Humorfabrik in Eppingen: Lachen, bis die Tränen fließen
Die Eppinger Heimattage enden mit einem generationenübergreifenden Comedy-Abend der Maschinenfabrik auf der Gartenschau.

Personelle Ausfälle wegen Corona? Kein Problem für improvisationserprobte Stand-Up-Comedians und Poetry-Slammer. Das Heilbronner Freie Kulturzentrum Maschinenfabrik, Veranstalter der "Humorfabrik", die zum Abschluss der Eppinger Heimattage am Montagabend über die Sparkassenbühne der Gartenschau tobt, fand Ersatz: Statt dem kurzfristig erkrankten Lokalmatador Nektarios Vlachopoulos und Comedian Simon Pearce kündigt Moderator Philipp Herold neben Mackefisch und Sandra Da Vina den Freestyle-Rapper Jakob Schwerdtfeger aus Frankfurt und dem Berliner Entertainer Tino Bomelino, der derzeit in Heilbronn weilt, an.
Der Qualität der Veranstaltung und der Stimmung des Publikums tut das keinen Abbruch. Denn die Zuschauer auf den vollbesetzten Bierbänken und Liegestühlen unterm Festzelt und drumherum wollen sich amüsieren, auch wenn sie für diese Art Event im Altersdurchschnitt untypisch sind: "Manche sind noch vom Seniorennachmittag da", stellt Klaus Holaschke bei seiner Begrüßungsansprache fest.
Humorfabrik statt Fernsehgarten
Nach drei Eppinger Heimattagen behält das Stadtoberhaupt dabei vorsichtshalber die Sonnenbrille auf und lässt so manche Spitze auf den überlangen Festumzug am Vortag los. Woraufhin Moderator Philipp Herold ihm, dem "Stand-Up-Comedian und gleichzeitig OB" für "den ersten Akt" dankt, gleichzeitig nachlegt: "Ich wollte immer schon mal den ZDF-Fernsehgarten moderieren. Herausgekommen ist die Humorfabrik."
Humor zeigen nicht nur die Künstler auf der Bühne, sondern auch das Publikum. Es lacht beifällig über Probleme, die die aus Essen angereiste Slam Poetin Sandra Da Vina mit ihrem Alter hat, seit sie über 30 ist, auch wenn diese, besonders hierzulande, nicht so recht nachvollziehbar sind. Etwa ihr Verhältnis zum alkoholischen Rebensaft: "Wein ist so ekelhaft kultiviert", ihn zu trinken, mache so erwachsen. Viel Applaus erntet Jakob Schwerdtfeger - "Ich habe vor fünf Stunden erfahren, dass ich hier auftrete" , besonders für seinen Impro-Rap: Begriffe wie Riesling, Palmbräu, Eppingen, Leiergasse oder Aluminiumsulfat haben ihm Zuschauer dafür zugeworfen.
Tino Bomelino rockt als Top Act das Zelt
Wahre Lachtränen fließen aber beim Top Act des Abends, auch wenn Tino Bomelino, der spontan eingesprungen ist, für Eppingen kein neues Programm kreiert hat. Doch aktuell ist er. Wie seine Comedy-Kollegen und wie auch das Duo Mackefisch, das die Sprechauftritte virtuos musikalisch und mit kabarettistischen Texten umrahmte, thematisiert der Sidekick von Torsten Sträter die Pandemie: "Wie findet ihr die eigentlich bis jetzt? Also, als die dritte Staffel angefangen hat, habe ich aufgehört zu gucken."
Tische und Bänke bleiben bis zum späten Ende des Events besetzt. Viele genießen noch das Beisammensein zum Ende der Heimattage. "Wir sind hier, weil wir Eppinger sind", sagt etwa Hans Frank, der mit Frau Agathe, Tochter und Enkeltöchtern aus Gemmingen gekommen ist. Schwiegersohn Holger Bär widerspricht: "Ich bin wegen des Programms hier." Wegen des Programms ist auch Joachim Fischer da. "Ich bezeichne mich als Eppinger", sagt der gebürtige Heilbronner. Da klingt Stolz auf die Fachwerkstadt mit.




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