer als geplant

Zeitlich kam der Neubau zu einer ungünstigen Zeit. Die Preise für Beton und Holz sahen kurz nach Baubeginn 2021 Rekordstände. "Das haben wir alles mitnehmen müssen", sagt Dominik Buchta. Mit einigen Preissteigerungen liegen die Baukosten nun bei knapp 19 Millionen Euro. Immerhin komme man jetzt aber zu einer günstigen Zeit in die Vermarktung, schätzt der Stadtsiedlungs-Chef.

Insgesamt sei das Gebäude auch ein Beitrag und ein Bekenntnis der Stadtsiedlung zu den Entwicklungen in der Stadt. "Wir wollen neben den Campus Founders und dem Ipai, die sich vor allem an Start-ups im KI-Bereich wenden, auch für andere Zielgruppen etwas bieten", sagt Buchta.


Grüne Technik

Es riecht nach Holz. Statt alter Mauern gibt es in der IFH 2.0 warme Balken und eine deutlich bessere Akustik, betont Bernd Billek, bei der Stadtsiedlung Heilbronn verantwortlich für die Entwicklung des Zukunftsparks Wohlgelegen. "Die alte IFH war doch sehr hellhörig." Um die Schallübertragung zwischen den Räumen zu unterbinden, wurden die Trennwände auf den Rohboden gestellt. Dadurch sind sie auch nicht leicht zu verschieben. Die Wärme oder wahlweise auch die Kühle im Sommer kommt aus Luftauslässen im sogenannten Klimaboden. Die mächtigen Wärmepumpen vor der Tür werden bei Sonnenschein mit grünem Strom von der eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach betrieben.

 
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