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Hohenloher Corona-Krisenmanagement als Vorlage für Trump

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Der Ventilatorenhersteller EBM-Papst schafft es mit seinen Corona-Maßnahmen auf die Titelseite des konservativen "Wall Street Journal". Über ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

EBM-Papst wird von der amerikanischen Wirtschaftszeitung auch optisch ins rechte Licht gerückt, mit mehreren Fotos aus der Produktion in Mulfingen.
EBM-Papst wird von der amerikanischen Wirtschaftszeitung auch optisch ins rechte Licht gerückt, mit mehreren Fotos aus der Produktion in Mulfingen.

Mit Unbehagen begleiten liberal orientierte Medien in den USA, wie die Trump-Regierung in der Corona-Krise agiert. Viele Zeitungen - allen voran die "New York Times" - haben deshalb zuletzt häufig das deutsche Krisenmanagement beleuchtet und somit gezeigt, wie es auch die USA wohl hätten besser machen können.

Jetzt blickt sogar Rupert Murdochs "Wall Street Journal" auf den erfolgreichen deutschen Sonderweg, findet mit EBM-Papst das beste Beispiel dafür - und berichtet auf der Titelseite über den Ventilatoren- und Motorenhersteller aus Mulfingen "near Germany's Black Forest".

Frühzeitig kam der Warnruf aus China

EBM-Papst war frühzeitig auf die Risiken einer Corona-Ausbreitung aufmerksam geworden. Aus dem Werk in Shanghai kam der Weckruf Wochen bevor in Deutschland der Ernst der Lage in vollem Umfang erkannt wurde.

Rechtzeitig sicherte sich EBM-Papst Zulieferteile und Vorprodukte aus Italien, um nach dem Shutdown nicht ausgebremst zu werden. Mitarbeiter, die sich möglicherweise infiziert haben, werden auf Wunsch in der Firma getestet. Ein rundum vorbildliches Krisenmanagement, wie auch das "Wall Street Journal" befindet.

Lob für die Entscheidung, Fabriken nicht zu schließen

Der kleine Zweispalter auf der Titelseite wird im Innern des Blatts weitergeführt. Darin spart Autor Tom Fairless nicht mit Lob für den Umgang Deutschlands mit seinen Fabriken. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hatte die Bundesregierung darauf verzichtet, Produktionsbetriebe grundsätzlich zu schließen. Entsprechend könne sich die deutsche Wirtschaft nun auch schneller als die anderer Länder wieder von dem Rückschlag erholen.

EBM-Papst in der Donnerstagsausgabe des "Wall Street Journal". Foto: WSJ
EBM-Papst in der Donnerstagsausgabe des "Wall Street Journal". Foto: WSJ  Foto: WSJ

Internationale Ausrichtung als Vorteil und Risiko in der Krise

Als weitere Beispiele werden der Landmaschinenhersteller Claas aus Westfalen, der Werkzeugproduzent Paul Horn aus Tübingen und der Gabelstablerhersteller Kion aus Frankfurt angeführt.

Wie EBM-Papst profitierte Kion davon, frühzeitig Lehren aus China zu ziehen. Die internationale Ausrichtung der Firmen war in dieser Situation ein Vorteil, selbst wenn so manche Lieferkette zeitweise auch unterbrochen wurde.

So scheint es auf den ersten Blick, als könne das in Teilen auch als Kritik am amerikanischen Protektionismus gelesen werden. Doch die Risiken, die mit den Kontakten in andere Länder einhergehen, werden ausführlich betont. Und beim grafischen Vergleich der Maßnahmen, die europäische Länder ergriffen haben, wird aus dem deutschen Weg die Steilvorlage für alle, die allzu strenge Corona-Maßnahmen ablehnen: Deutschland hielt Büros und Fabriken geöffnet und erließ auch keine Ausgangssperre.

Die Hohenloher als Aushängeschild

Das alles kann man durchaus vor dem Hintergrund sehen, dass US-Präsident Donald Trump derzeit die Gouverneure in den Bundesstaaten dazu drängt, die Wirtschaft schnell wieder hochzufahren. Das "Wall Street Journal" gehört zur News Corp, die das konservative Weltbild des Australiers Murdoch verbreitet, wenn auch keinesfalls so offensiv wie der bekannte Trump-Unterstützungssender Fox News aus dem gleichen Haus. Dass eine Hohenloher Firma hier aber als Aushängeschild für die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gilt, ist jedenfalls allemal bemerkenswert.


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