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Diskussion ums Homeoffice: Audi, Lidl und Würth beziehen Stellung

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In großen Unternehmen nimmt die Diskussion um mobiles Arbeiten Fahrt auf. Mancherorts kommt es zu einem Umdenken.

Mobiles Arbeiten ist während der Pandemie und danach in vielen Unternehmen zum neuen Standard geworden. Mancherorts findet nun aber ein Umdenken statt. Aktuell können die Mitarbeiter von Audi in Absprache mit ihrem direkten Vorgesetzten und je nach Bereich so viel mobil arbeiten wie sie möchten. Nach Informationen der Heilbronner Stimme hat sich der neue Vorstandsvorsitzende Gernot Döllner für eine deutlich höhere Präsenz direkt am Arbeitsplatz und weniger mobiles Arbeiten ausgesprochen.

Unternehmen und Betriebsrat betonen gegenüber unserer Redaktion, dass die getroffene Betriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten weiter Bestand habe. "Es gibt Themen und Aufgaben, bei denen wir bessere Ergebnisse in Präsenz erzielen", betont eine Unternehmenssprecherin von Audi.

Bis zu zwei Tage "Mobile Office" bei Würth

Beim Befestigungsspezialisten Würth in Künzelsau bleibt es bei der bestehenden Regelung. Seit der Pandemie gilt: Bis zu zwei Tage pro Woche dürfen Mitarbeiter im Innendienst im "Mobile Office" arbeiten. "Das funktioniert sehr gut", sagt eine Sprecherin der Adolf Würth GmbH & Co. KG. Die Möglichkeiten würden nicht vornehmlich an bestimmten Wochentagen genutzt. Nur am Freitag seien die Parkplätze auf dem Campus Gaisbach etwas weniger belegt.

Würth hatte vor drei Jahren begonnen, Konzepte der sogenannten New Work, des neuen Arbeitens, in der Zentrale einzuführen. Auf Gruppenarbeit wird seitdem ebenso wert gelegt wie auf Stillarbeitsplätze. Sogenannte Shared-Desk-Konzepte, nach denen die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz buchen müssen, sind bisher aber erst in einzelnen Abteilungen eingeführt worden.

Schwarz-Gruppe: Ein Gebäude der Deutschland-Zentrale von Lidl steht leer

Die Schwarz-Gruppe hatte im Juni vorigen Jahres ihren Mitarbeitern bis zu 100 Prozent Homeoffice eingeräumt. Eine eher nicht beabsichtigte Folge: Inzwischen steht eines der fünf neuen Bürogebäude der Deutschland-Zentrale von Lidl in Bad Wimpfen leer. An dem Standort wird die Option, so oft wie möglich von zu Hause arbeiten zu können, nach wie vor ermöglicht und gerne genutzt, heißt es aus Mitarbeiterkreisen. Manche Teams hätten im Monat nur noch einen festen Bürotag, der dann als Teambuilding-Maßnahme genutzt wird.


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"Vor allem in meiner Führungsposition schätze ich den direkten und persönlichen Kontakt - und daher kann ich es mir gar nicht vorstellen, fünf Tage pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten", sagt Marco Monego, Geschäftsleiter Personal bei Lidl Deutschland. "Wir suchen mit unseren Teams und auch mit Bewerbern immer nach einer optimalen Lösung - so wie es für alle am besten passt."

Anstieg der Bürozeit bei der Schwarz-Gruppe: "Büro bleibt zentraler Anlaufpunkt"

Generell gelte: "Das Büro bleibt ein zentraler Anlaufpunkt unserer Arbeitswelt", teilt eine Sprecherin mit. Seit Ende vergangenen Jahres verzeichneten die Unternehmen der Schwarz-Gruppe einen kontinuierlichen Anstieg der Büroanwesenheiten. Der Großteil der Mitarbeiter arbeite im Schnitt zwischen zwei und drei Tagen pro Woche in Präsenz. "Eine hybride Arbeitsweise ist zum neuen Standard geworden", heißt es, "mit dem Büro als Anker der Zusammenarbeit."

Und der Raumbedarf? Grundsätzliche passe die Gruppe ihren Platz stetig an, auch kurzfristig, wird berichtet. "Wir haben bereits vor Corona die aktuellen und zukünftigen Bedarfssituationen fortlaufend analysiert, Flächen ab- sowie angemietet oder neu gebaut." Das gelte selbst für den Schwarz-Projekt-Campus für die IT-Sparte: Alle geplanten Gebäude würden gebaut.

 

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