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Großes Interesse an Kombiprojekt Solar- und Windpark „Böttinger Hof“

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Zahlreiche Interessierte zog es jüngst zur Bürgerinformationsveranstaltung in die Gundelsheimer Deutschmeisterhalle, um sich über das Kombiprojekt Wind- und Solarpark „Böttinger Hof“ zu informieren. Es ist in der Form bisher in Baden-Württemberg einmalig.

Im Rahmen eines dreistündigen Forums erfuhren die Einwohner, aber auch Bürger aus Nachbargemeinden von Experten alles zur Planung, dem aktuellen Verfahrensstand sowie Denkmal- und Naturschutz. Die Rückmeldungen aus dem Publikum machten allerdings deutlich, dass es vor allem im Bereich Natur- und Artenschutz noch Aspekte zu klären gibt. 

Für das Kombiprojekt Solar- und Windpark im „Böttinger Hof“ habe man sich entschieden, um als Stadt einen Beitrag zur Klimawende zu leisten. „Der Projektierer der Anlagen, die EnBW, bereitet aktuell den Genehmigungsantrag zum Windpark vor. Dieser geht an das Landratsamt Heilbronn. Für den Solarpark ist die frühzeitige Beteiligung und Offenlage des Vorentwurfs im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens bereits erfolgt.


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Die Unterlagen können noch bis zum 9. Dezember im Rathaus eingesehen werden“, informierte Bürgermeisterin Heike Schokatz. Die Rathauschefin rief zudem die Bürger dazu auf, die Chance zu nutzen, sich am Projekt mit Fragen, Hinweisen und Stellungnahmen zu beteiligen.

Was ist also genau geplant?

Hierzu präsentierten die EnBW-Projektleiter Stefan Wresch und Matthias Trenkel das Konzept: Am Böttinger Hof soll auf einer Fläche von 64 Hektar eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage entstehen. „Hierdurch können 69,6 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt werden. Das entspricht 24 000 Drei-Personen-Haushalten im Jahr“, informiert Stefan Wresch. Die Co2- Einsparung im Jahr betrage 47 700 Tonnen. Der erzeugte Strom soll zudem als Pilotprojekt in einem Hybridspeicher gespeichert werden.

„Eine Bürgerbeteiligung ist beim Solarpark in Gundelsheims nicht möglich, weil wir nicht in der EEG-Umlage sind“, so Wresch. Am Rand des Gebiets sollen zwei Windräder Windenergie erzeugen. Im Vorfeld habe man ein Jahr lang Messungen im Gebiet durchgeführt, die den Standort als geeignet ausgewiesen hätten. Den Abstand zum Stockbronner Hof habe man so weit wie möglich gewählt, demonstriert Trenkel mit einer Visualisierung. Die Inbetriebnahme des Windparks ist für Ende 2023 geplant, der PV-Park könnte schon Mitte 2024 ans Netz gehen.

Vereinbarkeit

Dass Solar- und Windenergie für die Energiewende wichtig sind, unterstrichen auch Ann-Kathrin Meininger vom Regierungspräsidium Stuttgart und Luca Bonifer sowie Pia Schmidt vom Dialogforum Energiewende. „Trotzdem muss jeder Standort hinsichtlich Natur- und Artenschutz genau geprüft werden.

Dann lässt sich auch beides vereinbaren – beispielsweise durch Mindestabstände zu Gebieten oder Bau- und Betriebszeitenbeschränkungen“, betont Luca Bonifer. Dass hier noch Aspekte zu klären sind, wurde durch Fragen aus dem Publikum deutlich, von denen einige unbeantwortet blieben.

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