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"Ich beneide die Jugend um die Chance, sich zu verwirklichen"

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5 Fragen an ... Thomas Villinger: Der Geschäftsführer des Zukunftsfonds Heilbronn über seine Pläne von früher, seine Erfahrungen und sein Verhältnis zu Geld. Ein Kurzinterview.

Herr Villinger, wo ist für Sie persönlich, privat, Geld etwas wert?

Thomas Villinger ist Geschäftsführer des Zukunftsfonds Heilbronn.
privat
Thomas Villinger ist Geschäftsführer des Zukunftsfonds Heilbronn. privat  Foto: Fotostudio M42 ThomasFrank+Katja

Thomas Villinger: Auch wenn ich beruflich mit großen Summen hantiere, haben sich meine privaten Maßstäbe nicht verschoben. Geld ist nicht das Wichtigste im Leben. Ich bin im südlichen Afrika aufgewachsen. Wir haben in Kapstadt seit Jahren ein Haus, in dem unsere Familie zusammenfinden kann und das auch mein persönlicher Rückzugsort ist. Unsere Einblicke in das Leben vor Ort und in einige soziale Projekte, die wir unterstützen, sind mir wichtig. Hier kann Geld sehr viel Positives bewirken.

 

Warum sind Sie nicht in die Politik gegangen?

Villinger: Ich bin sicherlich ein politischer Mensch und habe als Jugendlicher auch über ein politisches Engagement nachgedacht. Liberale, freiheitliche Werte waren und sind mir wichtig. Doch als ich die Chance bekam, für internationale Organisationen und Unternehmen in Saudi-Arabien, den Emiraten und den USA tätig zu sein, war meine berufliche Entscheidung gefallen.

 

Angenommen, Sie würden jetzt ein Start-up gründen, was wäre das?

Villinger: Die weitere Digitalisierung des Mittelstands mithilfe von disruptiven Technologien ist eine riesige Herausforderung. In diesem Feld würde ich mich ebenso wohl fühlen wie im Bereich der Medizintechnik. Hier konnte ich durch viele Investments mit dem Zukunftsfonds wertvolle Erfahrungen sammeln.

 

Welches Jahr des 20. Jahrhunderts würden Sie gerne noch einmal durchleben?

Villinger: Die letzten 20 Jahre waren doch auch nicht schlecht... Aber zu Ihrer Frage: 1998/99 waren besonders intensiv für mich. Wir sind mit den zehn Startups vom Interim-Standort Villmatstraße in die ehemalige Maschinenfabrik an der Weipertstraße gezogen. Es war die Geburtsstunde der Innovationsfabrik und der Startschuss für die Gründungskultur in Heilbronn. Eine extrem inspirierende Phase.

 

Worum beneiden Sie die Jugend von heute?

Villinger: Um die Chance, sich zu verwirklichen und losgelöst von alten Mustern Dinge anpacken zu dürfen. Hier hat es einen Sinneswandel in den Köpfen gegeben. Die Globalisierung und die Digitalisierung bieten aktuell ein riesiges Themenfeld und das Momentum ist gut - auch in Zeiten von Corona oder vielleicht auch, weil sich in jeder Krise neue Chancen bieten.

 

Zukunftsfonds Heilbronn

Der Zukunftsfonds Heilbronn ist mit einem Fonds-Volumen von 200 Millionen Euro - eingebracht von Unternehmer Dieter Schwarz - einer der großen Risikokapitalfonds in Deutschland. Er investiert in junge, innovative Technologieunternehmen mit dem Ziel, diese für eine Ansiedlung in Heilbronn zu begeistern. Thomas Villinger, 57, hat 2006 den Fonds mitgegründet und ist seitdem CEO.

 

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