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Keine Bahn-Sparpreise während GDL-Streik – Suche nach Alternativen

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Die Deutsche Bahn streicht während des GDL-Streiks die Sparpreise, viele Züge fallen ohnehin aus. Hinzu kommt: Auch über andere Reisewege wird's im Fernverkehr jetzt teuer.

Der GDL-Streik trifft die Bahn und die Kunden.
Der GDL-Streik trifft die Bahn und die Kunden.  Foto: Boris Roessler/dpa

Die Bahn hat für die Zeit des sechstägigen Streiks der Gewerkschaft GDL die Sparpreise gestrichen. Die „Bild“-Zeitung spricht von „Abzocke“. Allerdings ist angesichts des knappen Angebots an Zugverbindungen fraglich, ob auf den nachgefragten Strecken jetzt überhaupt noch Sparpreise zu bekommen gewesen wären. Zudem gilt für Sparpreise eigentlich eine Zugbindung, die aufgrund der vielen Ausfälle und Verspätungen während des Streiks ohnehin ausgesetzt wurde.

Von daher ist es teilweise auch nachvollziehbar, dass die Bahn dieses Sonderangebot nun bis Streikende nicht mehr macht. Um nachzuvollziehen, wie sich der Streik auswirkt und welche Möglichkeiten es für Reisende noch gibt, haben wir beispielhaft die Varianten eines Reisewegs nach Hamburg herausgesucht.


Bahnstreik am Freitag: Ein Blick auf die Verbindungen von Heilbronn nach Hamburg

Wer am Freitag, 26. Januar, von Heilbronn nach Hamburg fahren möchte, braucht etwas Glück. Zahlreiche Züge fallen laut Plan bereits aus, Direktverbindungen aus dem Süden in den Norden sind rar.

Und man muss recht tief in die Tasche greifen. Die wackelige Verbindung ab 8.48 Uhr über Würzburg kostet 173 Euro ohne Bahncard. Um 7 Uhr über Mannheim sind es bereits 188 Euro, um 8.57 Uhr über Stuttgart 194 Euro.

Immerhin scheinen diese Verbindungen über Mannheim und Stuttgart mit größerer Wahrscheinlichkeit auch zu funktionieren – bei ihnen fehlt der Hinweis: „Streikauswirkungen. Nähere Informationen über die genauen Auswirkungen liegen zur Zeit noch nicht vor.“

Vergleichbare Verbindungen eine Woche oder zwei Wochen später sind übrigens deutlich günstiger. 80 oder 96 Euro kosten die Fahrten dann, die um 7.48 oder um 8.48 Uhr beginnen. Also weniger als die Hälfte.

GDL-Streik: Flixbus ist fast keine Alternative mehr

Es könnte sich also finanziell und auch mit Blick auf die Verlässlichkeit lohnen, nach anderen Varianten Ausschau zu halten. Die Flixbus-Verbindungen von Heilbronn nach Hamburg an diesem Freitag, 26. Januar, sind so gut wie ausgebucht. Zwei Plätze gibt es noch für die Fahrt um 15.55 Uhr, die dann aber mit einem Umstieg erst am nächsten Morgen um 7 Uhr in Hamburg ankommt. 89 Euro sind dafür auch nicht wirklich günstig.

Die Alternative ist eine Flixbus-Flixtrain-Verbindung ab Stuttgart-Flughafen. Auch hier gibt es nur noch zwei Tickets, immerhin fährt der Bus allerdings bereits um 7.10 Uhr ab und man kommt auch am selben Tag noch an. Mit 124 Euro ist dieser Reiseweg allerdings auch kein Schnäppchen. Eine Woche später kostet die Direktverbindung zur gleichen Zeit 25 Euro.

Ohnehin würde die Fahrt an den Flughafen Stuttgart noch dazukommen. Über die Schiene kostet das 13,60 Euro, mit Umstieg am Hauptbahnhof in Stuttgart. Komfortables Reisen sieht anders aus.

Was bleibt Bahnreisenden als Alternative?

Wer also selbst nicht auf das Auto ausweichen kann, könnte eine Mitfahrgelegenheit nutzen. Über den Anbieter Blablacar beispielsweise gibt es Angebote um die 50 Euro – allerdings sind die Fahrten direkt von Heilbronn nach Hamburg hier ebenfalls ausgebucht, was sich jedoch immer mal wieder auch ändern kann. Am Donnerstagvormittag gab es noch Angebote von Karlsruhe nach Hamburg für 35 bis 45 Euro. Sie starten allerdings nicht vom Hauptbahnhof in Karlsruhe, man braucht also unter Umständen eine Kombination aus Stadtbahn und Taxi. 

Die Stadtbahn erlebt in diesen Tagen ein überwiegend normales Fahrgastaufkommen. Nur wenige Verbindungen sind indirekt vom Streik mitbetroffen. Unglücklicherweise werden nicht alle diese Ausfälle auch korrekt in den betreffenden Apps dargestellt, so der Erfahrungsbericht eines Betroffenen. Hier wird man also teilweise von den Ansagen und Hinweisen auf den Informationstafeln an den Haltestellen und Bahnhöfen überrascht.

Ach ja, und ab Stuttgart kann man natürlich auch den Flieger nach Hamburg nehmen. Der kostet 290 Euro mit Eurowings.

 

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