Nach 30 Jahren hat Würth Fahrzeugeinrichtungen noch viel vor
Der Umsatz bei der Obersulmer Würth-Tochter soll sich in den nächsten acht Jahren mehr als verdoppeln. Bei der Feier verrät Unternehmer Reinhold Würth: Die Krise hat doch erste Konsequenzen, auch bei Würth.

Nach 30 Jahren ist das kleine Jubiläum von Würth Fahrzeugeinrichtungen auch ein Schlusspunkt für Martin Schäfer. Der heutige Geschäftsführer Fahrzeugeinrichtungen war von Anfang an dabei. "Das schöne war, dass wir bei Null angefangen haben." Heute macht dieser Geschäftszweig des Schraubenhändlers aus Künzelsau knapp 80 Millionen Euro Umsatz. "2030 sollen es 200 Millionen sein", sagt Schäfer.
Die Familie steigt ein
In den nächsten Wochen verabschiedet sich Schäfer in den Ruhestand und übergibt an Christian Würth, den Bereichsleiter Services und Systeme bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG (AWKG). Er ist der Ehemann von Maria Würth, der stellvertretenden Geschäftsbereichsleiterin für Kunst und Kultur im Konzern. Die Enkelgeneration übernimmt also auch hier.
In Obersulm-Willsbach wurde vergangene Woche mit informativen Kundentagen das 30-Jährige gefeiert. Begrüßt wurden die mehr als 200 Geschäftspartner und Mitarbeiter zudem mit einer Ansprache des Eigentümers Reinhold Würth.
Der 87-Jährige blickte weit zurück und weit in die Zukunft. Vielleicht, so seine Einschätzung, werde die Technik es ermöglichen, dass die Menschen in 30 Jahren nur noch vier oder drei Tage die Woche arbeiten müssen. Aber momentan sei er vor allem besorgt über die Lage in der Ukraine und die Pläne des Wladimir Putin.
Verschiebung des größten Bauprojekts der nächsten Jahre

Trotz aller negativer Entwicklungen werde der Umsatz der Würth-Gruppe in diesem Jahr aber an der 20-Milliarden-Euro-Marke kratzen. Im nächsten Jahr könne es dann jedoch auch fünf oder sieben Prozent nach unten gehen. "Wir machen natürlich auch eine Worst-Case-Planung."

Die Unsicherheit führe jedenfalls dazu, dass der Neubau des Büro- und Verwaltungsgebäudes in Gaisbach - ein knapp 50 Meter hoher Holz-Hybridbau - voraussichtlich um ein Jahr geschoben wird.
Das sollte die Stimmung an diesem Tag allerdings nicht trüben. Stolz zeigten die Verantwortlichen die Fahrzeugeinrichtungen, die bei der Würth-Tochter Dringenberg zum Teil auch von geistig Behinderten aus der Stiftung Lichtenstern in Löwenstein konfektioniert werden.
Würth Fahrzeugeinrichtungen gehört zu den Top 3 in Deutschland
"Das alles ist hochindividuell, und es muss Crash-sicher sein", erläutert Großkunden-Vertriebsleiter Timo Strack. Das Ziel sei natürlich, alles aus einer Hand zu liefern, also zur Innenausstattung auch das Werkzeug. "Doch wir machen es auch passend, wenn da ein anderer Koffer rein soll." Würth gehöre inzwischen zu den Top 3 Fahrzeugausstattern in Deutschland.



Stimme.de
Kommentare