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Eppingen plant neues Netz für Nahwärme größer als zunächst vorgesehen

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Eppingens Pläne für eine Nahwärmeversorgung werden größer. Neben dem Gebiet Zylinderhof sollen nun weitere Straßenzüge in der westlichen und nördlichen Vorstadt erschlossen werden. Wie die künftige Preisspanne aussehen könnte:

Moderne Blockheizkraftwerke weisen eine höhere Energieeffizienz auf, als die meisten individuellen Heizkessel in vielen Privathäusern.
Foto: Christiana Kunz
Moderne Blockheizkraftwerke weisen eine höhere Energieeffizienz auf, als die meisten individuellen Heizkessel in vielen Privathäusern. Foto: Christiana Kunz  Foto: Kunz

Eigentlich ging es "nur" um die künftige Nahwärmeversorgung für das Eppinger Neubaugebiet Zylinderhof. Doch die Stadt wurde von den Weltnachrichten überrumpelt. Die Preise für Gas und Öl explodieren, daher wächst die Nachfrage nach preislich attraktiver Nahwärme. Schnell wurde den Planern - die Stadt hat die Bietigheimer Ingenieurgesellschaft IBS ins Boot geholt - klar: Der Wurf muss wesentlich größer ausfallen. Entspechend lebhaft war die Diskussion über das Thema in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend.

Warum die Anlage nun wohl deutlich größer geplant wird

Das Fenster der Voruntersuchung ist inzwischen wesentlich größer. Es umfasst weite Teile der nordwestlichen Vorstadt beidseitig der Adelshofener Straße. Das vorgestellte Nahwärme-Konzept trägt den Titel "Quartierskonzept West mit Baugebiet Zylinderhof". Auch die Altstadt, die überwiegend mit Gas beheizt wird, gerät zunehmen in den Fokus. "Je größer die Anlage, desto effizienter arbeitet sie", stellte Fachplaner Wolfgang Schuler von IBS fest. Auch die Störanfälligkeit nehme mit zunehmener Größe der Anlage ab.

Um allein die 410 bestehenden Häuser - die meisten schon jahrzehntealt - zu versorgen, wurde ein Wärmebedarf von zwölf Millionen Kilowattstunden pro Jahr errechnet. Für das Neubaugebiet Zylinderhof 3 und 4 würden aufgrund der moderneren Bauweise lediglich etwas mehr als drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr benötigt.

 


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Warum der größere Bruder der effizientere ist

Stadt und Planungsbüro steuern einen stufenweisen Aufbau der Nahwärmeversorgung an. Den Start soll ein Blockheizkraftwerk machen, das im Interimsbetrieb mit Gas laufen soll. Damit sollen die ersten Ankerkunden überzeugt werden. In einem weiteren Schritt erfolgt der Bau der eigentlichen groß dimensionierten Anlage. Diese ist nach der vorläufigen Planung am Ortsausgang Richtung Adelshofen rechter Hand vorgesehen. Hier soll eine Holzheizanlage entstehen, die mit einer Wärmepumpe gekoppelt ist. In Sachen Holzheizanlage gibt es zwei Planungsvarianten: 5000 Megawattstunden pro Jahr und 10.000 Megawattstunden. In der 5000er-Variante wird ein Erzeugerpreis von 16 Cent pro Kilowattstunde kalkuliert, der größerere Bruder käme auf 13 Cent.

Was die Mitglieder des Technischen Ausschusses anregen

In der Aussprache bat Peter Wieser von den Grünen, Solarthermie und Erdwärme in die Voruntersuchung miteinfließen zu lassen. Hartmut Kächele von der SPD störte sich daran, dass der Start mit Erdgas erfolgen soll. Er regte an, für den Betrieb der Wärmepumpe Photovoltaik zu verwenden. Herbert Meixner (CDU) schlug vor, zur Ermittlung der Interessenten im Bestandsgebiet eine Umfrage durchzuführen. "Vielleicht kann man gleich die große Anlage bauen und spart damit Geld." Schuler widersprach: Eine große Anlage hinzustellen und nur einen Bruchteil davon zu nutzen, führe gleich zu Beginn zu hohen Verlusten. Michael Mayrhofer von der SPD bat, die Leitungsquerschnitte gleich so zu dimensionieren, dass man nicht später nachrüsten muss.

 


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Die Verwaltung empfiehlt den Aufbau einer Heizzentrale mit 10.000 Megawattstunden pro Jahr. Diese biete auch mit Blick auf potenzielle Erweiterungen im Bereich des verbleibenden Quartiers sowie einer Erweiterung in Richtung Innenstadt und Nordost die besten Voraussetzungen. Mittelfristig sollte das Versorgungsgebiet stetig ausgebaut werden, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung.


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