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Tag der Pressefreiheit: Angriffe auf Journalisten bedrohen Demokratie

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Zum Tag der Pressefreiheit: Medien können ihre Kontrollfunktion nur wahrnehmen, wenn sie besonderen Schutz genießen. Attacken auf Journalisten häufen sich. Auch am 1. Mai kam es wieder zu einem Vorfall.

von Christian Gleichauf und dpa
Foto: siam/stock.adobe.com
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Der internationale Tag der Pressefreiheit, der vor knapp 30 Jahren von der Unesco initiiert wurde, wird zunehmend auch in vermeintlich gefestigten Demokratien zur Mahnung, dieses Grundrecht weiterhin zu schützen und auch aktiv zu pflegen. Übergriffe auf Journalisten, wie gerade am 1. Mai am Rande einer Demonstration in Erfurt, häufen sich. Auch aus diesem Grund ist Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit das dritte Jahr in Folge abgestiegen.

Chefredakteur Uwe Ralf Heer: Unsere Zeitung ist nah dran am Geschehen

"In der Flut von Internetseiten, Blogs und sozialen Netzwerken stehen wir als Tageszeitung für professionellen Journalismus", sagt Chefredakteur Uwe Ralf Heer. "Wir geben den Menschen Orientierung. Unsere Leserinnen und Leser schätzen den Unterschied zwischen scheinbarer und tatsächlich verlässlicher Information."

Hinter dieser Qualität stehen bei der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung/Kraichgau Stimme jeden Tag mehr als 100 Mitarbeiter in der Redaktion und mehr als 600 Angestellte in der gesamten Mediengruppe. "Wir sind ganz nah dran am Geschehen - überall in der Region. Wir schauen kritisch hin und decken Missstände auf", so Heer.

 


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Pressefreiheit befindet sich nicht mehr auf der sicheren Seite


Die Presse muss ihre Wächterfunktion wahrnehmen können

"Das Herzstück der modernen Tageszeitung ist das Lokale. Zu Recht, denn die Leser fordern von den Lokaljournalisten hartnäckige Recherche, mit kompetenter und glasklarer Analyse, mit sicherer und kritischer Meinung", sagt Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung.

"Die Leser wollen unabhängige und freie Medien, um sich eine eigene Meinung zu bilden." Nach wie vor sei die Tageszeitung das glaubwürdigste Medium. Nur Tageszeitungen würden direkt vor der Haustüre die Wächterfunktion wahrnehmen, so Thomas Krüger.

Dazu ist es notwendig, dass auch in der Gesellschaft weitgehender Konsens herrscht, dass die Arbeit der Medien besonders schützenswert ist.

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Journalisten mit Security unterwegs

Beim Angriff auf den Journalisten der Funke-Mediengruppe am Rande einer AfD-Demonstration in Erfurt am Montag ist möglicherweise nur deshalb nichts passiert, weil er von einem Security-Team begleitet wurde. "Traurig, dass sich die Vorsichtsmaßnahme als notwendig herausgestellt hat", schrieb sein Chefredakteur Jan Hollitzer auf Twitter.

Der Deutsche Journalisten-Verband warnt: "Wenn Journalistinnen und Journalisten befürchten müssen, auf Demonstrationen angegriffen zu werden, gibt es keine unabhängige Berichterstattung mehr", so die thüringische Landesvorsitzende Heidje Beutel.

 


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Das Foto zeigt einen Presseausweis des Deutschen Journalisten Verbandes. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat Deutschland in der weltweiten „Rangliste der Pressefreiheit“ erneut herabgestuft.
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Zu viel Gleichgültigkeit bei Presse- und Meinungsfreiheit


Der Blick ins Ausland

Dass Medien ihre Wächterfunktion auch in Zukunft ausüben können, ist nicht selbstverständlich. Das zeigt auch ein Blick auf europäische Nachbarn wie Polen oder Ungarn, wo rechtspopulistische Regierungen kritische Berichterstattung systematisch zu unterbinden versuchen.

Die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung warnte zuletzt aber: "Die Probleme im Osten Europas sind nicht singulär." Die durch neue Technologien und Plattformen verursachte weltweite Schwächung von Medienmärkten könnten letztlich dazu führen, dass Medien daran gehindert werden, "ihrer Rolle als Kontrollinstanz gerecht zu werden". Es müsse deshalb mehr getan werden, um die kritische Öffentlichkeit zu stärken, betont die Stiftung.

Lokale Nähe wichtig

Diesen Auftrag nimmt auch die Heilbronner Stimme an. Sie ist nicht nur Teil der Heimat von Hunderttausenden Menschen, sie ist ein Stück Heimat und gestaltet sie auch aktiv mit - getreu dem Motto "Die Region im Herzen, die Welt im Blick". "Die beste Zeitung wäre aber nichts ohne die Treue der Leser und Anzeigenkunden. Auch hier zeigt sich, wie erfolgreich praktizierte lokale Nähe ist", sagt Chefredakteur Uwe Ralf Heer. "Der direkte Draht zahlt sich aus. Wir gehen auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein, haben ein offenes Ohr für die Sorgen, Nöte und Interessen der Leser." Dabei gehe es auch darum, Herausforderungen nicht schönzureden, sondern sie zu benennen.

 


Neuer Höchststand

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat im vergangenen Jahr 103 physische Angriffe auf Journalisten in Deutschland gezählt. Dies sei ein neuer Höchststand. Versammlungen seien die gefährlichsten Orte gewesen. Zudem passierten die meisten Vorfälle in Ostdeutschland, so die Organisation. 

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