BBQ-Trends 2024: Was die Grillanbieter aus Heilbronn-Franken empfehlen
Outdoorküchen und neue Grillformen erobern nach und nach die Gärten. In der Region Heilbronn sind einige Anbieter damit gut im Geschäft – und geben Tipps zu Feuerschalen und Co.

Über die stählernen Halbkugeln stolperte Christoph Sell eher zufällig vor acht Jahren. Als leidenschaftlicher Griller sah er sofort die Chance, daraus einen der trendigen Plancha-Grills zu bauen. Der Trend, das Grillgut auf der heißen Platte zu erhitzen, hatte damals gerade erst begonnen.
"Das war aber entweder sehr hochpreisig oder Schrott", erzählt Sell. "Das konnten wir besser machen", waren der Obersulmer und sein Partner Ronny Eick aus dem hohenlohischen Siebeneich überzeugt. Heute vertreiben sie ihre BBQ-Bowl, die zugleich auch gemütliche Feuerschale sein kann, in verschiedenen Varianten über den eigenen Online-Shop.
Grills Made in Germany haben einen Markt: Anbieter aus dem Raum Heilbronn
Das Geschäft nimmt jetzt noch einmal richtig an Fahrt auf. Denn nicht nur die kugeligen Grills mit dicker Platte sind gefragt. Auch das Qualitätsmerkmal Made in Baden-Württemberg überzeugt. Gebaut wird schließlich in der Region.
Sell und Eick sind nicht die einzigen, die das erkannt haben. Grillgott etwa, ein überregional bekannter Händler mit Fachgeschäft in Abstatt, will in den nächsten Wochen einen selbst entwickelten Feuerplattengrill auf den Markt bringen. "Ende März wollen wir damit raus", sagt Geschäftsführer Max Redlich.
Für die Qualitätsprodukte aus Deutschland sieht Redlich einen Markt – nicht nur hierzulande. "Wir haben vor, auch nach Frankreich oder Spanien zu verkaufen. Aber ein Schritt nach dem anderen."
Outdoorküchen und Grill-Trend: Corona-Pandemie sorgt für Umdenken im eigenen Garten
Denn auch in Deutschland ist einiges in Bewegung, wie Redlich erklärt. Bei der Nachfrage gehe die Schere immer weiter auf. Viele setzen weiterhin auf billige Ware. Bei anderen habe spätestens seit Corona aber auch ein Umdenken eingesetzt. "Die Leute investieren wieder in ihr Heim", sagt der Grillgott-Chef.
Allerdings sei man von Verhältnissen wie in den USA weit entfernt, wo zu jedem Einfamilienhaus in guter Lage auch eine Outdoor-Küche gehöre. Im Umkehrschluss bedeutet das: Der Nachholbedarf ist hierzulande groß. Deshalb hat Grillgott auch für Outdoorküchen eine Produktion vor der eigenen Haustür vorgesehen.

Argentinischer Asado-Grill aus Flein
Raid Gharib ist bereits dabei, mit seinem argentinischen Asado-Grill den europäischen Markt zu erobern, und will nun den Schritt in die USA wagen. "Das Marktpotenzial für uns ist dort sechs bis acht Mal so groß wie in Europa", ist der Fleiner überzeugt. Einen ersten Partner gibt es bereits. Dass seine Grills unter der Marke Asamodo in Heilbronn hergestellt werden, ist dabei nicht nur im Ausland ein Pluspunkt: "Gerade in Deutschland wird darauf sehr viel Wert gelegt."
Gharib hat erst im vergangenen Jahr mit der Produktion begonnen, ist jetzt aber bereits dabei, die Stückzahlen deutlich hochzufahren. 400 Grills wolle er in Europa in diesem Jahr verkaufen. Dazu kommen die USA. Wenn es gut läuft, könnten in diesem Jahr 200 Exemplare dorthin exportiert werden.
Lifestyle sei wichtig bei dem Thema, betont Gharib. Er ist selbst ab dem Frühjahr wieder mindestens einmal wöchentlich am Grill tätig. Ein wichtiger Umsatzbringer und Marketing-Kanal sind für ihn inzwischen die Street-Food-Festivals.
Dazu kommt die Asado-Akademie, die deutschlandweit Interessierten die Geheimnisse der argentinischen Grillkunst näherbringt. Zudem bietet er auch Module wie einen passenden Grilltisch an. Die Küche im Garten ist inzwischen für viele Grillfans, die es sich leisten können, ein Muss. Im Sommer sei eben "Outdoor Living" angesagt.
"Geselliges Erlebnis": Worauf es beim Grillen ankommt
Eine Nummer kleiner gehen Christoph Sell und Ronny Eick einen ganz ähnlichen Weg. Den passenden Grilltisch gibt es auch bei ihnen. Bei der Produktion achten sie zudem auf Details: "Wir brennen die Platten ein, bevor wir sie montieren, das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal bei den Feuerschalen-Grills", sagt Sell. Denn durch die entstehende Spannung wölbe sich die Platte leicht. "Wir wollen, dass der Saft von der Platte nach innen läuft, nicht auf die Terrasse."
Der Fuß aus dem rostigen Cortenstahl und eine zwölf Millimeter dicke Stahlplatte, die die Wärme gut speichert, sei bei vergleichbaren Produkten ebenfalls nicht Standard. "Diese Grills sind einfach ein geselliges Erlebnis", sagt Sell. "Die Leute stehen drumherum, jeder kann mitgrillen, dazu das flackernde Feuer. Wir finden, das hat schon was."
Was bietet ein Plancha-Grill?
Der Plancha-Grill kommt aus Spanien. Gegrillt wird auf einer rund 300 Grad heißen Platte. Weil da nichts durch den Rost fallen kann, werden auch kleine Teile wie Meeresfrüchte und Gemüseallerlei darauf zubereitet. Das Grillgut kann mit Säften, Marinaden, Sahne oder Alkohol übergossen werden. Das Resultat ist eine ganz eigene Geschmacksnote.
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