Ausbau der Windkraft kommt nur schleppend voran
Im vergangenen Jahr wurden bundesweit nur 484 neue Anlagen an Land errichtet. In Bayern und Baden-Württemberg fällt der Zubau schwach aus.

Der Ausbau der Windkraft an Land hat 2021 zugelegt - das Tempo ist aber aus Sicht der Branche zu niedrig, um Klimaziele zu erreichen. Insgesamt wurden 484 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 1925 Megawatt errichtet, wie der Bundesverband Windenergie sowie der Fachverband VDMA Power Systems mitteilten.
Der sogenannte Bruttozubau erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent. Weil auch alte Anlagen stillgelegt wurden, lag der Nettozubau bei 1692 Megawatt. Der Zubau befinde sich nach wie vor auf einem niedrigen Niveau, so die Verbände.
Fast drei Viertel der neu installierten Leistung wurde 2021 in Niedersachsen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein realisiert. Spitzenreiter mit jeweils 104 neuen Anlagen waren Niedersachsen und Brandenburg. Der geringste Zubau, abgesehen von den Stadtstaaten, erfolgte in Bayern, dem Saarland und Sachsen. In Bayern kamen gerade einmal acht Windkraftanlagen dazu.
In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr 28 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von je 4082 Kilowatt errichtet. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) sagte, der Zubau sei viel zu gering, um spürbar CO2-Emissionen einsparen zu können. "Wir brauchen vor allem Flächen für den Ausbau. Es ist deshalb ein starkes Signal, dass die neue Bundesregierung zwei Prozent der Flächen für die Windenergie bereitstellen will."
Zu wenige neue Windräder: Kretschmann fordert kürzere Planungszeiten
Die Landesregierung hat sich den Bau von 1000 Windrädern vorgenommen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordert, die Planungszeiten für neue Anlagen zu verkürzen. Die BUND-Landeschefin Sylvia Pilarsky-Grosch, sagte: "So wird das Land seine Klimaschutzziele nie erreichen."
Windkraft in der Region: Chipmangel sorgt für Verzögerung
Im Landkreis Heilbronn wuchs die Zahl der Windkraftanlagen 2021 von 20 auf 21. Mit dem interkommunalen Bürgerwindpark Bretzfeld-Obersulm entstanden insgesamt drei neue Windräder im Staatswaldgebiet an der Kreisgrenze zu Hohenlohe, doch die Rotoren stehen noch still.
Die eigentlich für Ende 2021 geplante Inbetriebnahme hatte sich aufgrund des weltweiten Chipmangels verzögert, weil die notwendige Anlagensteuerung nicht rechtzeitig geliefert wurde. Jetzt sollen die Anlagen - zwei auf Bretzfelder Gemarkung (Hohenlohekreis), eine auf Obersulmer (Landkreis Heilbronn) - in den nächsten Wochen in Betrieb gehen. Im Hohenlohekreis sind aktuell 14 Windkraftanlagen in Betrieb. Weitere Projekte befinden sich in Planung.
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