"Dorf of Tomorrow"-Festival: So lief die Riesenparty im beschaulichen Jagsttal
Das "Dorf of Tomorrow"-Festival lockt am Samstag zahlreiche Electro-Fans in den kleinen Möckmühler Ortsteil Korb. Ganz vom Regen verschont bleibt die Open-Air-Veranstaltung nicht. Die Stimmung in der Hergstbachtalarena ist trotzdem gut.

Auf dem Parkplatz stehen Fahrzeuge mit Kennzeichen aus allen Landkreisen der Umgebung und weit darüber hinaus. Strahler wirbeln Licht gen Himmel. Die Wiese ist bei weitem nicht so matschig, wie nach dem vielen Regen der vergangenen Tage zu erwarten war. Die Menschen tanzen fröhlich zu den Beats der DJs, die auf der großen Bühne im bunten Licht agieren. Am Samstagabend ist das Elektromusikfestival "Dorf of Tomorrow", kurz DOT, in der Hergstbachtalarena in Korb in vollem Gange und gleichzeitig noch weit von seinem Höhenpunkt entfernt.
"Dorf of Tomorrow": Dauerregen beim Aufbau
Patrick Schmidt, einer der fünf Geschäftsführer der extra fürs diesjährige DOT gegründeten Firma Festwerk, sieht zufrieden aus. "Bisher läuft es sehr gut, aktuell sind knapp 990 Leute da. So viele hatten wir um die Uhrzeit noch nie", erklärt er um 20.30 Uhr. 2500 wären am Ende ideal, 1600 bis 1700 realistisch, überlegt er. Im vergangenen Jahr kamen 1300 in den kleinen Möckmühler Ortsteil. Die vergangenen Tage war die Stimmung nicht immer so gut. Dauerregen beim Aufbau, Hochwasser, mal kein Strom, mal zu viel oder zu wenig, starker Wind, so dass die Bühne beschwert werden musste. "Und dafür, dass hier gestern noch ein großer See war, ist der Boden echt ok."
Lob fürs Line-Up beim "Dorf of Tomorrow"-Festival
Ganz vom Regen verschont bleibt das Festival nicht, aber die Besucher sind vorbereitet. Sogar Getränkenachschub musste bereits besorgt werden, vielleicht nicht zum letzten Mal. Das Altersspektrum ist groß, Jugendliche wippen hier ebenso wie Ü50. Kristina (39) und Daniel (46) haben ihre Kinder bei den Großeltern untergebracht. Die Pforzheimer sind zum ersten Mal beim DOT und begeistert. "Ich folge ein paar DJs und ich wusste, wenn die hier auftreten, muss es was Gutes sein", lobt sie das Line-Up der nationalen und internationalen Kreativen. Generell seien Festivals viel besser als Clubs, weitläufiger, bessere Luft. "Das Ganze ist auch super organisiert, keine langen Schlangen wie sonst, wirklich Respekt."
Alles ist etwas größer als im vergangenen Jahr, vor allem der Foodcourt-Bereich wurde ausgebaut. Am Sushi-Stand wird live und frisch gerollt. "Wir sind seit zwei Jahren Sponsor und wurden jetzt gefragt, ob wir nicht auch einen Stand machen wollen", erzählt Thomas Gödtel, Inhaber der Tenno Sushi Lounge in Heilbronn. Rund 60 Kilogramm Reis hat er für das Festival vorgekocht, und das Angebot findet tatsächlich sein Publikum.

Anja Eberle aus Buchen findet es richtig lecker und ist überhaupt vom Festival positiv überrascht. Die Gruppe hat die Tickets eigentlich für die Töchter gekauft, und die sind alle abgesprungen. "Ich hab den Laser vergangenes Jahr vom Balkon in Osterburken gesehen und ich finde, wenn sowas in der Region ist, muss man da auch hin", meint Tanja.
Mit Glitzer und auffälligen Klamotten
Der Großteil der Besucher ist eher praktisch angezogen, doch manche haben sich schon mit Glitzer und auffälligen Klamotten ausstaffiert. "Wir knieten alle, und Selina ist mit dem Glitzer vorbei gelaufen", erzählt Ronja lachend. Selina aus Leibenstadt wiederum findet, auf so einem Festival könne man schon mal verrückt sein. "Sonst bin ich Lehrerin", meint sie grinsend.
Hintergrund: Parallele Festivals
Das "Dorf of Tomorrow" war nicht das einzige Festival am Wochenende. Bekanntermaßen versank das Heavy-Metal-Festival in Wacken im Schlamm. Ebenfalls hätte elektronische Musik beim großen Shutdown in Österreich aufgelegt werden sollen, das aber kurzfristig wegen Regen und Schlamm abgesagt werden musste. Mehr Glück hatte das zweitägige Nature One in Rheinland-Pfalz.


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