Teamsport-Spezialist aus Hohenlohe: Für Jako geht's mit Riesensprüngen nach vorn
Jako, der Hersteller von Teamsportartikeln aus Hohenlohe, entwickelt sich auch unter der nächsten Führungsgeneration in einem beachtlichen Tempo. Ein neues Hochregallager ging kürzlich in Betrieb, beim neuen Versandzentrum gibt es allerdings eine Hängepartie.

Es hat etwas Magisches, wenn die Roboterwagen durch den "Autostore" huschen und unaufgeregt ihre Arbeit verrichten. Vollautomatisch kommen so die angeforderten Produkte zu den Mitarbeitern, die Paket für Paket für den Versand fertig machen. Innerhalb von maximal 48 Stunden soll die Ware versandt – und möglichst auch beim Kunden, beim Händler, sein. "Dafür halten wir 95 Prozent aller Katalogartikel bei uns vor", erzählt Jako-Chefin Nadine Sprügel. 400 Artikel in fast 20.000 Varianten hält der Teamsport-Spezialist vor.

Wichtig ist deshalb das neue Hochregallager, das mit zwei Jahren Verzögerung nun vor wenigen Wochen in Betrieb gegangen ist. "Eigentlich wollten wir 2020 mit dem Bau beginnen, dann kam Corona", erzählt die Vorstandschefin. Ein Jahr später hätten die Baufirmen abgeraten, wegen der Preise und der Lieferengpässe. 2022 wurde es dann noch teurer – doch jetzt steht der Bau und die 12.000 Palettenstellplätze werden derzeit befüllt – die Kapazität wurde somit verdoppelt. Noch stehen Stapel an Kartons in den Gängen der Logistik. Hier wurde zuletzt zwischengelagert. Denn die Kundschaft will nicht warten.
Jako in Mulfingen: Schnelle Erholung von der Corona-Krise
Schnell hat sich Jako von der Corona-Krise erholt. "Es waren schon drei harte Monate voller Perspektivlosigkeit", erinnert sich Nadine Sprügel an 2020, als zeitweise nichts mehr ging. "Wie will man den Team-Gedanken leben, wenn man nicht mehr zusammenkommen kann? Wir sind eben alles keine Homeoffice-Menschen", erklärt die Chefin.

Die Pandemie kam auch für den langjährigen Firmenchef Rudi Sprügel, der Jako 1989 gegründet hat, zur Unzeit. "Wir hatten ja vor, Rudi ein cooles Abschiedsjahr zu bereiten", sagt seine Tochter, die gemeinsam mit ihrer Schwester Yvonne Sprügel, mit Tobias Röschl und Markus Frank seit 2021 den Vorstand bildet. Ansonsten sei der Übergang gut gelaufen. "Ich arbeite seit 2006 im Unternehmen", sagt die 39-Jährige. Man sei eigentlich auf alles gut vorbereitet gewesen.
Lockdowns in Asien: Produktion wurde lahmgelegt
Nur nicht auf Corona. Mit den Lockdowns in Asien wurde die Produktion erst einmal lahmgelegt – obwohl wenige der Hersteller in China sitzen. Doch mit den gerissenen Lieferketten wurde auch offensichtlich, wo überall chinesische Produkte drinstecken. Reißverschlüsse etwa würden nur in China hergestellt. "Inzwischen haben wir die Abhängigkeit weiter reduziert", sagt Nadine Sprügel. "Aber manchmal ist es nur eine besondere Chemikalie für gestickte Vereinswappen, die aus China kommt."
Selbst im Corona-Jahr 2020 machte das Familienunternehmen noch einen Gewinn von fünf Millionen Euro, der sich seitdem wieder im zweistelligen Millionenbereich bewegt. Wirtschaftlich ging es mit weiten Sprüngen voran. Der Umsatz legte die vergangenen zwei Jahre jeweils um 20 Prozent zu, auf 156 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2022. Dieses Jahr ist wieder ein Plus von 20 Prozent angestrebt. Mehr als 180 Millionen Euro sind das Ziel. "Da wirken allerdings auch ein paar Sonderfaktoren", merkt Sprügel an. "Nicht zuletzt die Preissteigerungen machen auch bei uns fünf Prozent aus." Dennoch: Läuft es so gut weiter, wären 2024 die 200 Millionen überschritten - ein bemerkenswerter Meilenstein und eine Verdoppelung des Umsatzes innerhalb von nur vier Jahren.
Jako-Teamwear für das Zusammengehörigkeitsgefühl
Gut angenommen wird das Angebot, gemeinsam mit Händlern einen Online-Team-Shop für Vereine einzurichten. Deren Mitglieder können dort Produkte aus der eigenen Kollektion einkaufen. Mehr als 14.000 Vereine nutzen diesen Service schon.
Neu seit 2021 gibt es neben dem Teamsport- auch den Teamwear-Katalog. Unternehmen finden dort alles, um mit besticktem Polohemd oder bedrucktem Hoodie für Zusammengehörigkeitsgefühl in der Firma zu sorgen. Wie bei Jako selbst: Jeder hier darf in sportlicher Kleidung unterwegs sein. An den Konferenzräumen steht das Motto "We are Team" – und in diesem Team geht Vorstandschefin Nadine Sprügel in ihrem Kapuzenpulli mit gutem Beispiel voran.
Hängepartie beim neuen Versandzentrum
Angesichts des Wachstums hält Jako auch an seinem Plan für ein neues Versandzentrum in der Nachbarschaft fest. "Aber die Mühlen in Deutschland mahlen langsam", sagt Unternehmenschefin Nadine Sprügel. Noch sei nicht absehbar, ob und wann der Bebauungsplan geändert wird. Derzeit hat das Unternehmen mehr als 350 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Allein dieses Jahr sollten 70 Leute eingestellt werden, erklärt Sprecherin Selina Mühleck. Der Fachkräftemangel sei spürbar.


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