Warum es bei den Eppinger Heimattagen keinen Fassanstich gegeben hat
OB Klaus Holaschke zieht Bilanz zu den Eppinger Heimattagen, die Montagabend zu Ende gegangen sind. Warum es diesesmal keinen Fassbieranstich gegeben hat, und welche persönliche Erinnerung Holaschke mit den Heimatagen verbindet:

Die Eppinger Heimattage, die am Montag endeten, haben bei vielen Menschen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Erfolg des Vorgängers aus dem Jahr 2010 sei wiederholt worden, hört man hier und da. Wie Eppingens OB Klaus Holaschke die vier Tage empfunden hat und warum es diesesmal keinen Fassbieranstich gegeben hat, wollte die Kraichgau-Stimme vom Stadtoberhaupt wissen.
Herr Holaschke, was lief in den letzten Tagen besonders gut, was könnte künftig Klassiker werden?
Klaus Holaschke: Die 9. Heimattage Eppingen waren erwartungsgemäß ein großer Erfolg: Eppingen war heiß auf die Festtage, und in Kombination mit der Gartenschau konnten wir auch besondere Tage gemeinsam erleben. Von der Organisation vorab über die Sicherung von Ordnung und Sicherheit durch Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und DRK bis hin zum Veranstaltungsmanagement auf der Gartenschau - es war rundum eine gemeinschaftliche Gesamtleistung, auf die ich als OB sehr stolz bin und allen herzlich für das Engagement und das Mitwirken danke. Ein Klassiker ist und bleiben die Jahrgangstreffen mit dem Abschluss der Nachtschwärmermusik am Marktplatz. Die Zusammenkünfte und das gemeinsame Feiern wird auch künftig der Höhepunkt sein.
Was glauben Sie, könnte man bei der nächsten Auflage besser machen?
Holaschke: Die Jubiläumsveranstaltung mit der 10. Auflage der Heimattage könnte sich auf die erste Auflage 1938 zurückbesinnen: Mit zusätzlichem Tagesprogrammen wie dem Kinder- und/oder Sportnachmittag oder auch dem Brauertag könnten bekannte Formate wieder in die Heimattage finden. Sicher ist, dass die 10. Heimattage was ganz besonderes sein werden, da müssen wir noch einen Trumpf ausspielen.
Wird die nächste Auflage wieder im Zehner-Raster, also 2030 sein?
Holaschke: 2022 war die Ausnahme, aber auch eine sehr gute Ausnahme. Mit der Verschiebung der Heimattage konnten wir diese mit dem Schwerpunkt auf "50 Jahre Gesamtstadt" feiern. Wir werden die gewohnte Periodendauer aber wieder einhalten und 2030 die 10. Heimattage im Regelturnus feiern.

Warum gab es dieses Mal keinen Fassbieranstich?
Holaschke: Der große Zuspruch zur Ausgestaltung des Eröffnungsabends hat bereits ein abendfüllendes Bühnenprogramm vorgegeben. Und das war auch gut so: Es sollen auch die Vereine, Schulen und Organisationen den Abend lang im Mittelpunkt stehen. Um allen Beteiligten einen angemessenen Zeitrahmen zu gewähren und dem Publikum die Vielfalt aufzuzeigen, haben wir uns gegen den traditionellen Fassanstich ausgesprochen. Das holen wir 2030 bei den 10. Heimattagen dann nach.
Wie viel Feedback gibt es und in welcher Form?
Holaschke: Das beste Feedback war und ist der Zuspruch zu unseren Heimattagen: Viele Eppinger aus der Stadt und der Ferne treffen sich, genießen die besondere Atmosphäre und leben das Wir-Gefühl aus. Das war die kompletten Tage zu spüren und zu sehen. Ob die Besucher mich und das Organisationsteam vor Ort angesprochen haben und lobende Worte gefunden haben oder einfach nur der Blick in die freudigen Gesichter hat gezeigt, dass die Heimattage für Stadt und Gesellschaft eine wichtige Tradition sind.
Was war Ihr liebster Programmpunkt?
Holaschke: Ich habe den Eröffnungsabend mit dem bunten Programm sehr genossen. Das war ein würdiger, unterhaltsamer und besonderer Abend, der den ganzen Heimattagen gerecht wurde. Ein Abend, der die Vielfalt unserer Stadt komprimiert auf einen Abend darstellen konnte. Ein weiterer Höhepunkt war der bunte und großdimensionierte Festumzug. Das hat mir einmal mehr gezeigt, wie stark der Zusammenhalt in Eppingen ist.

Was verbinden Sie ganz persönlich mit den Heimattagen?
Holaschke: Die Heimattage sind für mich ein Heimat-Gefühl. Alle Generationen treffen sich, es herrscht eine besonders ausgelassene Atmosphäre in der ganzen Stadt. Ein Wochenende scheint die Zeit still zu stehen. Ich durfte auch schon einige Ausgaben der Heimattage mitwirken. Im Jahr 2000, damals war ich Kämmerer, kassierte ich am Zugang zur Innenstadt mit meiner Tochter im Arm Eintritt. Später als OB war ich gemeinsam mit Familie und den Eppingern selbst am Mitfeiern. Fakt ist: Es sind immer einzigartige Tage in Eppingen, mit besonderen Begegnungen und einer einmaligen Stimmung.
Die neunte Auflage der Heimattage war in vielerlei Hinsicht eine Ausnahmeveranstaltung. Dies zeigen auch die Zahlen. Etwa 10.000 Besucher feierten an den vier Tagen gemeinsam, 8000 allein schon beim Festumzug. 3000 Ehrenamtler haben sich am Programm aktiv beteiligt, Insgesamt 2500 Aktive haben den Umzug mit 55 Bildern mitgestaltet. Neun Bühnenacts waren zu bestaunen, darunter Bands, Kapellen und eine Comedyshow. Die Jahrgänge trafen sich unter der Leitung von 85 Obleuten an 26 Treffpunkten. 280 Aktive hatten den Eröffnungsabend gestaltet.
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