Insolvenz von Paulus Wohnbau: Totalverlust für Investoren im Crowdfunding möglich
Obwohl das Risiko groß war, sammelte das Online-Portal Zinsbaustein.de Millionen für das inzwischen insolvente Bauträger-Unternehmen aus Pleidelsheim ein. Für viele Anleger könnte es nun schlecht ausgehen.

Während die meisten Gläubiger der insolventen Paulus Wohnbau GmbH nun darauf hoffen können, dass mit einem Weiterbetrieb nur Teile der Verbindlichkeiten abgeschrieben werden müssen, sieht das für eine Vielzahl von privaten Geldgebern anders aus.
Paulus Wohnbau hat in den vergangenen Jahren mehrfach Geld über das Internetportal Zinsbaustein.de eingesammelt. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Crowdinvesting-Anbieter.
Auch das Studentenwohnheim im Neckarbogen hat davon profitiert
Der erste Satz in der Informationsbroschüre von Zinsbaustein.de für die Paulus-Wohnbau-Projekte lautet: "Risikohinweis: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen."
Dass dieser Fall tatsächlich einmal eintritt, daran glaubten offenbar viele nicht. Zwischen 500 und 25.000 Euro gaben Einzelinvestoren - zusammen fast sieben Millionen Euro - und verließen sich auf das Versprechen, dass das Geld in den nächsten Jahren zurückgezahlt wird. So wurde beispielsweise ein Studentenwohnheim im Heilbronner Neckarbogen finanziert, auch für ein Projekt am Hillerplatz in Bietigheim-Bissingen oder eine Seniorenwohnanlage in Wiernsheim bei Pforzheim wird Geld eingesammelt.
Bis heute sind die Angebote auf www.zinsbaustein.de zu finden. Paulus Wohnbau versprach dafür Verzinsungen von bis zu sieben Prozent. Daraus wird nun nichts.
Bei den nachrangigen Darlehen handelt es sich um riskante Anlagen. Die Heilbronner Stimme warnte bereits 2017, dass hier auch ein Totalverlust möglich ist. Die Verbindlichkeiten von Paulus waren damals schon sehr hoch und sind seitdem weiter angewachsen.
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