Was von der Gartenschau in Eppingen bleibt
Eine erste öffentliche Führung nach dem Ende der 136 Tage dauernden Veranstaltung macht Hoffnung: Einiges von der Gartenschau soll bleiben.

Es war der Sommer des Jahrhunderts für die Große Kreisstadt Eppingen: An 136 Tagen sorgte die Gartenschau knapp 400.000 Besuche in die Fachwerkstadt. Rund 160 Besucher wollten jetzt bei der Führung über das Gelände mit Oberbürgermeister Klaus Holaschke und Bürgermeister Peter Thalmann die Frage beantwortet bekommen: Was bleibt von der Gartenschau?
Keine einfache Frage, wie Holaschke einräumte, denn: "Es gibt Teile, von denen wir sagen, die bleiben definitiv, wie das Areal vom Eingang West bis zum Weiherpark. Es gibt Teile, da überlegen wir noch, ob sie bleiben oder nicht. Und es gibt Sachen, da sagen wir, die kommen weg." Und noch etwas machte das Stadtoberhaupt klar: "Wir legen keine Hektik an den Tag. Beispielsweise lassen wir den Stadtpavillon, der eigentlich wieder abgebaut werden sollte, stehen und schauen, wie sich das über den Winter entwickelt. Ebenso bleiben die Beiträge der Stadtteile vor dem Stadtpavillon erhalten. Die passen hervorragend zu 50 Jahre Gesamtstadt Eppingen."
Nur was schön erhalten werden kann, soll Bestand haben
Thalmann präzisierte: "Vor etwa vier Wochen sind wir mit dem Gartenschauausschuss über das Gelände gegangen und haben uns alles unter dem Aspekt angeschaut: Haben wir die Kapazitäten, die Anlage so schön zu erhalten wie sie ist? Denn unser Anspruch ist, was erhalten bleibt, bleibt so schön erhalten, wie es jetzt ist." Bei diesen Worten wies Thalmann auf das Areal entlang des Bachwegles und machte deutlich: "Es war fast schon eine Fehleinschätzung von uns, dass die Besucher den Rundweg vom Bachwegle über den Postweg nehmen, um sich die Renaturierung der Elsenz anzuschauen. Das ist aber für uns eines der wichtigsten Themen. Deshalb gilt es, das zu erhalten."
Erhalten bleibt auch die große Rasenfläche entlang des Bachwegles. "Hier werden wir nächstes Jahr wieder die Sonnenschirme aufstellen." Während der Erhalt dieses Areals in Stein gemeißelt ist, schwankt Thalmann noch bei der Frage, was mit den Blumenkübeln in der Stadt geschehen soll. "Vor vier Wochen habe ich gesagt, die kommen weg, doch inzwischen habe ich erkannt, dass das ein sensibles Thema ist, mit dem wir behutsam umgehen müssen, deshalb werden wir vermutlich nur ganz wenige Kübel wegnehmen." Der spontane Beifall zeigte, dass Thalmann damit richtig liegt.
Was auf jeden Fall rückgebaut werde, sind die verschiedenen Ausstellungsbeiträge entlang des Bachwegles wie Artificium, der Beitrag der Friedhofsgärtner, oder die Kirchenoase. "Das sind private Gärten." Thalmann versprach aber, "zum Bachwegle hin werden die Gärten eine einheitliche Gestaltung mit Hainbuchenhecken und Sandsteinmauern erhalten". Als Ensemble erhalten bleiben auch die historischen Gärten. "Zwei werden wir als Nutzgärten unterverpachten."
Fürs Weiherbistro wird noch ein Pächter gesucht
Verpachtet werden soll auch der Biergarten im Schwanen. "Wir alle wünschen uns einen Biergarten", betonte Holaschke. "Der bisherige Pächter hat sein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit bekundet." Für das Weiherbistro sucht die Stadt noch einen Pächter. "Wir haben die beiden Container, die von den Gastronomen gestellt und betrieben worden sind, gekauft", eröffnete Thalmann den Besuchern, "jetzt sind wir auf der Suche nach einem Pächter, der sich zu 100 Prozent mit den Seeterrassen identifiziert." Einen ersten Vorgeschmack, wie das Treiben auf den Seeterrassen werden könnte, wird die vierwöchige Weiherweihnacht bieten, die Thalmann ankündigte.


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