Studieninfotag: Wer Lehrer werden will, hat in der Region Heilbronn gute Chancen
Wie werde ich Lehrer? Zum landesweiten Studieninformationstag gibt das Lehrerseminar Schülern Einblicke in die Praxis. Großes Interesse auch auf dem Heilbronner Bildungscampus mit Hunderten Schülern.

Wie werde ich Lehrer? Welche Uni ist die richtige für mich und wie finde ich das richtige Studienfach? Diese und jede Menge weitere Fragen stellen sich bestimmt einige Schüler, die den Lehrerberuf anstreben. Das Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte hat im Rahmen des Studieninfotags eine ganztägige Informationsveranstaltung für Abiturienten aus der ersten und zweiten Jahrgangsstufe organisiert.
Junge Schüler erzählen, warum sie Lehrer werden wollen
Unter ihnen Karolini Dos Santos Rower, die Kunst und Englisch auf Lehramt studieren will. Sie kommt aus einer Lehrerfamilie, erzählt sie. Sowohl ihre Tante als auch ihr Vater unterrichten am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neckarsulm. Ihre Familie, aber auch ihre Lehrer aus der Schulzeit seien super Vorbilder für sie gewesen.
Ganz anders bei Nisa Köktas. Die 24-Jährige, die als eine von vier Studienbotschaftern dem interessierten Nachwuchs Rede und Antwort steht, erzählt, dass sie keine tollen Lehrer hatte. "Es war keine so schöne Schulzeit." Ihr Entschluss stand fest: "Ich will es besser machen." Ihr fünfjähriges Studium hat sie nun abgeschlossen. Im Februar startet ihr Referendariat. Auf Schüler wolle sie eingehen und den Unterricht an deren Lebensrealitäten gestalten, sagt die 24-Jährige. Toni Stieglbauer, der sein Abitur frisch in der Tasche hat, überlegt derzeit zwischen zwei Optionen: Entweder will der 20-Jährige Lehrer werden oder aber in der Zahnmedizin arbeiten. Für die Veranstaltung ist er extra aus Crailsheim gekommen.
"Gravierender Mangel" an Lehrkräften
Der Mangel an Lehrkräften sei gravierend, so Martina Geiger, Direktorin des Lehrerseminars in Heilbronn, das seit 50 Jahren Lehrkräfte für Gymnasien in der ganzen Region und darüber hinaus ausbildet. Es sei wichtig, Werbung für den Beruf zu machen, denn: "Die Bewerberzahlen für ein Referendariat im gymnasialen Lehramt haben sich in den letzten fünf Jahren landesweit halbiert."
Die Einstellungschancen in der Region stünden gut. Aber auch wenn man weiter weg studiere, wie etwa in Karlsruhe, könne man zurückkommen und sein Referendariat in der Region machen, erklärt Martina Geiger. "Das wissen viele nicht."
Aktuelle Themen in den Unterricht integrieren

Ein Angebot wie das am Studieninfotag sei perfekt, um sich zu informieren und erste Kontakte zu knüpfen. Zum Beispiel zu Matthias Schneider von der Uni Mannheim und Marian Hoffmann vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Beide leiten den Bereich Lehrerbildung.
Es sei wichtig, den Beruf mit Leib und Seele zu machen, betont Schneider. "Die Aufgaben für Lehrer werden komplexer und anspruchsvoller." Mit Themen wie Digitalisierung oder Nachhaltigkeit müsse man sich auseinandersetzen und diese in den Unterricht integrieren, ergänzt Marian Hoffmann. Aber genau das sei auch das Reizvolle an dem Beruf. "Er ist abwechslungsreich", sind sich beide Männer einig. Wer gern mit Menschen arbeite, sei hier richtig. Und: Man könne Familie und Beruf gut unter einen Hut bringen.
Mehrere hundert Interessierte auf dem Bildungscampus

Der Studieninfotag ist nahezu ein Magnet für den Nachwuchs: Knapp 200 interessierte junge Menschen haben sich beispielsweise bei der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn informiert. Neben Schnuppervorlesungen sowie Vorträgen fanden persönliche Beratungsgespräche und eine Gesprächsrunde mit der Studierendenvertretung statt.
Bei der TUM am Campus Heilbronn nahmen knapp 20 Schüler teil. Vorgestellt wurden die Bachelorstudiengänge in Management & Technology und in Information Engineering, die vollständig auf Englisch angeboten werden. An den beiden Standorten der Hochschule Heilbronn Bildungscampus und Heilbronn-Sontheim spricht Pressesprecherin Vannessa Offermann von mehreren hundert Besuchern. "Wir freuen uns, dass der Studieninfotag so gut angenommen wird."
Diskutieren Sie am 14. Dezember zum Thema mit
Um das Thema "So steht es um die Unterrichtsversorgung: Wo sind all die Lehrer hin?" geht es am Donnerstag, 14. Dezember, ab 17 Uhr im Forum auf dem Bildungscampus in Heilbronn. Dann ist auch die Meinung von Eltern, Schülern und Lehrern bei der Diskussion im Rahmen der Reihe "Bildung auf den Punkt"gefragt – eine Veranstaltungsreihe der Heilbronner Stimme und der Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM). Auch Staatssekretär Volker Schebesta wird unter anderem teilnehmen


Stimme.de
Kommentare