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Fünf Fragen an... Thomas Bornheim von der Heilbronner Coding-Schule 42

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Der Geschäftsführer der Coding-Schule 42 würde selbst gerne mal das Programm durchlaufen, für das junge Leute aus aller Welt nach Heilbronn kommen. Außerdem hält er ein Plädoyer für das Du.

Thomas Bornheim in einer Telefonierzelle der Schule 42.
Christian Gleichauf
Thomas Bornheim in einer Telefonierzelle der Schule 42. Christian Gleichauf  Foto: Gleichauf, Christian

Thomas Bornheim (46), ist seit August 2020 Geschäftsführer der Programmierschule 42 in Heilbronn. Nach einem geisteswissenschaftlichen Studium in Berlin versuchte er sich im Journalismus und zahlreichen anderen Bereichen, arbeitete bei einer Consulting-Firma und ging dann zu Google. In verschiedenen Positionen war er dort für die Entwicklung von Produkten, Teams und Geschäftsbereichen verantwortlich. Nach 14 Jahren im Silicon Valley, in Irland und Indien holte ihn die Dieter-Schwarz-Stiftung nach Heilbronn.

 

Herr Bornheim - nein, Thomas, hier sind alle per Du. Warum?

Thomas Bornheim: Erst einmal, weil unsere Campus-Sprache Englisch ist, da gibt es kein Sie. Zudem habe ich so 14 Jahre bei Google gelebt und gearbeitet, und da habe ich das als sehr positiv erlebt. Wir duzen uns hier auch, weil wir die Nähe schätzen. Wir kommen als Menschen zur Arbeit und spielen dabei keine Rollen. Das Du hilft auch, besser zu kommunizieren und am Ende mehr zu leisten. Ich finde übrigens, dass ein professioneller Umgang auch dann möglich ist, wenn man sich dutzt.


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Würdest du gerne selbst durch die Schule 42 gehen?

Bornheim: Total gern. Ich habe mir auch schon überlegt, mal am Piscine teilzunehmen. Bei Google habe ich ja auch etwas programmiert, schon von daher hätte ich Interesse. Ich habe auch immer wieder Anläufe genommen, etwas tiefer über Programmierspiele ins Programmieren einzusteigen. Was ich bisher mitbekommen habe, macht es den Leuten hier unglaublich viel Spaß. Ein ganz besonderes Lernerlebnis.

 

Du hast Geisteswissenschaften studiert. Gelingt dir auf dieser Ebene ein Austausch in Heilbronn?

Bornheim: Oh, ja, ich freue mich über die vielfältige Kulturlandschaft, die es hier gibt. Ich tausche mich mit so vielen Leuten aus. Mit den Intendanten Axel Vornam vom Theater oder Rainer Neumann vom Kammerorchester hab ich mich zuletzt getroffen und kann sogar das eine oder andere Projekt mit ihnen entwickeln. Ich habe in Heilbronn vielleicht sogar mehr mit coolen Kulturmenschen zu tun, als ich es in Berlin hatte.

 

Welchen Stellenwert hat Zeit für dich?

Bornheim: Zeit hat den höchsten Stellenwert. Ich habe sehr wenig davon. Deshalb gehe ich strukturiert damit um, setze mir Ziele, denke nach und will etwas leisten. Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass ich die Zeit, die ich habe, genießen kann. Ich möchte bei Begegnungen mit anderen Menschen Spaß haben, ich möchte ich selbst sein können. Ich möchte meine Lebenszeit aufmerksam nutzen und angenehm füllen.

 

Wir alle leben in Blasen. Schaffst du es, hin und wieder deine eigene zu verlassen.

Bornheim: Ich denke schon. Ich habe mit Studierenden aus 41 Ländern zu tun und mit so vielen Leuten außenrum. Ich darf Netzwerke knüpfen, Blasen verbinden. Aber mir ist bewusst, das ist auch eine ganz eigene Bubble.


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