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Dämpfer für Heilbronn im bislang so beliebten Städteranking der "Wirtschaftswoche"

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Im vergangenen Jahr war Heilbronn auf Rang 2, was die wirtschaftliche Dynamik angeht. Jetzt ist die Stadt abgerutscht. Die Begründung ist im Einzelnen nicht ganz stimmig.

Der Bildungscampus wächst und wächst. Der Umbau zur Wissensstadt ist noch lange nicht abgeschlossen. Trotzdem muss Heilbronn bei der Bewertung seiner Aktivitäten nun einen Dämpfer hinnehmen.
Der Bildungscampus wächst und wächst. Der Umbau zur Wissensstadt ist noch lange nicht abgeschlossen. Trotzdem muss Heilbronn bei der Bewertung seiner Aktivitäten nun einen Dämpfer hinnehmen.  Foto: Christian Gleichauf

Mainz ist einer Studie zufolge die dynamischste deutsche Großstadt. Die Stadt profitiert vom Boom des Impfstoffherstellers Biontech, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Städteranking von IW Consult im Auftrag des Internet-Portals Immoscout24 und der „Wirtschaftswoche“ hervorgeht. Von Platz 48 springt Mainz auf Platz 1.

Heilbronn dagegen verliert an Boden und wird bei der Dynamik nun auf Platz 18 geführt. Im vergangenen Jahr war die Stadt noch auf Platz 2.


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Geld spielt für Mainz die Hauptrolle für den Sprung auf den ersten Platz

Wenn es in einer Auswertung innerhalb eines Jahres große Verschiebungen gibt, dann muss sich etwas grundlegend geändert haben – in der jeweiligen Stadt oder bei den Kriterien, die angelegt werden. Im Fall von Mainz ist der Fall klar. Sie erhält plötzlich Gewerbesteuer in Milliardenhöhe. Allerdings belegt sie auch Rang 1 in einem Teilbereich, den man sich mit Geld nicht kaufen kann: In Mainz gibt es offenbar weniger Schulabgänger ohne Abschluss als in allen anderen untersuchten Großstädten Deutschlands.

Was ist aber mit Heilbronn los? Nun, der Stadtkreis, der so oft als der einkommensstärkste in ganz Deutschland bezeichnet wurde – was immer schon ein Zerrbild der Realität war – liegt beim Indikator „Privat Überschuldete“ auf Rang 64. 71 kreisfreie Städte wurden für die Studie untersucht.

Abgestraft für miese Neubau-Zahlen?

Die eigentliche Überraschung ist allerdings, dass Heilbronn im Dynamikranking für den Wohnungsneubau abgestraft wurde. Wurde die Stadt bei diesem Indikator vor einem Jahr noch auf Platz 2 geführt, steht sie damit jetzt auf dem viertletzten. Wirklich nachvollziehbar ist das nicht. Hier gab es kaum Ausschläge nach unten. Im Sommer meldete Heilbronn sogar ein Allzeithoch bei den Baugenehmigungen. Es ist das typische Problem solcher Rankings. Es kommt immer auf die Daten und ihre Interpretation an.

Ein paar andere Indikatoren machen trotzdem Hoffnung. Vor allem die Wirtschaftsstruktur wird mit Rang 9 sehr gut bewertet. Bei den „Wissensintensiven Dienstleistungen“ steht Heilbronn auf Rang 2. Das ist für eine ehemalige Industriestadt, die sich erst vor gut zehn Jahren sichtbar auf den Weg Richtung „Wissensstadt“ gemacht hat, eine bemerkenswerte Leistung.

 

Kleine Fortschritte im Nachhaltigkeits-Ranking

Das Dynamikranking ist allerdings nur ein Teilbereich der Untersuchung. Beim Niveauranking liegt Heilbronn auf Platz 14 und hat sich damit um neun Plätze verschlechtert. Nach wie vor ist in dieser Gesamtschau München „das Maß aller Dinge“, wie die „Wirtschaftswoche“ schreibt.

Immerhin haben die Heilbronner aber beim Thema Nachhaltigkeit zwei Plätze gut gemacht. Rang 14 gilt es hier zu verteidigen. Interessant: Was die Zahl an Elektrotankstellen angeht, liegt die Stadt auf Platz 3, bei der installierten Solarleistung auf 7. Was die Zahl an Forschungsinstituten und die Ingenieursdichte angeht, ist aber weiterhin viel Luft nach oben.

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